
Unkraut als Stärkungsmittel für Pflanzen?
Im Video zeigen wir dir, wie du aus Ackerschachtelhalm oder Brennnessel Stärkungsmittel herstellst!

Unkraut, Grünbelag & Co.
5 Min. Lesezeit
von Neudorff
Du fragst dich, was Unkraut ist? Hier gehen wir der Sache auf den Grund. Erfahre, was Wurzelunkraut so hartnäckig macht, wie Samenunkraut zur Plage wird und was dir Unkraut über deinen Garten verrät.


)


Grundsätzlich sind Unkräuter Pflanzen, die dort wachsen, wo sie nicht wachsen sollen. Unkräuter sind meist durchsetzungsfähige Wildpflanzen mit speziellen Überlebensstrategien. Viele Unkräuter vermehren sich unterirdisch über die Wurzeln, sodass du es gar nicht richtig mitbekommst. Wieder andere vermehren sich durch Samen, die sich ebenfalls unbemerkt im Garten ausbreiten können.
Doch Unkraut hat auch gute Seiten: Einige Unkräuter sind essbar, gelten sogar als Heilpflanzen. Eine Recherche lohnt sich hier auf jeden Fall!

Je nachdem, welche Unkrautart bei dir wächst, gibt sie Aufschluss über den Zustand deines Bodens:
Ackerschachtelhalm zeigt stickstoffarme und verdichtete Böden an. Wenn du deinen Boden verbesserst, beispielsweise mithilfe des Terra Preta BodenVerbesserers, kannst du es dem Ackerschachtelhalm so unbequem wie möglich machen.
Ein gut durchlüfteter und humusreicher Boden ist optimal für Löwenzahn.
Hast du viel Klee im Garten, kann das auf einen Mangel an Stickstoff hindeuten - hier kann eine organische Düngung Abhilfe schaffen.
Unkräuter wachsen oft auf kargen oder nährstoffarmen Böden. Für die Bekämpfung ist dabei eine Verbesserung des Bodenproblems ein erster Schritt.
)


Eine generelle Definition für Unkraut gibt es nicht, was die einen für Unkräuter halten, sind für den anderen normale Pflanzenarten. Kartoffeln, die mitten im Rasen sprießen, haben dort genauso wenig zu suchen wie Ringelblumen auf dem Weg oder Brombeer-Ranken in der Hecke. Brennnessel stören am Waldrand nicht, im Gemüsebeet sehr wohl. Wo Giersch wuchert, wächst bald nichts anderes mehr: Unkraut ist immer dort, wo wir es nicht haben wollen.
Pflanzen, die zur falschen Zeit am falschen Ort wachsen, nennt man Unkraut. Ob diese Pflanzen im Prinzip nützlich oder schön sind, damit hat das nichts zu tun. Unkraut stört den Schönheitssinn derer, die es für Unkraut halten. Und Unkraut verringert den Ertrag auf Anbauflächen.
Weil das, was für den Gärtner zur falschen Zeit am falschen Ort wächst, für das Ökosystem Sinn ergibt, sagt man zu Unkraut heute lieber Wildkraut oder Beikraut. Hört sich weniger grimmig an als das Wort mit der negativen Vorsilbe „un“, meint aber das Gleiche – mit einem eher feinfühligen Blick auf das große Ganze. Ganz nach dem Motto „leben und leben lassen“.
Am neutralsten spricht man von Unkraut als Begleitvegetation. Das löst gleich noch eine weitere botanische Unsauberkeit. Schließlich fallen nicht allein krautige Pflanzen in die Kategorie „Unkraut“. Auch Farne sprießen aus Trockenmauern, Moose belagern Topfpflanzen und Gehölze wie Ahorn oder Birken keimen in Terrassenfugen. Die zehn häufigsten Unkräuter im Garten haben wir hier zusammengefasst.
)



Im Video zeigen wir dir, wie du aus Ackerschachtelhalm oder Brennnessel Stärkungsmittel herstellst!


Du findest eine Pflanze an dem Platz, an dem sie wächst, unpassend oder nicht schön.
Diese Pflanze konkurriert mit dem, was du eigentlich anbauen möchtest, um Nährstoffe, Licht und Wasser.
Sie hat die Tendenz, ganze Flächen ungewollt zu überwuchern.
Mit ihr fällt die Gartenarbeit schwerer als ohne sie.
Du wirst die Pflanze nicht los, sie kommt immer wieder.
)


Hast du Quecke, Ackerwinde, kriechenden Hahnenfuß, Brennnessel, Ackerschachtelhalm oder Löwenzahn im Garten entdeckt? Dabei handelt es sich um sogenanntes Wurzelunkraut . Das Problem machen meistens noch nicht einmal die Wurzeln. Wurzelunkraut nervt, weil es aus den kleinsten Pflanzenteilen wieder austreibt.
In Form von Rhizomen verlagern sich bei den meisten Wurzelunkräutern Sprossachsen in den Boden. Dort wachsen sie unsichtbar und geschützt vor oberirdischen Einflüssen waagrecht vor sich hin.
Giersch, Quecke und Brennnessel sind typische Wurzelunkräuter. Sie breiten sich über ihre Rhizome rasend schnell aus, weil sie unterirdisch jede Menge Blattknoten bilden. Im Abstand von nicht mal Zentimetern. An diesen Blattknoten entstehen echte Wurzeln, mit denen die Pflanze Nährstoffe aufnimmt und sich im Boden verankert. Neue Triebe, die dem Tageslicht entgegenstreben, wachsen ebenfalls aus diesen Stellen.
Weniger verdeckt operiert Wurzelunkraut, das sich mittels Ausläufern den Garten Untertan macht. Kriechender Hahnenfuß und Günsel bilden solche Stolonen offen über der Erde.
Trennt man ein Rhizom oder einen Ausläufer von der Ausgangspflanze, wächst jedes Stück für sich weiter und treibt neue Ausläufer.
Und dann gibt es noch die, die ihre Wurzeln unendlich tief in die Erde treiben. Löwenzahn, Spitzwegerich und Ampfer breiten sich zwar nicht über unterirdische Triebe aus, doch sie lassen sich auch nicht einfach aus dem Boden ziehen. Ihr Nerv-Faktor ist hoch, weil sie aus Resten der langen Pfahlwurzel immer und immer wieder nachwachsen, dann Blüten bilden und ihre Samen in die Welt verstreuen.
)


Jeder definiert Unkraut anders:
Unkraut bedeutet nicht gleich das Gegenteil eines gepflegten Garten. Zur Unkrautbekämpfung der gängigen Unkräuter wie Schachtelhalm, Brennnessel oder Giersch ist eine Verbesserung des Bodens eine sinnvolle Maßnahme.
Einige Unkräuter blühen und tragen zur Artenvielfalt bei, indem sie Insekten im Garten Nahrung bieten. Essbare Unkräuter bieten Nektar und Pollen für Bestäuber. Andere Unkräuter enthalten Nährstoffe und eignen sich als Heilpflanzen oder im Salat. Wenn du die Bedeutung der Unkräuter kennst, empfindest du sie vielleicht als weniger störend.


15 von 15 angezeigt