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Garten-Lexikon

Nährstoffe

Nährstoffe

Der Ernährung dienende Verbindungen, die überwiegend über die Wurzeln, aber auch von den Blättern aufgenommen werden. Bilden sich in der freien Natur bei der Zersetzung organischer Substanz. Kulturpflanzen sind auf zusätzliche Nährstoffgaben in Form von →Düngern angewiesen, da im Gartenboden nur in geringem Umfang Zersetzungsprozesse vor sich gehen. Die Kombination der notwendigen Nährstoffe sichert das gesunde Wachstum der Pflanzen.

Man unterscheidet →Hauptnährstoffe und →Spurenelemente entsprechend der Menge, die die Pflanze benötigt. Darüber hinaus nimmt die Pflanze noch Sauerstoff und Kohlendioxid aus der Luft auf. Die Nährstoffe haben in der Pflanze unterschiedliche Aufgaben. Entsprechend macht sich der Mangel eines bestimmten Nährstoffe in unterschiedlicher Weise bemerkbar.

Nährstoffverfügbarkeit

Trotz ausreichender Zufuhr von →Nährstoffen in Form von →Kompost oder →Dünger kann es vorkommen, dass Pflanzen Nährstoffmangelsymptome aufweisen. Ursache hierfür kann ein ungünstiger →pH-Wert sein.

Durch einen zu hohen oder zu niedrigen Wert können Nährstoffe im Boden so festgelegt werden, dass sie für die Pflanze nicht mehr verfügbar sind. Optimal für die N. ist ein pH-Wert zwischen 5,5 und 7,0. Daher sollte der Boden einmal jährlich mit dem →Bodentest geprüft werden. Bei Bedarf Azet VitalKalk+ (→Bodenhilfsstoffe) oder Azet GartenKalk+ ausbringen, um den Wert anzuheben. Oder Moorbeeterde wie die torffreie NeudoHum RhododendronErde, um ihn abzusenken.

 

pH-Wert-Tabelle

Narren-oder Taschenkrankheit

Narren-oder Taschenkrankheit

Befall an Pflaume. Besonders bei feuchter Witterung Infektion mit der Pilzkrankheit während der Blüte. Früchte deformiert und verhärtet. Fruchtfleisch schmeckt fade. Im Inneren entwickelt sich kein Stein. Früchte fallen vorzeitig ab. Überwinterung in →Fruchtmumien.

Vorbeugung

- Befallene Früchte frühzeitig abpflücken und vernichten. - Durch regelmäßigen Schnitt für schnelles Abtrocknen des Laubes sorgen. Schnittwunden sorgfältig mit Malusan Wundverschluss verstreichen. - Vor dem Austrieb und während der Blüte mehrmals mit Neudo-Vital Obst-Spritzmittel spritzen. Denn vitale Pflanzen sind weniger anfällig gegenüber Pilzkrankheiten.

Naturgemäßer Pflanzenschutz

Naturgemäßer Pflanzenschutz

Pflanzenschutzmaßnahmen mit Verfahren und Präparaten, die die Umwelt weitgehend schonen. Dazu zählen →biotechnische Verfahren, der Einsatz von →Nützlingen und →Pflanzenstärkungsmitteln und →Pflanzenhilfsmitteln ebenso wie von →Pflanzenschutzmitteln mit umweltschonenden Wirkstoffen.

Nematoden

Nematoden

Fadenwürmer (Älchen) von unter 1 mm bis über 1 cm Länge. Es gibt pflanzenschädigende Arten und solche, die Pflanzenschädlinge abtöten, also im Garten nützlich sind.

Nützliche Nematoden, die auch in Deutschland heimisch sind, können über Bestell-Sets im Gartenfachhandel bezogen werden (→Nützlinge).

Sie sind wirksam gegen Larven von →Dickmaulrüsslern, →Gartenlaubkäfern, →Wiesenschnaken, →Maulwurfsgrillen und →Trauermücken sowie eingeschränkt auch gegen →Erdraupen.

Die Nematoden sind eingebettet in ein feines Tonmehl, werden in Wasser eingerührt und auf dem befallenen Boden ausgegossen. Innerhalb weniger Tage dringen sie in die Schädlingslarven ein und töten sie ab. Solange Nahrung vorhanden ist, können sich die Nematoden weiter vermehren. Sind die Schädlinge abgetötet, verhungern auch die Nematoden. Wichtig ist, dass zum Zeitpunkt des Einsatzes Schädlingslarven im Boden vorhanden sind und die Bodentemperaturen tagsüber bei 12 °C oder darüber liegen. Bei niedrigeren Temperaturen gehen die N. in eine Kältestarre, werden aber wieder aktiv, sobald die Temperatur ansteigt. Die Behandlung muss im Folgejahr wiederholt werden.

Pflanzenschädigende Nematoden besaugen Pflanzenzellen in der Wurzel, im Blatt oder im Stängel. Häufiges Symptom von Nematodenbefall ist nesterweise auftretender Kümmerwuchs, aber auch knotige Verdickungen an der Wurzel sowie Missbildungen der Stängel.

Bei der Bekämpfung schädigender Nematoden ist eine weite →Fruchtfolge wichtig. Außerdem hat sich der Anbau von Tagetes-Arten bewährt.

Nützliche Nematoden – so wirken sie - Im Boden dringen die HM-Nematoden in die Larven ein. - Dort vermehren sie sich zu Tausenden und führen zum Absterben der Larven, wobei sich diese rotbraun verfärben. - Ist die Dickmaulrüssler-Larve verendet, suchen sich die Nematoden neue Wirte, und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Nützlinge

Nützlinge

Die meisten Pflanzenschädlinge haben natürliche Gegenspieler, die sie dezimieren. Da diese für den Menschen nützlich sind bezeichnet man sie als Nützlinge. Dazu zählen Marienkäfer, →Florfliegen, Spinnen, Milben und →Nematoden ebenso wie Vögel, Reptilien und Säugetiere. Gegen die wichtigsten Schädlinge an Pflanzen können Nützlinge im Fachhandel mittels Bestell-Sets gezielt erworben und freigelassen werden.

Voraussetzungen für den erfolgreichen Einsatz von Nützlingen:

- Nützlinge nur bei schwachem Anfangsbefall einsetzen. Ist der Befall zu stark, schaffen es die Nützlinge nicht mehr. Denn Schädlinge können sich meist schneller vermehren als Nützlinge Daher bei starkem Befall zunächst mit Neudorff-Präparaten behandeln.

- Außer →Nematoden und →Florfliegen sind alle Nützlinge nur für geschlossene Räume gedacht.

- Wurden zuvor systemische Pflanzenschutzmittel angewandt, also solche, die sich im Inneren der Pflanze ausbreiten, muss eine Wartezeit von mindestens 6 Wochen eingehalten werden, bis N. eingesetzt werden können. So lange dauert es bis die meisten Mittel wieder abgebaut sind (Ausnahme: Neudorff-Präparate).

- Für die meisten Nützlinge sollten tagsüber 18 °C und nachts mindestens 12 °C herrschen. Für →Nematoden ist eine Bodentemperatur von 12 °C optimal, bei niedrigeren Temperaturen gehen sie in eine Kältestarre. Für die genaue Bestimmung der Bodentemperatur gibt es spezielle Bodenthermometer.

- Nützlinge müssen sofort freigelassen werden. Eine Lagerung ist nicht möglich. Ausnahme: Nematoden können eine Woche im Kühlschrank lagern.

Die meisten Nützlinge sind so winzig, dass sie mit bloßem Auge nicht zu sehen sind. Da sie nur an Schädlingen interessiert sind, halten sie sich überwiegend an den Pflanzen auf. Eine Belästigung von Mensch, Haustier, Einrichtungsgegenständen oder den Pflanzen kann daher ausgeschlossen werden. Sind alle Schädlinge vertilgt, verhungern auch die Nützlinge, da sie nicht auf Ersatznahrung ausweichen können.

Auch mikroskopisch kleine Krankheitserreger von Schädlingen, Bakterien, Pilze und Viren gehören zu den Nützlingen (→Pflanzenschutz).

Im Garten kann man heimischen Nützlingen bei der Ansiedlung behilflich sein, indem man ein →Insektenhotel aufstellt. Hier siedeln sich Wildbienen, →Florfliegen, Marienkäfer und andere Nützlinge an.

Nützlinge - Helfer beim biologischen Pflanzenschutz
SchädlingeNützlinge und möglicher Einsatzort
BlattläuseCC-Florfliegen-Larven für Blumenfenster oder ab Mai im Freien
BlattläuseAA-Räuberische Gallmücken für Wintergarten oder Gewächshaus
→PP-SpinnmilbenRaubmilben für geschlossene Räume
Weiße FliegeEF-Schlupfwespen für geschlossene Räume
WollläuseCM-Australische Marienkäfer für geschlossene Räume
ThripseCC-Florfliegen-Larven für geschlossene Räume oder im Freien
TrauermückenSF-Nematoden für geschlossene Räume oder im Freien
DickmaulrüsslerHM-Nematoden für geschlossene Räume oder im Freien
Maulwurfsgrillen/WerrenSC-Nematoden im Freien
Wiesenschnaken/Tipula, ErdraupenSC-Nematoden im Freien
GartenlaubkäferHM-Nematoden im Freien

Nützlingsförderung

Nützlingsförderung

Um →Nützlinge im Garten zu fördern gibt es eine Reihe von Maßnahmen:

- Verwendung möglichst vieler heimischer Pflanzenarten.

- Aussaat spezieller Samen-Mischungen für Nützlinge, wie die WildgärtnerFreude Bienengarten.

- Vermeidung gefüllt blühender Pflanzen. Hier sind die Staubgefäße zu Blütenblättern umgewandelt. Daher tragen sie meist weder Pollen noch Nektar und sind für Blütenbesucher ungeeignet.

- Stauden erst im Frühjahr zurückschneiden. Hier überwintern viele →Nützlinge.

- Laub- und Reisighaufen als Überwinterungsversteck für Igel u. a. Nützlinge über den Winter liegen lassen.

- Anbringen von Nistkästen für Vögel und Insekten.

- Ein Steinhaufen in der Sonne bietet Eidechsen, Spitzmäusen und verschiedenen Käferarten Unterschlupfmöglichkeiten.

- Tolerieren eines geringen Schädlingsbefalls: wer einige Blattläuse am Leben lässt, sichert den Marienkäfern das Überleben.

- Verwendung nützlingsschonender →Pflanzenschutzmittel.

- Förderung der Ansiedlung natürlicher →Nützlinge durch Aufstellen vom →Insektenhotel.