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Garten-Lexikon

Veredeln

Übertragen von Pflanzenteilen (sog. Edelreiser oder auch Knospen) edler Zuchtformen auf robuste →Unterlagen. Vor allem bei Obstgehölzen und Rosen, Ziersträuchern wie Flieder sowie bei Gurken und Tomaten. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt des V., der je nach gewählter Methode unterschiedlich sein kann, und das sorgfältige Verstreichen der Veredelungsstelle mit einem Wundverschluss-Präparat (Lauril Baumwachs).

Es gibt verschiedene Methoden:

Kopulieren: Unterlage und Edelreis sind gleich stark, werden mit den schrägen Schnittflächen aneinander gefügt.

Okulieren: Einsetzen einer Knospe in eine Unterlage durch Einschieben der Knospe in die aufgeschlitzte Rinde.

Propfen: Ein schwächeres Edelreis wird mit einer stärkeren Unterlage verbunden.

Vergilbung an Nadelgehölzen

Vergilbung an Nadelgehölzen

Gelb- bis Braunfärbung der Nadeln, ohne dass Schädlinge erkennbar sind. Oft verursacht durch Mangel an →Nährstoffen und/oder durch falschen →pH-Wert.

Vorbeugung

- pH-Wert mit pH-Bodentest überprüfen. Je nach Ergebnis pH-Wert durch Azet GartenKalk+ (→Bodenhilfsstoffe) anheben bzw. durch das Ausbringen von sauren Spezialerden absenken. - Düngung mit Azet KoniferenDünger und →Balsamol Blattdünger (→Dünger).

Vermehrung

Vermehrung

Vervielfältigung von Pflanzen mittels je nach Pflanzenart unterschiedlicher Methoden:

- →Aussaat, z.B. einjährige Sommerblumen, Gemüse.

- Blattstecklinge, z. B. Begonien, Usambaraveilchen: ein Blatt mit kurzem Stielende bis ca. 1/3 in NeudoHum Aussaat- und KräuterErde stecken oder flach auf die Erde legen. Nach der Wurzelbildung entsteht an der Stielbasis eine neue Pflanze.

- Sprossstecklinge, Kopfstecklinge, z.B. Geranien, Fuchsien: ein 5-8 cm langes Triebstück wird unterhalb eines Blattknotens abgeschnitten und in NeudoHum Aussaat- und KräuterErde gesteckt. Im Herbst können auch Stecklinge von Sträuchern wie Forsythie und Hartriegel geschnitten werden.

- Absenker, z.B. bei Haselnuss, Brombeere, Rhododendron, Thymian: bodennahe Triebe werden in den aufgelockerten Boden eingedrückt, z.B. mit einem Stein befestigt und etwas angehäufelt. Nach Wurzelbildung ist die Trennung von der Mutterpflanze möglich.

- Ausläufer abranken, z. B. bei Erdbeeren: aus dem Wurzelbereich hervorgehende Jungpflanzen (Wurzelausläufer) sind zunächst noch mit der Mutterpflanze verbunden. Nach der Wurzelbildung können sie von dieser getrennt werden.

- Teilen, z.B. bei Stauden: Pflanze aus der Erde heben, Wurzelballen teilen und

die Teilstücke wieder einpflanzen.

Vermehren – Stecklinge Schritt für Schritt - Schneiden Sie mit einem scharfen Messer einen noch weichen Trieb ab (sollte noch nicht verholzt sein). - Kürzen Sie die Triebe auf 2-3 Blattpaare und 8-10 cm Länge ein. Wichtig: Der Schnitt sollte kurz unterhalb eines Blattknotens erfolgen. Denn dort bilden sich am schnellsten neue Wurzeln. - Stecken Sie mehrere Stecklinge in einen Topf mit feuchter NeudoHum Aussaat- und KräuterErde, der torffreien Erde. Blätter sollten sich nicht berühren. - Stellen Sie den Topf an einen schattigen Ort bei Zimmertemperatur, gießen Sie ihn an und halten Sie die Erde feucht.

Vertikutieren

Rasen-Vertikutieren

Lange Zeit galt das Vertikutieren als fester Bestandteil der Rasenpflege im Frühjahr.

Doch beim Vertikutieren wird nicht nur Moos und Unkraut aus der Fläche herausgerissen. Auch Rasen und wertvolle Humusanteile werden entfernt.

Wann macht Vertikutieren wirklich Sinn?

Bei stark verfilzten, nicht gepflegten Rasenflächen ist das Vertikutieren sinnvoll. Durch den Rasenfilz wird der Eintrag von Nährstoffen durch eine Düngung erschwert. Auch Wasser beibt, besonders bei nur leichten Regen, an der Oberfläche und die Rasenwurzeln "verhungern und verdursten".

Zu welchem Zeitpunkt sollte vertikutiert werden?

Ist die Fläche verfilzt, so kann gleich im Frühjahr vertikutiert werden.

Sind nur Teilbereiche des Rasens von z.B. Moos betroffen, so sollte nur das →Moos bekämpft und entsprechende Folge-Maßnahmen wie Rasenreparatur getroffen werden.

Den Rasen im zeitigen Frühjahr düngen und erst im Mai, wenn der Rasen sich vom Winterstreß erholen konnte entscheiden, ob Vertikutieren notwendig ist.

Viruserkrankungen

Viruserkrankungen

Infektionskrankheiten, hervorgerufen durch nicht selbstständig lebensfähige Eiweiße (Proteine). Viren können nicht aus eigener Kraft in die Pflanze eindringen.

Saugende Pflanzenschädlinge wie →Blattläuse und →Thripse können Viren verbreiten, indem sie an infizierten Pflanzen saugen und danach gesunde Pflanzen befallen. Auch durch Schnittmaßnahmen oder andere Wunden können Viren in die Pflanzen eindringen.

Das Schadbild ist je nach Krankheit unterschiedlich. Oft kümmern die Pflanzen im Wuchs, wachsen verkrüppelt, haben mosaikartige Blattflecken. Da sich Viren in der lebenden Zelle einnisten und sich dort vermehren, ist eine Bekämpfung nicht möglich ohne die Zellen und damit die Pflanze abzutöten. Daher viruserkrankte Pflanzen sofort entfernen und vernichten.

Vorbeugender Pflanzenschutz

Vorbeugender Pflanzenschutz

Damit der Einsatz von →Pflanzenschutzmitteln nur selten notwendig wird kann vorgebeugt werden. Um die Widerstandskraft der Kulturpflanzen zu stärken oder die Wahrscheinlichkeit eines Befalls durch Schädlinge oder Pflanzenkrankheiten zu mindern, gibt es verschiedene Möglichkeiten:

- Förderung und Schonung von →Nützlingen,

- rechtzeitige Anwendung geeigneter →Pflanzenhilfsmittel und →Pflanzenstärkungsmittel zur Unterstützung der pflanzeneigenen Widerstandskräfte,

- Einsatz →biotechnischer Maßnahmen wie Raupen- und AmeisenLeimringe, Gelbtafeln u. a.,

- richtige Standortwahl,

- richtige Auswahl von Pflanzenarten und -sorten (→Resistenz),

- ausgewogene Versorgung der Pflanzen mit Wasser und →Nährstoffen,

- Fruchtfolge und Mischkultur beachten.