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Ziemlich beste Freunde - Die Feuerwanze und die Linde

Wanzen gehören nicht unbedingt zu den Lieblingen unter den Insekten. Viele Arten, die zur Wanzen-Familie gehören, fressen an Pflanzenteilen. Darunter leidet manche unserer Gartenschönheiten. Die rot-schwarzen Feuerwanzen allerdings ernähren sich von herabgefallenen Pflanzensamen und toten Insekten. Sie lieben Linden und Malven! Deshalb findet man Feuerwanzen, die auch die Geselligkeit lieben, oft in großen Gruppen unter den Bäumen oder im Garten unter Malven. Feuerwanzen wirken durch ihr Aussehen und Massenansammlungen bedrohlich, sind sie aber nicht. Sie geben allerdings ein übel riechendes Sekret ab, wenn sie sich in Gefahr sehen. Also lieber in Ruhe lassen.

Warum Linden die Feuerwanze lieben:  Die Samen der Linden sind mit einem „Flugmechanismus“ ausgestattet, der ermöglicht, mit dem Wind an andere Stellen getragen zu werden und dort Wurzeln zu schlagen. Ein Teil der Samen bleibt aber auch unter dem Baum liegen. Die Wanzen fressen an den Samen und machen damit ein Keimen unmöglich.  So wird es für den „Mutterbaum“ durch den Nachwuchs (im wörtlichen Sinne) nicht zu eng.

Warum wir Linden lieben sollten: die Blüten der Winter- und Sommerlinden werden traditionell bei Erkältungskrankheiten und Fieber als Tee empfohlen. Lindenblütenhonig in Thymiantee, einer anderen starken Heilpflanze, ist eine natürliche Hilfe bei Husten.

Weitere Fakten über die Feuerwanze

Wissenschaftliche Bezeichnung: Pyrrhocoris apterus
Familie: Wanzen
Gattung: Gemeine Feuerwanze

Körperbau: Der Körper der Feuerwanzen ist abgeflacht und länglich oval. Die Insekten werden 9-13mm groß. Auffällig ist ihre schwarzrote Zeichnung, die Fraßfeinde abschrecken soll. Die Flügel sind meistens verkümmert, so das Feuerwanzen nicht fliegen können.

Vorkommen: Europa, Asien

Nahrung: Feuerwanzen ernähren sich von heruntergefallenen Samen, vorzugsweise Linden oder Malven. Tote, auf dem Boden liegende Insekten saugen die Wanzen ebenfalls an. Sie nutzen dazu ihren Stechrüssel, durch den sie Verdauungsflüssigkeit spritzen. Den Nahrungsbrei saugen sie anschließend ein. Der Rüssel wird außerhalb der Nahrungsaufnahme unter den Körper geklappt, so dass er von oben nicht sichtbar ist. 

Fortpflanzung: Die Paarung findet gewöhnlich im April und Mai statt. Die Wanzen verbinden sich zur Befruchtung mit ihren Hinterleibern. Die Weibchen paaren sich mit mehreren Männchen, wobei die einzelnen Kopulationen Stunden oder sogar Tage dauern können. Die Weibchen legen kurz nach der Paarung 50-100 Eier im trockenen Laub oder Steinen ab. Feuerwanzen zeugen eine Generation im Jahr. Dabei häuten sich die Larven mehrfach. Die frostverträglichen erwachsenen Tiere überwintern und tauchen an warmen Wintertagen zwischen Rindenspalten auf, wo sie sich sonnen.

Besonderheiten: Feuerwanzen geben sogenannte Aggregationspheromone ab, die sie in sehr großen Gruppen zusammenkommen lassen. Man findet sie daher oft gesellig, gerne unter alten Linden. Wenn sich die Tiere bedroht fühlen, sondern sie einen übelriechenden Duftstoff ab. Die Wanzen gelten nicht als Pflanzenschädlinge.

Neudorffs Extra-Tipp: Anders als ihre grünen Artgenossen fressen Feuerwanzen keine Pflanzen an. Sie können zwar nerven, wenn sie in großen Gruppen in Hausnähe auftreten, tun Ihnen aber nichts. Also einfach sitzen lassen!