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Eichenprozessionsspinner mit Schlupfwespen bekämpfen?

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Anzahl Nachrichten: 2
Seiten (1): [1]
Autor: Eps muss weg
Erstellt: 24.04.2020
Betreff: Eichenprozessionsspinner mit Schlupfwespen bekämpfen?
Ich habe rund um mein Grundstück viele hohe Eichen, die im vergangenen Jahr massiv vom Eps befallen waren.
Ist eine Bekämpfung mit Schlupfwespen sinnvoll? Wann sollte ich diese einsetzen?
Vielen Dank und viele Grüße!
Autor: Neudorff
Erstellt: 27.04.2020
Betreff: re: Eichenprozessionsspinner mit Schlupfwespen bekämpfen?
Hallo,

leider lässt sich dieser Schädling nicht mit Nützlingen bekämpfen.

Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein Schmetterling aus der Familie der Zahnspinner. Die Schmetterlinge sind hauptsächlich in Süddeutschland verbreitet, mittlerweile konnten sie sich auch nach Norden hin ausbreiten. Der Eichenprozessionsspinner kommt hauptsächlich an europäischen Eichenarten (Stiel- und Traubeneiche), sowie an der amerikanischen Roteiche vor. Er tritt in warm-trockenen Regionen auf und bevorzugt lichte Eichenwälder und Einzelbäume.

Die erwachsenen Falter sind braun-grau gefärbt und fliegen im Juli/August. Jedes Weibchen kann nach dem Hochzeitsflug bis zu 300 Eier ablegen. Die Eier sind weiß, etwa 1 mm groß und werden in Gruppen im oberen Teil der Eichenkronen an dünnen Zweigen abgelegt. Die Überwinterung erfolgt als Ei. Die behaarten Raupen schlüpfen im darauffolgenden Frühjahr Ende April/Anfang Mai, um an den frischen Eichenblättern zu fressen. Ende Mai wachsen den Raupen die Gifthaare. Dann gehen die Raupen in den typischen mehrreihigen Prozessionen auf Wanderschaft und legen ihre großen, gespinstartigen Nester an Stämmen und Ästen an. Anfang Juli erfolgt die Verpuppung in den Nestern und ab Ende Juli schlüpfen die neuen Schmetterlinge.

Der Schaden an den Bäumen, den die Eichenprozessionsspinner durch ihren Fraß anrichten, ist meist eher geringfügig. Allerdings kann wiederholter Kahlfrass (auch durch andere Schädlinge) zum Absterben der Eichen führen.

Weitaus problematischer ist die Wirkung der Gifthaare auf Mensch und Tier.
Die Gifthaare haben Widerhaken und enthalten das Nesselgift Thaumetoporin. Eine Berührung der Härchen verursacht eine allergische Reaktion, dies kann Hautausschläge, starken Juckreiz, Fieber und auch Atemwegsreizungen beinhalten. Die Gifthaare können durch Wind weitergetragen werden und auch die (verlassenen) Nester enthalten sehr viele Gifthaare, die noch bis zu einem Jahr giftig sind.

Befallene Flächen sollten weiträumig gemieden werden. Sofern eine Absperrung befallener Flächen nicht möglich ist, z.B. in öffentlichen Grünanlagen oder Privatgärten, können die Raupen bekämpft werden.

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist jedoch nur bis Mitte/Ende Mai möglich, solange die Gifthaare der Raupen noch nicht voll ausgebildet sind. Sobald die Verpuppung stattgefunden hat, sind Pflanzenschutzmittel nicht mehr wirksam. Zugelassene Pflanzenschutzmittel sind dem aktuellen Pflanzenschutzmittelverzeichnis des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zu entnehmen. Spritzmaßnahmen sollten nur von Fachleuten ausgeführt werden.

Die mechanische Entfernung der Nester mit speziellen Staubsaugern sollte ebenfalls nur durch Fachleute in Schutzanzügen geschehen. Auskünfte dazu erhalten Sie bei den Ordnungsämtern der jeweiligen Städte und Gemeinden.

Freundliche Grüße
W. Neudorff GmbH KG
i.A. Sabine Aulich
Anzahl Nachrichten: 2
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