Der Giersch muss gehen

Wer das Wurzelunkraut einmal im Garten hat, wird es nur schwer wieder los. Aber bloß nicht aufgeben: Es sind ein paar Strategien gegen den Giersch gewachsen, die ihn zumindest im Zaum halten!

Wer das Wurzelunkraut einmal im Garten hat, wird es nur schwer wieder los. Aber bloß nicht aufgeben: Es sind ein paar Strategien gegen den Giersch gewachsen, die ihn zumindest im Zaum halten!

Sein ausgedehntes Wurzelwerk macht Giersch zu einem Problemunkraut

Das Grauen hat einen Namen

Dass der Giersch, botanisch Aegopodium podagraria, ein nicht sehr willkommener Gartengast ist, liegt vor allem daran, dass er nach dem Motto lebt: Doppelt hält besser! Gemeint ist damit der ziemlich ausgeprägte Ausbreitungsdrang der krautigen, ausdauernden Pflanze. Denn die Nachkommen streut er nicht nur über die Samen in die Welt, sondern auch über das ausgeprägte Wurzelwerk. Und auch hier gibt sich der Giersch nicht einfach damit zufrieden, seine unterirdischen Fühler, sprich Ausläufer, auszustrecken, nein, er bildet zudem aus jedem noch so kleinen Wurzelteilchen eine neue Pflanze. Da die Wurzeln sehr leicht abbrechen, könnt ihr euch ungefähr vorstellen, wohin das führt: recht schnell zu einer geschlossenen Giersch-Decke!

Wo wächst der Giersch?

Das ist ein weiteres Problem: Giersch wächst quasi überall! Zwar sind ihm schattige Stellen, etwa unter Gehölzen, mit frischem, stickstoffreichem Boden am liebsten, aber das heißt nicht, dass er sich darauf beschränkt. Und so durchzieht er auch besonnte Plätze, ist unter Hecken zu finden und selbst in dicht bepflanzten Staudenrabatten und vor allem in den Staudenhorsten selbst. Nicht zu vergessen: Er schert sich dabei natürlich nicht um Gartengrenzen, und ein Zaun ist noch lange kein Hindernis!

Giersch erkennen, am besten frühzeitig

Schon früh im Jahr schlüpfen die ersten Blatttriebe aus dem Boden, gut zu erkennen an den dreiteiligen, anfangs noch glänzenden Blättern, die jeweils zu dritt an einem Stängel sitzen. Je nach Standort wird dieser Laubteppich zehn (an sonnigen Stellen) bis 40 Zentimeter und mehr (im Schatten) hoch. Etwa ab Mai oder Juni öffnen sich die weißen, doppelten Blütendolden an bis zu einem Meter langen Stängeln, ab August die Samen tragenden Früchte. Wer sich jetzt immer noch unsicher ist, sollte mal versuchen, eine Pflanze aus dem zuvor gelockerten Boden zu ziehen. Kommen dabei weitreichende Wurzelschnüre mit, ist der Fall sonnenklar! 

Warum muss der Giersch weg?

Wenn ihr jetzt denkt: „Hört sich doch nach einem super Bodendecker an“, dann habt ihr einerseits recht. In der Natur hat der Giersch unter anderem genau diese ökologische Aufgabe. Leider ist er jedoch so wuchskräftig, dass andere Pflanzen, etwa all die Beetstauden, die ihr extra gekauft und gepflanzt habt, auf Dauer keine Chance haben und kapitulieren. Denn wie alle Unkräuter im Garten nimmt ihnen der Gierschteppich an der Oberfläche Licht und Luft, im Untergrund Wurzelraum, Wasser und Nährstoffe.

Giersch hat auch gute Seiten

Abgesehen davon, dass er den Boden bedeckt und feucht hält, ist der Giersch eine Futterpflanze für die Raupen diverser Falter, darunter Flohkrauteule, Kleiner Eisvogel oder Dukatenfalter. Die erwachsenen Tiere laben sich, wie Bienen, gern am Nektar der Blüten. Auch für uns Menschen hat das sogenannte Unkraut einiges zu bieten: Die jungen Blätter im Frühjahr schmecken durchaus lecker als Salat oder wie Spinat zubereitet, und sie sind reich an Mineralstoffen – weshalb der Giersch auch als Heilpflanze, insbesondere gegen Gicht und andere Gelenkschmerzen, gilt.

Die beste Taktik: Giersch vorbeugen

Habt ihr tatsächlich keinen Giersch im Garten und wollt ihr, dass das so bleibt, solltet ihr auf diese beiden Dinge achten:

  • Untersucht alle Pflanzen, die neu bei euch einziehen sollen, vor dem Einsetzen ganz genau. Gefährlich sind vor allem Geschenke aus anderen Gärten.
  • Schaut mal über den Zaun oder die Hecke zum Nachbarn oder fragt nach: Hat sich das Wurzelunkraut dort bereits angesiedelt oder gar ausgebreitet, kann eine Wurzelsperre zu durchlässigen Grenzen hin sinnvoll sein. Sie muss aus undurchlässigem Material sein und etwa 80 Zentimeter tief senkrecht in den Boden eingegraben werden. Anfliegende Samen werden damit jedoch nicht aufgehalten, aber die Wurzeln könnt ihr damit stoppen. 

Giersch gefunden – und jetzt?

So hartnäckig sich die Pflanzen beim Ausbreiten zeigen, so viel Ausdauer braucht auch das Bekämpfen des Gierschs:

  • Es lohnt sich, schon im Februar/März mit dem Jäten zu beginnen. Dabei „bewaffnet“ ihr euch am besten mit Grabegabel und/oder Unkrautstecher. Mit Hacke oder Spaten würdet ihr die Wurzeln zerteilen und den Giersch auf diese Weise noch beim Ausbreiten unterstützen. Lockert zuerst den Boden, sodass sich die Wurzelgeflechte leicht und möglichst ohne abzubrechen herausziehen lassen. Dieses zeitige Eindämmen nimmt dem Wurzelunkraut seinen Wachstumsvorsprung und schlägt es im richtigen Moment zurück. Die gejäteten Pflanzenteile dann besser über die Biotonne entsorgen. Auf keinen Fall auf den Kompost geben.
  • Schneidet die Blüten ab, bevor sie Samen bilden. Wem das schwerfällt, der lässt den Bienen und anderen Insekten zumindest ein paar übrig. Aber: Die Samen des Gierschs sind ähnlich hartnäckig wie die Wurzeln und bleiben sehr lange keimfähig. 
  • Sind Stauden komplett mit dem Unkraut durchzogen, lässt es sich kaum vermeiden, die Horste aus dem Boden zu nehmen, zu teilen und vor dem Wiedereinpflanzen jedes Würzelchen herauszulesen. Seht es positiv: So könnt ihr das Jäten mit dem Teilen, also Vermehren, verbinden! 
  • Unbepflanzte Beete und Stellen könnt ihr mit schwarzer Folie abdecken. Für die angenehmere Optik könnt ihr noch Rindenmulch oder ähnliches darauf geben. Es dauert dann aber schon zwei Jahre, bis der Giersch darunter kapituliert – zumindest die Rhizome, die Samen können auch später noch aus ihrem Schlummer erwachsen und wieder aktiv werden.
  • Wenn ihr schon hacken wollt, dann nur an der Oberfläche und in regelmäßigen Abständen: Werden die Gierschblätter immer wieder abgetrennt, soll das die Pflanzen mit der Zeit schwächen und aufgeben lassen. Im Rasen verschwindet der Giersch durch das ständige Mähen bald von selbst.

Giersch wurzeltief bekämpfen

Mit Finalsan AF GierschFrei#,α,ρ steht euch ein glyphosatfreies, nicht bienengefährliches Unkrautbekämpfungsmittel zur Verfügung, mit dem ihr Wurzelunkräuter wie Giersch und Ackerschachtelhalm wurzeltief bekämpfen könnt. Das Präparat setzt dabei auf zwei Wirksysteme: Eine Fettsäure, sie so auch in der Natur vorkommt und oberirdisch ansetzt, und ein Wachstumsregulator, der in den Wurzeln wirkt, beseitigen die unerwünschten Pflanzen schnell und wochenlang. Auch bei kühlerem Wetter, genauer gesagt, ab 10 Grad Celsius, weshalb ihr es schon im Frühjahr und bis in den Spätherbst einsetzen könnt. So geht ihr dabei vor:

  • Wartet, bis der Gierschteppich etwa 10 Zentimeter hoch ist. Das ist wichtig, da die Pflanzen nur dann über die Blätter eine ausreichende Menge der Wirkstoffe aufnehmen können.
  • Besprüht alle Blätter und Triebe rundum und tropfnass mit dem Mittel. Wenn ihr die Behandlung wiederholt, sobald die Restpflanzen wieder zehn Zentimeter hoch sind, ist der Giersch in der Regel weitgehend verschwunden. Finalsan AF GierschFrei#,α,ρ könnt ihr direkt spritzen,  Finalsan#,α,ρ Gierschfrei verdünnt ihr in Wasser und bringt es mit einer Spritze aus. Schon nach wenigen Stunden trocknen die Blätter ein.
  • Gut zu wissen: Holzige Pflanzenteile nehmen die Wirkstoffe nicht auf, ihr könnt es also problemlos unter Obstbäumen oder Hecken anwenden. Sobald der Belag auf den Blättern angetrocknet ist, dürfen auch Haustiere die Fläche wieder betreten.
  • Auch gut zu wissen: die Finalsan#,α,ρ-Produkte wirken auf alle Pflanzen, sie unterscheiden nicht zwischen Stauden und Unkraut. Im Staudenbeet empfiehlt es sich daher, mit einem Spritzschirm zu arbeiten, um die Kulturpflanzen zu schützen. Habt ihr Unkraut im Rasen? Dann lest hier weiter.

Produkt-Tipps für euch

#) Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Ggf. Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung beachten.α) *nach OECD 301 Fρ) # NB 6641: Nicht bienengefährlich (B4)