Garten-Lexikon

Bacillus thuringiensis

Zahlreiche Bakterienarten treten natürlicherweise als Krankheitserreger bei Insekten auf. Zu den bekanntesten und bei uns am häufigsten vorkommenden gehört Bacillus thuringiensis (→Pflanzenschutzmittel). Dieses Bakterium wird als hochwirksames und dabei selektiv wirkendes Insektizid eingesetzt. Es schont Nützlinge, andere Tiere und auch den Menschen. Das Bakterium vermehrt sich in den von ihm infizierten Insekten und bildet Dauersporen. Dabei entstehen Eiweißkristalle, die die Darmwand-Zellen der Schädlinge zerstören. So können Bakterienzellen in die Körperhöhle eindringen und das Insekt abtöten.

Bacillus thuringiensis-Sporen wirken nur, wenn die Schädlingen die fressen. Es kommt zur Lähmung der Muskeln, und nach wenigen Stunden hört der Fraß auf. Eine Übertragung der Bakterien von befallenen auf gesunde Wirtstiere findet nicht statt.

Bacillus thuringiensis mit der Unterart „aizawai“ wirkt in Xentari RaupenFrei#,ρ (→Pflanzenschutzmittel) gegen →Raupen, Bacillus thuringiensis der Unterart „israelensis“ wirkt in Neudomück Stechmücken-Frei*  gegen Mücken.

Baumscheibe

Abgegrenzte, meist nicht bewachsene Bodenfläche um den Stamm von Obst- und Ziergehölzen. Dient der besseren Wasser- und Nährstoffaufnahme. Kann abgedeckt werden mit →Mulchkompost oder Rindenmulch.

Bewässerung

Bewässerung

Versorgung der Pflanzen mit Wasser. Optimal geeignet ist Regenwasser, da es wenig →Kalk enthält. Die Bewässerung sollte morgens erfolgen damit das Laub der Pflanzen abtrocknen kann. Bei der Bewässerung am Abend bleibt das Laub länger feucht, so dass sich →Pilzkrankheiten und →Bakterienkrankheiten gut ausbreiten können. Außerdem fördert die abendliche Bewässerung den Schneckenbefall, da sich →Schnecken bei Feuchtigkeit besser entwickeln.

Biotechnischer Pflanzenschutz

Biotechnischer Pflanzenschutz

Nutzt die natürlichen Reaktionen von Schädlingen auf physikalische oder chemische Reize. Meist bewirken diese Verfahren eine Störung des Schaderregerverhaltens, oder dienen dem gezielten Abfangen bestimmter Schädlinge und Schädlingsstadien.

Dabei werden sowohl chemische Signale und Wirkstoffe (z. B.→Pheromone, Neudomon ApfelmadenFalle, Neudomon PflaumenmadenFalle, WildStopp#), physikalische Einflüsse wie optische Reize (z. B. Gelbtafeln, Gelb-Sticker, KirschmadenFallen) und auch mechanische Barrieren (z. B. Raupen- und AmeisenLeimring, SchädlingsschutzNetz, ObstmadenFanggürtel) genutzt. Biotechnischer Pflanzenschutz kann den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln überflüssig machen.

Blattdüngung

Nährstoffgabe in flüssiger Form über das Laub. Die Pflanze nimmt die →Nährstoffe mit den Blättern auf. Dadurch wird ein schneller Effekt erzielt, denn die Nährstoffe können sehr schnell wirken. Wird vor allem für die Versorgung mit →Stickstoff (Balsamol Blattdünger) und →Eisen (Ferramin Eisendünger) verwendet.

Bodengare

Gesamtheit aller positiven Bodeneigenschaften hinsichtlich Struktur, Luft- und Wasserhaushalt. Wird beeinflusst durch die Aktivität des →Bodenlebens, →Bodenbearbeitung, →Bewässerung und →Düngung. Eine gute Bodengare ist erkennbar am lockeren, krümeligen Boden. An der Krümelbildung sind vor allem →Bodenorganismen beteiligt. Einige Arten binden Stickstoff direkt aus der Luft und stellen ihn den Pflanzen als Nahrung zur Verfügung. Außerdem geben sie Wuchsstoffe ab, die das Jungpflanzenwachstum und die Wurzelbildung fördern.

Die dauerhafte Bodenfruchtbarkeit wird unterstützt durch die regelmäßige Ausbringung von Kompost oder eines Dauerhumus-Konzentrates aus organischen Material (Neudorff Terra Preta BodenVerbesserer, →Bodenhilfsstoffe). Doch auch die bedarfsgerechte organische →Düngung, die notwendige Versorgung des Bodens mit →Kalk, die richtige →Bodenbearbeitung sowie andere Maßnahmen der →Bodenverbesserung tragen dazu bei, den Boden fruchtbar zu machen.

Bodenhilfsstoffe

Bodenhilfsstoffe

Stoffe ohne wesentlichen Nährstoffgehalt, die der gezielten →Bodenverbesserung dienen. Verbessern den Boden in seinen physikalischen, biotischen oder chemischen Eigenschaften und können die Wirksamkeit von →Düngern steigern.

Wichtige Bodenhilfsstoffe sind Neudorff Terra Preta BodenVerbesserer, Azet RasenKalk, Bentonit SandbodenVerbesserer, Neudorffs UrgesteinsMehl.

Bodenmüdigkeit

Bewirkt sinkende Erträge und nachlassende Blühfreudigkeit. Beruht auf einseitigem Nährstoffentzug, übermäßiger Vermehrung von Schädlingen und Krankheiten der entsprechenden Kultur, wachstumshemmenden Wurzelausscheidungen der Kulturpflanzen, einseitiger →Fruchtfolge sowie Artenrückgang bei den →Bodenorganismen.

Vorbeugung

Regelmäßige →Fruchtfolge, Umpflanzen an anderen Standort. Durch Anwendung der organischen →Spezialdünger von Neudorff lassen sich die Auswirkungen der Bodenmüdigkeit mindern. Vorher den →pH-Wert des Bodens mit einem →Bodentest prüfen und dann nach Anleitung die benötigte Menge Azet RasenKalk (→Bodenhilfsstoffe) ausbringen.

Bodenorganismen

Bodenorganismen

Das Bodenleben setzt sich zusammen aus einer Vielzahl von Organismen, die bestimmte Funktionen übernehmen. Der größte Anteil der Bodenorganismen ist in den obersten 3 - 10 cm Tiefe zu finden. Unter 25 cm nimmt ihre Zahl stark ab. Durch organische Dünger werden Bodenorganismen gefördert. Es gibt viele unterschiedliche Arten von Bodenorganismen:

- Bakterien sind beteiligt an der Zersetzung von organischen Substanzen, binden zum Teil Luftstickstoff (→Knöllchenbakterien), bauen Schadstoffe ab, unterdrücken Schaderreger und sind sehr wichtig für Humusbildung und -abbau (→Humus). In einem Quadratmeter Boden finden sich bis 15 cm Tiefe 1 kg Bakterien.

- Pilze zersetzen Zellulose und Lignin und sind wichtig für die Lebendverbauung des Bodens (Erosionsschutz), binden ebenfalls organische Substanz und wirken Schaderregern entgegen. Ihr Gewicht pro qm Boden beträgt gleichfalls etwa 1 kg.

- Algen sind Primärproduzenten organischer Masse und können wachstumsstimulierende Substanzen ausscheiden. Sie können mit Pilzen eine Lebensgemeinschaft (Symbiose) eingehen und dadurch →Flechten bilden.

- Kleintiere (Spinnentiere, Tausendfüßer, Insekten, Würmer u. a.) zerkleinern, durchmischen oder verdauen organische Substanz, durchlüften den Boden durch ihre Gänge oder leben als Räuber und durchwühlen dabei den Boden. Sie sind wichtig für den Nährstoffaufschluss, die Dränierung des Bodens und die Verteilung des →Humus.

In einem Gramm Boden können 1,5 Milliarden Geißeltierchen leben sowie 50000 Nematoden, 200 Springschwänze, 150 Milben u.v.a. Organismen. Die meisten B. brauchen einen gut durchlüfteten Boden der genügend Feuchtigkeit besitzt und einen neutralen oder schwach sauren →pH-Wert aufweist.

Bodenverbesserung

Bodenverbesserung

Gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenstruktur, um langfristig das Pflanzenwachstum zu verbessern. Dazu zählen

- Auflockern des Bodens durch Bearbeitung mit Sauzahn oder Grabegabel,

- Anbau von →Gründüngung,

- Ausbringung von →Kompost, am besten im Frühjahr, oder Neudorff Terra Preta BodenVerbesserer,

- Ausbringung von geeigneten Bodenhilfsstoffen je nach Bodenbeschaffenheit (→pH-Wert), wie Bentonit SandbodenVerbesserer und Neudorffs UrgesteinsMehl,

- Verwendung von Spezialerden wie NeudoHum Rhododendron- und HortensienErde und NeudoHum RosenErde (→Erden).