Erhöhtes Pilzrisiko im Garten

Pilzkrankheiten erkennen, bekämpfen und vorbeugen

Schädlinge, Krankheiten & Co.

  • 4 Min. Lesezeit

  • von Neudorff

Viele Pilzarten finden bei milder, leicht erhöhter Luftfeuchtigkeit ihre optimalen Entwicklungsbedingungen: Liegen die Temperaturen über einen längeren Zeitraum im milden Bereich und ist gleichzeitig durchgehend feuchte Luft oder Blattnässe vorhanden, können Pilzsporen besonders zuverlässig keimen und sich ausbreiten.

Sternruß an Rosen

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Feuchtigkeit ist der wichtigste Auslöser: Fast alle Pilzkrankheiten brauchen Nässe auf Blättern oder in der Luft

  • Verschiedene Pilze bevorzugen verschiedene Klimabedingungen: Warm-feucht, kühl-feucht oder wechselnd

  • Frühzeitiges Erkennen ist entscheidend: Je früher du handelst, desto besser

  • Vorbeugung durch Belüftung, Hygiene und Standortwahl ist immer besser als Bekämpfung

  • Unsere Pflanzenschutzmittel helfen bei akutem Befall

Warum steigt das Pilzrisiko bei bestimmten Wetterbedingungen?

Pilzsporen sind nahezu überall im Garten vorhanden: im Boden, in der Luft, auf Pflanzenresten. Unter normalen Bedingungen halten sie sich unauffällig. Erst wenn die Witterung ihnen günstige Bedingungen bietet, keimen sie aus, breiten sich im Blattgewebe aus und bilden innerhalb weniger Tage neue Sporen. Diese breiten sich durch Wind, Wasser oder Insekten auf Nachbarpflanzen aus.

Der gemeinsame Nenner: Feuchtigkeit. Ob auf dem Blatt, in der Luft oder im Boden, erhöhte Feuchtigkeit ist bei fast allen Pilzkrankheiten der entscheidende Auslöser.

Am zuverlässigsten entfalten sich Pilzkrankheiten, wenn milde Temperaturen auf anhaltend hohe Luftfeuchtigkeit treffen. Nur der Echte Mehltau braucht genau das Gegenteil: trockene Luft am Tag und Feuchtigkeit in der Nacht. Welche Pilzkrankheit gerade das größte Risiko darstellt, hängt also immer von der Kombination aus Feuchtigkeit und der aktuellen Temperatur ab.

Die häufigsten Pilzerkrankungen im Überblick

Rostpilze (Pucciniales)

Erkennungszeichen:

  • Orangefarbene bis rostbraune Pusteln, meist auf der Blattunterseite

  • Gelbliche Flecken auf der Blattoberseite direkt über den Pusteln

  • Befallene Blätter fallen frühzeitig ab

  • Tritt verstärkt bei mild-feuchtem Wetter mit Blattnässe auf

Besonders gefährdete Pflanzen: Rosen (Rosa spp.), Malven (Malva spp.), Stockrosen (Alcea rosea), Buchsbaum (Buxus sempervirens)

Rosenrost an Rosenblättern

Sternrußtau (Diplocarpon rosae)

Erkennungszeichen:

  • Schwarze, sternförmig gefranste Flecken auf der Blattoberseite

  • Gelbe Aufhellung des umgebenden Blattgewebes

  • Starker, vorzeitiger Blattfall bei fortgeschrittenem Befall

Tritt bei milder, anhaltend feuchter Witterung mit langer Blattnässedauer auf und zählt zu den häufigsten Rosenkrankheiten überhaupt.

Besonders gefährdete Pflanzen: Rosen (Rosa spp.)

Rosenkrankheiten bekämpfen
Sternrusstau

Falscher Mehltau: Der Regenwetterpilz

Erkennungszeichen:

  • Hellgrüne bis gelbliche, eckige Flecken auf der Blattoberseite

  • Grau violetter, flaumiger Sporenbelag auf der Blattunterseite

  • Lässt sich nicht abwischen

  • Tritt bei kühl feuchter Witterung mit Tau und Regen auf.

Besonders gefährdete Pflanzen: Gurken (Cucumis sativus), Salat (Lactuca sativa), Zwiebeln (Allium cepa), Weinreben (Vitis vinifera)

So bekämpfst du falschen Mehltau
Falscher Mehltau

Grauschimmel (Botrytis cinerea)

Erkennungszeichen:

  • Graubrauner, pelziger Schimmelbelag auf Blättern, Blüten und Früchten

  • Betroffene Pflanzenteile werden weich und faulen

Tritt besonders bei warm feuchten Bedingungen und mangelnder Belüftung auf, häufig nach Regenphasen oder in zu eng gepflanzten Beeten.

Besonders gefährdete Pflanzen: Erdbeeren (Fragaria spp.), Tomaten (Solanum lycopersicum), Rosen (Rosa spp.), Weintrauben, Salate

Grauschimmel (Botrytis cinerea) an Erdbeere

Kraut- und Braunfäule (Phytophthora infestans)

Erkennungszeichen:

  • Dunkelbraune, wässrige Flecken auf Blättern, Stängeln und Früchten

  • Charakteristischer, muffig fauler Geruch

Breitet sich bei kühl bis mild feuchter Witterung extrem schnell aus und kann eine ganze Tomatenpflanze innerhalb weniger Tage vernichten.

Besonders gefährdete Pflanzen: Tomaten (Solanum lycopersicum), Kartoffeln (Solanum tuberosum)

Kraut- und Braunfaeule

Echter Mehltau: Der Sonderfall unter den Pilzkrankheiten

Erkennungszeichen:

  • Weißer, pudrig mehlig wirkender Belag auf der Blattoberseite

  • Lässt sich zunächst noch abwischen, wird später fest

  • Befällt auch Stängel, Knospen und Blüten

Im Gegensatz zu den meisten übrigen Pilzkrankheiten benötigt der Echte Mehltau keine durchgehend hohe Luftfeuchtigkeit. Er tritt typischerweise bei warm wechselfeuchten Bedingungen auf: hohe Luftfeuchtigkeit nachts, trockene Luft tagsüber. Gerade diese Trockenphasen am Tag begünstigen die Sporenkeimung, ein Mechanismus, der sich von dem der übrigen hier beschriebenen Pilze deutlich unterscheidet.

Besonders gefährdete Pflanzen: Rosen (Rosa spp.), Gurken (Cucumis sativus), Zucchini (Cucurbita pepo), Stachelbeeren (Ribes uva crispa)

So bekämpfst du echten Mehltau
Ein Blatt, das von echtem Mehltau befallen ist, zeigt die charakteristischen weißen, pudrigen Flecken auf der Blattoberfläche.

Gegen Pilzkrankheiten im Gemüsebeet

Bekämpfe Pilzkrankheiten wie Kraut- und Braunfäule oder Mehltau

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Pilzkrankheiten vorbeugen

Der beste Schutz gegen Pilzkrankheiten beginnt lange bevor der erste Befall sichtbar wird. Mit gezielten Maßnahmen lässt sich das Pilzrisiko deutlich senken.

Belüftung und Pflanzabstände

  • Ausreichend Abstand zwischen Pflanzen halten. Luft muss zwischen den Pflanzen zirkulieren können

  • Regelmäßig auslichten: Dichte Sträucher und Gemüsepflanzen (besonders Tomaten) von überschüssigem Laub befreien

  • Keine Überkopfbewässerung: Immer bodennah gießen, Blätter möglichst trocken halten

  • Gewächshaus regelmäßig lüften: Besonders morgens, wenn Kondensat an den Scheiben steht

Gartenhygiene

  • Befallenes Pflanzenmaterial sofort entfernen und in den Hausmüll, nicht kompostieren! Sporen überleben im Kompost

  • Falllaub im Herbst wegräumen. Besonders bei Rosen (Sternrußtau)

  • Werkzeug reinigen nach dem Schneiden befallener Pflanzen

  • Fruchtfolge beachten im Gemüsebeet. Nicht jedes Jahr Tomaten oder Gurken an denselben Platz

Standortwahl und Sortenwahl

  • Sonnige, gut belüftete Standorte bevorzugen

  • Resistente Sorten wählen: Bei Rosen auf das ADR-Siegel achten; bei Tomaten und Gurken auf mehltautolerante Sorten

  • Nicht zu nah an Wänden oder Zäunen pflanzen, denn dort staut sich Feuchtigkeit

Nährstoffversorgung

Eine ausreichende und ausgewogene Nährstoffversorgung ist entscheidend für die Widerstandskraft deiner Pflanzen. Gut versorgte Pflanzen haben eine stabilere Zellstruktur und können Pilzbefall besser abwehren als unterversorgte Exemplare.

  • Regelmäßige Düngung mit hochwertigem, organischem Dünger

  • Ausreichend Kalium fördert die Zellstabilität und Widerstandskraft

  • Ausreichend Magnesium unterstützt die Bildung von Chlorophyll und Abwehrstoffen

Versorge deine Pflanzen mit Nährstoffen

Starke Wurzeln, bessere Wasserversorgung, üppiges Grün: Mit Mykorrhiza und gezielten Nährstoffen zur Unterstützung deiner Pflanzen.

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Pilzkrankheiten behandeln

Wenn der Befall bereits sichtbar ist, zählt schnelles Handeln. Je früher du eingreifst, desto besser, denn ein leichter Befall lässt sich deutlich einfacher in den Griff bekommen als eine fortgeschrittene Infektion.

Grundregel: Befallene Pflanzenteile zunächst entfernen, dann behandeln.

Pilzkrankheiten an Zierpflanzen und Rosen bekämpfen

Fungisan Rosen- und Buxus-Pilzfrei bekämpft Rostpilze an Rosen, Malven und Stockrosen sowie Buchsbaumsterben, Blattfleckenkrankheiten an Buchsbaum, Rhododendron und Kirschlorbeer sowie Trieb- und Zweigsterben an Zypressen, Lebensbaum und Wacholder.

Fungisan Rosen- und Gemüse-Pilzfrei (Konzentrat) Wirkt gegen Rostpilze, Echten und Falschen Mehltau, Sternrußtau an Rosen sowie Kraut- und Braunfäule, Mehltau und Blattfleckenkrankheiten an Gemüse und Zierpflanzen.

Zugelassene Anwendungsgebiete (Auswahl):

  • Tomaten/Gurken/Zucchini: Kraut-/Braunfäule, Echter und Falscher Mehltau

  • Kartoffeln: Kraut- und Braunfäule

  • Salat: Falscher Mehltau

Pilzkrankheiten im Gemüsebeet bekämpfen

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Das Mittel ist anwendungsfertig und wirksam gegen Kraut- und Braunfäule an Tomaten, Echten und Falschen Mehltau an Gurken sowie Falschen Mehltau an Salat.

Zugelassene Anwendungsgebiete:

  • Tomate (Gewächshaus): Kraut- und Braunfäule, Echter Mehltau

  • Gurke (Freiland & Gewächshaus): Echter und Falscher Mehltau

  • Zucchini (Freiland): Echter Mehltau

  • Salat (Freiland): Falscher Mehltau

  • Wartezeiten: Gurken, Tomaten, Zucchini: 3 Tage. Salat: 14 Tage

  • Max. 2 Anwendungen im Abstand von 8–12 Tagen

Fazit

Die meisten Pilzkrankheiten im Garten, von Rostpilzen über Sternrußtau bis Grauschimmel und Kraut- und Braunfäule, entwickeln sich besonders zuverlässig, wenn milde Temperaturen auf anhaltend feuchte Luft oder Blattnässe treffen. Eine wichtige Ausnahme bildet der Echte Mehltau, der gerade von einem Wechsel zwischen feuchten Nächten und trockenen Tagen profitiert und damit ein gegensätzliches Muster zeigt.

Die wichtigste Waffe bleibt in jedem Fall frühzeitiges Handeln: vorbeugend mit guter Gartenhygiene, ausreichend Belüftung und, wenn nötig, mit zugelassenen Pflanzenschutzmitteln. Zeigt sich ein erster Befall, sollte schnell mit einem geeigneten, zugelassenen Mittel reagiert werden, immer entsprechend der Zulassung für die jeweilige Kultur und Pilzkrankheit.

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