Cucumis sativus

Gurken Pflanzen: so gelingt der Anbau

Gemüse, Obst & Co.

  • 5 Min. Lesezeit

Gurken (Cucumis sativus) lassen sich mit den richtigen Tipps einfach selbst im Garten anbauen. Im Hochbeet, im Gemüsebeet oder sogar im Topf. Erfahre alles über den Anbau vom Gurken: Standort, Pflege und Tipps für reiche Ernte!

Geerntete Gurken in einem Korb, der in einem Hochbeet steht
Gurken pflanzen

Das wichtigste in Kürze

  • Gurken möchten sonnig und vor Regen geschützt stehen.

  • Salatgurken oder Einlegegurken fühlen sich im Hochbeet besonders wohl.

  • Gurken sind Starkzehrer und benötigen regelmäßig Dünger.

  • Beim Anbau sollte auf den richtigen Standort und Mischkultur Wert gelegt werden.

Sortenwahl: Salatgurken, Freiland- und Gewächshaussorte

Der Anbau beginnt mit der richtigen Sortenauswahl. Nicht jede Sorte eignet sich für jeden Anbau. Landwirtschaftskammern weisen ausdrücklich darauf hin, dass viele Probleme im Hobbygarten nicht durch Pflegefehler, sondern vor allem durch ungeeignete Sortenwahl entstehen.

Gurken (Cucumis sativus) werden in zwei Hauptsorten unterteilt: Salatgurken (Schlangengurken) und Einlegegurken (Gewürzgurken).

Welche Sorte Gurke sollte ich im Garten anbauen?

Für die eigene Ernte empfehlen wir dir, Salatgurken anzubauen:

  • Salatgurken zeichnen sich durch längere Früchte mit dünner, glatter Schale aus.

  • Sie haben ein mildes Aroma und tendieren weniger dazu, bitter zu schmecken.

Dabei entscheiden sich Sorten für den Freilandanbau und Sorten für den Anbau im Gewächshaus. Achte unbedingt, auf die passende Sorte für dein Vorhaben. Das erkennst du auf dem Pflanzschild. Freilandgurken müssen zum Beispiel mit Temperaturschwankungen zurechtkommen oder Wind und Regen tolerieren können.

Schlangengurken sind übrigens keine eigene Gurkenart sondern eine Zuchtform der Salatgurke und Standard für den Anbau im Gewächshaus. Die sind für das Freiland ungeeignet.

Befruchtete vs. nicht befruchtete Sorten

Für den Anbau von Gurken im Garten (Freiland) empfehlen landwirtschaftliche Fachstellen befruchtungsabhängige Sorten. Diese bilden männliche und weibliche Blüten und werden zuverlässig durch Insekten bestäubt, was unter natürlichen Freilandbedingungen zu einem stabilen Fruchtansatz führt.

Nicht befruchtete (parthenokarpe) Sorten sind hingegen gezielt für den geschützten Anbau gezüchtet, denn im Garten kann es durch Fremdbestäubung zu verformten Früchten und Ertragseinbußen kommen.

Wer Gurken im Beet anbauen möchte, fährt daher mit befruchteten Freilandsorten fachlich eindeutig sicherer.

Gemüse im Topf und Kasten Tomate, Gurke und Kohl

Standort und Boden Für Gurkenpflanzen

Wenn du Gurken aus Samen ziehen möchtest, solltest du ab März an einem hellen Fenster bei 18 bis 20 Grad mit der Aussaat beginnen. Ab April haben sich dann Jungpflanzen gebildet, die umgetopft werden dürfen. Jungpflanzen aus dem Fachhandel und selbst gezogene Jungpflanzen können ab Mitte Mai,, nach den Eisheiligen, rausgestellt oder ausgepflanzt werden. Gurken stammen aus Indien und sind wärmeliebende und frostempfindliche Pflanzen. Zur Blüte benötigen sie Temperaturen von mindestens 15 Grad.

Welchen pH-Wert brauchen Gurken?

Der richtige Boden pH-Wert ist essenziell für eine erfolgreiche Gurken Ernte. Gurkenpflanzen benötigen einen schwach sauren bis neutralen Boden, ideal ist ein pH-Wert von 6,5 bis 6,8 für eine gesunde Entwicklung. Den pH-Wert deines Bodens kannst du ganz einfach und zuverlässig mit unserem pH-Bodentest herausfinden.

Der finale Standort für deine Gurkenpflanzen sollte in der Sonne sein, mit durchlässiger Erde und genügend Platz um in die Höhe oder zur Seite zu wachsen. Egal ob im Beet oder im Topf.

Welche Erde für Gurkenpflanzen?

Da Gurken Starkzehrer sind, gibt ihnen vorgedüngte Erde bereits eine gute Starthilfe. Wir empfehlen unsere torffreie Spezialerde NeudoHum Tomaten- & GemüseErde. Erfolgreicher Gurkenanbau gelingt an einem vollsonnigen, windgeschützten Standort in lockerem, nährstoffreichem Boden.

Bodenvorbereitung vor dem Pflanzen

Wenn deine Jungpflanzen nach den Eisheiligen bereit für das Freiland sind und der passende Standort gewählt ist, kannst du mit dem Einpflanzen starten:

  1. Lockere den Boden auf.

  2. Arbeite organischen Kompost oder torffreie Erde, wie unsere NeudoHum Tomaten- & GemüseErde ein.

  3. Gurkenpflanzen sollten beim Auspflanzen einen Abstand von 40–60 cm haben. Setze am besten direkt eine Rankhilfe oder eine Schnur zum klettern mit ein.

  4. Bereits bei der Pflanzung kannst du etwas von unserem Azet Veggie Dünger mit in das Pflanzloch geben.

Muss ich Gurken anhäufeln?

Bei Gurkenpflanzen sollte auf das Anhäufeln verzichtet werden. Gurken besitzen ein sehr flaches, empfindliches Wurzelsystem, das keine Staunässe toleriert. Diese kann jedoch durch das Anhäufeln entstehen, wenn die Erde sich verdichtet und Wasser sich sammelt. Stattdessen kannst du deinen Pflanzen durch Mulchen etwas gutes tun.

Nahaufnahme einer wachsenden Gurke
Unser Erdvolumen Rechner

Wie viel Erde brauche ich?

Frau verwendet Neudohum Tomaten- und Gemueseerde in ihrem Garten

Wie gross ist dein Hochbeet?

Pflege: Gießen, Düngen, ausgeizen

Gurken gießen: gleichmäßig und bodennah

Der Boden für Gurken sollte immer leicht feucht gehalten werden, aber keine Staunässe haben. Gurken reagieren sensibel auf Trockenstress und eine gleichmäßige Versorgung mit Wasser sollte gewährleistet sein:

  • Am besten morgens oder abends gießen.

  • Gieße direkt am Wurzelbereich. Wenn die Blätter nass werden, kann dies Pilzkrankheiten wie Mehltau begünstigen.

  • Wasser in Zimmertemperatur ist optimal für das Gemüse.

  • Eine Mulchschicht hilft, die Bodenfeuchte stabil zu halten.

Gurken düngen: regelmäßig und maßvoll

Gurken gehören zu den Starkzehrern, benötigen ihre Nährstoffe jedoch nicht auf einmal, sondern kontinuierlich über die Saison. Besonders wichtig sind:

  • Stickstoff für Blatt- und Triebwachstum,

  • Kalium für Fruchtbildung und Zellstabilität.

Gurken benötigen während der Saison alle 7-10 Tage Düngergaben mit organischen Düngemitteln. Unser Neudorff Azet Tomaten- & Gemüsedünger unterstützt Gurkenpflanzen langfristig, ohne das Risiko von Überdüngung, ein klarer Vorteil im Freilandanbau.

Gurken ausgeizen: so geht's

Gurken werden im Gegensatz zu Tomaten nicht vollständig ausgegeizt, sondern nur in Bodennähe.

  1. Entferne zwischen den untersten 3-5 Blattachsen die entstehenden Seitentriebe und Blüten. Das sorgt für eine bessere Belüftung und reduziert das Risiko für Pilzkrankheiten.

  2. Ab 30-40cm Pflanzhöhe sollten die Seitentriebe stehen gelassen werden. Wächst du Pflanze stark, kannst du nach dem 2-3 Blatt etwas einkürzen. Die Gurke braucht genügend Blattmasse und eine gleichmäßige Fruchtverteilung für gesundes Wachstum.

Gurken werden nicht klassisch ausgegeizt, sondern gezielt von unten freigestellt.

Mann mit Kind am Hochbeet

Fruchtfolge Und Mischkultur

Die richtige Fruchtfolge

Gurken gehören zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) und sollten nicht mehrere Jahre hintereinander an einem Standort angebaut werden. Wir empfehlen eine Anbaupause von mindestens 3-4 Jahren, bevor wieder Gurken oder andere Kürbisgewächse wie Zucchini ins Beet kommen:

  • Gurken sind anfällig für bodenbürtige Pilzkrankheiten.

  • wiederholter Anbau fördert Bodenmüdigkeit.

  • Nährstoffungleichgewichte verstärken Stressreaktionen der Pflanzen.

Gute Vorkulturen für Gurken:

  • Erbsen, Bohnen

  • Salate

  • Zwiebeln

  • Beeren

Schlechte Vorkulturen für Gurken:

  • Gurken, Zucchini, Kürbis

  • Melonen

Mischkultur für Gurken

Gurken profitieren im Garten deutlich von der Nutzung einer durchdachten Mischkultur. Die Partner im Beet sollten flach wurzeln oder früh geerntet werden, damit der Gurke keine Kraft entzogen wird. Bedenke stets, dass Gurken ranken und genug Fläche brauchen.

Bewährte Mischkulturpartner:

  • Dill: wird häufig als förderlich für das Wachstum genannt

  • Salat: beschattet die Erde, ohne zu konkurrieren

  • Zwiebeln & Lauch: lockern das Wurzelsystem im Beet

Nicht empfohlen als Nachbarn:

  • Kartoffeln (hoher Krankheits- und Nährstoffkonkurrenzdruck)

  • Tomaten in enger Nachbarschaft (unterschiedlicher Bedarf an Wasser)

Tipp: Gurken solltest du regelmäßig Ernten, denn das regt die Pflanze zur Bildung neuer Blüten und Früchte an.

Hochbeet im Garten mit bunten Blumen und Gemüsepflanzen, umgeben von üppigem Grün.

Eine gute Nachbarschaft

Was sich verträgt und was eher nicht - findet die idealen Pflanzpartner für eine reiche und gesunde Ernte!

Schädlinge an Gurken

Zu den häufigsten Schädlingen, die Gurken im Garten befallen, gehören Spinnmilben, Läuse und Thripse. Daher sollten die Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge überprüft werden. Spruzit Schädlingsfrei hilft, befallene Pflanzen zu retten.

Falscher Mehltau ist eine häufige Pilzkrankheit, die Gurken befällt und sich durch gelbe Flecken auf den Blättern zeigt.

Regelmäßiges Gießen und eine gute Luftzirkulation sind wichtig, um Krankheiten vorzubeugen.

In unserem Beitrag Falscher Mehltau erfährst du alles über die Pilzkrankheit.

Deine Pflanze sieht krank aus? Unsere kostenfreie Neudorff App hilft dir bei der Diagnose und Bekämpfung von Krankheiten an Pflanzen.

Eine Hand hält einen Trieb einer mit Spinnmilben befallenen Gurkenpflanze.

Mit den richtigen Tipps zur erfolgreichen Ernte

Gurken bestehen zwar zu 95% aus Wasser, enthalten dennoch viele Vitamine, unter anderem Vitamin C und Vitamin K. Außerdem sind sie eine gute Quelle für Mineralien wie Magnesium. Die Schale von Gurken enthält die meisten Nährstoffe, daher die Empfehlung, Gurken mit Schale zu verzehren. Das alles sind gute Gründe für den Anbau von Gurken. Mit der richtigen Herangehensweise steht einer reichen Ernte leckerer Salatgurken aus dem eigenen Garten nichts mehr um Weg.

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