Wühlmäuse – erkennen und loswerden

Die vegetarisch lebenden Nager belassen es nicht nur bei angefressenen Möhren – sie machen sich im Boden auch über viele andere Pflanzenwurzeln her. Einmal im Garten, können die Wurzelschädlinge schnell zur Plage werden!

Die vegetarisch lebenden Nager belassen es nicht nur bei angefressenen Möhren – sie machen sich im Boden auch über viele andere Pflanzenwurzeln her. Einmal im Garten, können die Wurzelschädlinge schnell zur Plage werden!

Wühlmausfraß an Kartoffeln

Wühlmäuse wirken im Untergrund und graben dort munter ihre Gänge, um von Wurzel zu Wurzel zu gelangen. Auch wenn sie dabei ein paar Vorlieben haben – zum Beispiel die schon erwähnten Möhren, Tulpenzwiebeln oder (Obst)Gehölze – gibt es nur wenig Pflanzen, die ihnen gar nicht schmecken. Auch vor Rasenflächen machen sie nicht Halt. Und, wenn sie gerade im Weg liegen, wühlen sie sich auch unter Wegbelägen oder Terrassen durch.

Steckbrief Wühlmaus

Aussehen: Wühlmäuse, die auch als Schermäuse oder Erdratten bezeichnet werden, tauchen in den Gärten unserer Breiten in Gestalt der heimischen Großen Wühlmaus auf. Die Tiere werden recht groß: bis 16 Zentimeter lang, mit einem bis 9 Zentimeter langen Schwanz. Das meist dunkelbraune Fell glänzt, Schwanz und Bauch sind heller gefärbt. 

Lebensweise: Wühlmäuse sind reine Pflanzenfresser. Da sie im Boden leben, stehen auf ihrem Speiseplan vor allem die unterirdischen Speicherorgane, also Wurzeln, Rhizome, Zwiebeln und Knollen. Jede Wühlmaus gräbt sich ihr eigenes Gangsystem, das zwischen 50 und 100 Meter lang ist. Sie läuft es meist täglich einmal ab. Drei bis vier Mal im Jahr gibt es bis zu sechs Nachkommen. Zudem sind die Tiere das ganze Jahr über Tag und Nacht aktiv. Dabei sind sie jedoch lichtscheu, geruchs- und geräuschempfindlich. 

Auftreten: Vor allem in leichten bis mittelschweren Böden.
Noch ein Tipp: Zum Identifizieren von Wühlmäusen und anderen Schädlinge schaut doch einfach in die kostenlose Pflanzendoktor-App von Neudorff!

Wühlmäuse aufspüren...

Im Winter ahnt ihr noch nichts, doch mit dem Frühjahr kommt oft das böse Erwachen. Was euch zuerst auffallen wird ist, dass einige Pflanzen nicht so richtig wachsen wollen, welken, überhaupt nicht mehr austreiben oder gar umfallen. Wenn ihr dann leicht an den Trieben zieht und diese sofort aus der Erde flutschen, deutet schon vieles auf Wühlmäuse hin. Entdeckt ihr dazu noch angefressene Wurzeln mit Nagespuren oder fehlen die Wurzeln komplett, habt ihr die Tiere quasi schon überführt. Jetzt gilt es nur noch, die verräterischen, aufgeworfenen Erdhaufen in der Nähe genauer zu untersuchen.

...und genau identifizieren

Moment Mal – Erdhaufen? Gehören die nicht dem Maulwurf? Genau das gilt es jetzt noch zu ergründen! Denn Maulwürfe sind zum einen keine Pflanzenfresser, sondern vertilgen Insekten(larven) und Würmer, und stehen zum anderen unter Naturschutz. 
Es gibt verschiedene Kriterien, anhand derer ihr die Hügel unterscheiden könnt:

  • Wühlmäuse werfen kleine, längliche Haufen auf, Maulwürfe größere, runde.
  • Wühlmaushaufen sind nicht so regelmäßig anzutreffen wie die der Maulwürfe.
  • Wühlmäuse graben nicht sehr tief, deshalb sind schon an Oberfläche leicht erhabene, wellenförmige Linien zu erkennen. Maulwürde legen ein tief reichendes Gangsystem an.
  • Die Öffnung des Maulwurfsgangs ist rund und liegt genau in der Mitte des Erdhaufens, die der Wühlmaus ist oval und am Rand des Hügels angelegt.
  • Noch ein Tipp: Grabt die Gänge an einigen Stellen auf und legt das Eingangsloch frei. Gehören sie zu Wühlmäusen, werden sie innerhalb von sechs Stunden wieder verschlossen. Maulwürfe nutzen die meisten Gänge dagegen nur einmal, sie bleiben also offen. 

Um die Gänge zu finden, greift zu einem stabilen und dünnen Stab und drückt ihn etwa 15 cm tief in den Boden. Ihr fühlt, wo ein Gang verläuft, weil sich dort der Stab mit einem Ruck viel leichter niederdrücken lässt als in normalem Erdreich.

Wühlmäuse loswerden

Maulwürfe dürfen als geschützte Tiere also nur vergrämt und nicht getötet werden, Wühlmäuse dagegen dürft ihr bekämpfen. Die besten Erfolgsaussichten habt ihr im späten Herbst, über Winter und zeitigen Frühjahr. Diese Möglichkeiten stehen euch dafür zur Verfügung:

  1. Die Wühlmäuse fangen
    Mithilfe der kastenartigen Sugan WühlmausFalle mit Fangbügel klappt es bestimmt! Und da über Winter die Nahrung im Garten knapp ist, werden Köder in dieser Zeit meist schnell angenommen. Möhren oder Sellerie sind besonders beliebt. Legt ein Gemüsestück in die Falle und stellt diese direkt in einen aufgegrabenen Gang. Jetzt müsst ihr das Ganze nur noch abdichten, da die Wurzelschädlinge lichtempfindlich sind. Am einfachsten geht das, indem ihr einen dunklen Eimer überstülpt und ringsum etwas Erde anhäuft. Die getöteten Tiere lassen sich ohne Berühren aus der Falle entfernen. Am besten stellt ihr gleich mehrere Fallen entlang des Ganges auf. Und: Die Fallen nicht reinigen, denn Wühlmäuse sind sehr geruchsempfindlich. Deshalb die Falle unbedingt immer nur mit Handschuhen berühren!
  2. Die Wühlmäuse vertreiben
    Wenn ihr die Tiere nicht töten, aber loswerden wollt, müsst ihr mit intensiven Gerüchen arbeiten. Rund ums Haus, um beispielsweise das Einsinken von Wegplatten zu vermeiden, könnt ihr Quiritox Wühlmaus-Stopp* anwenden. Das anwendungsfertige Granulat enthält natürliches Eucalyptusöl. Es wird alle drei, vier Meter in die geöffneten Gänge gegeben, die danach zum Beispiel mit Brettern abgedeckt werden.
    Ebenso wirksam ist Quiritox WühlmausGas*, das Lavandinöl enthält. Die Kartuschen werden ebenfalls in den frei gelegten Gang gestellt und abgebrannt.
  3. Die Wühlmäuse bekämpfen
    Wollt ihr Wühlmäuse endgültig loswerden, damit kippelige Gehwegplatten oder Terrassen der Vergangenheit angehören, gibt es als dritte Möglichkeit den Quiritox WühlmausKöder*. Auch bei diesem portionierten Köder grabt ihr zunächst den Gang auf und gebt den Köder in einer passenden Köderstation in den Gang. Deckt alles wieder lichtdicht zu, berührt alles nur mit Handschuhen – und das Wühlmausproblem erledigt sich.

Noch besser: Wühlmausfraß vorbeugen

  • Setzt besonders gefährdete Pflanzen in engmaschigen Metalldraht (Kaninchendraht): Pflanzloch oder Beet ausheben, Draht auslegen, sodass er etwa 10 Zentimeter über der Erde steht. Pflanzen einsetzen, den Aushub bis auf 5 Zentimeter unter dem Rand anfüllen. Den Draht dann nach innen umschlagen und mit Erde abdecken, sodass er nicht mehr zu sehen ist. Für Gehölze, kleine Zwiebelblumengruppen und einzelne Stauden bieten sich auch fertige Maschendrahtkörbe an. Kunststoffmodelle sind nicht geeignet, sie werden von den Wühlmäusen schnell durchgebissen.
  • Auch Wühlmäuse haben Feinde. Hin und wieder werden sie zum Beispiel von Katzen erlegt. Unter den wildlebenden Tieren ist das Mauswiesel ein Wühlmausvernichter. Damit es sich im Garten wohlfühlt, solltet ihr ihm einen Totholz- oder Steinhaufen anbieten. Des Weiteren stehen die Erdratten bei Fuchs und Marder auf dem Speiseplan, ebenso wie bei Greifvögeln wie dem Mäusebussard. Und: Maulwürfe fressen den noch kleinen Nachwuchs der Wühlmäuse.
  • Einige Pflanzen sind bei Wühlmäusen äußerst unbeliebt, weil sie für ihre feinen Nasen wohl unangenehm riechen. Dazu gehören Narzissen, Kaiserkronen oder Knoblauch. Sie halten die Nager jedoch nicht zuverlässig davon ab, andere Gewächse in ihrer Nähe anzufressen.
WühlmäuseSchädlinge

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*) Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.