Unkraut, Grünbelag & Co

Aus die Laus! Blattläuse erkennen, bekämpfen, vorbeugen

Hauptsache jung und saftig: Vor Blattläusen ist kaum eine Pflanze sicher. Wer die Schädlinge gleich zu Anfang konsequent bekämpft, vermeidet Massenvermehrung. Wir zeigen euch, worauf ihr achten solltet.

Hauptsache jung und saftig: Vor Blattläusen ist kaum eine Pflanze sicher. Wer die Schädlinge gleich zu Anfang konsequent bekämpft, vermeidet Massenvermehrung. Wir zeigen euch, worauf ihr achten solltet.
Blattläuse treten im Freien oft schon ab Mitte März in Erscheinung. In der Wohnung machen sie ganzjährig Ärger, auch an Kübelpflanzen im Winterquartier. Der Befall erfolgt oft quasi über Nacht: Gerade noch waren die Pflanzen wunderbar grün und voll im Saft. Und plötzlich sitzen kleine Insekten dicht an dicht, an den Blattunterseiten und an jungen Trieben und entziehen ihnen Pflanzensaft. 

Blattläuse sitzen an Trieben und Blattunterseiten

Checkliste: So machen sich Blattläuse bemerkbar

  • Die Blätter rollen sich zusammen oder sind gekräuselt. 
  • Auf der Blattoberseite finden sich kleine weiße Gebilde. Die leeren Hüllen bleiben zurück, wenn sich die Blattläuse – ähnlich wie Schlangen – häuten. Diese weißen Hüllen kann man leicht mit der Weißen Fliege verwechseln, also schaut bitte ganz genau hin!
  • Treten Verkrüppelungen auf, so sind sie oft durch Viruskrankheiten verursacht, die die Blattläuse auf die Pflanze übertragen. Sie geben beispielsweise Tabakmosaikviren an Tomaten, Gurken und Paprika und das Scharka-Virus an Steinobst weiter.
  • Oft bemerkt man einen klebrigen Belag auf den Blattoberseiten oder auf der Fensterbank. Dabei handelt es sich um eine von den Blattläusen ausgeschiedene stark zuckerhaltige Lösung. Denn da die Insekten vor allem am Eiweiß interessiert sind, der nur in geringen Mengen im Pflanzensaft enthalten ist, wird der überschüssige, stark zuckerhaltige „Honigtau“, wieder ausgeschieden.
  • Die Blattoberseite ist von einem rußartigen Belag überzogen. Dabei handelt es sich um einen Pilz, der sich von dem Honigtau der Blattläuse ernährt. Dieser sogenannte Rußtau schwächt die Pflanze, weil die Photosynthese nur noch eingeschränkt funktioniert. Die Pflanzen sehen dadurch sehr unappetitlich aus, teils sterben sie ab. 

Steckbrief Blattläuse

Adulte (Erwachsene) Blattlaus: Über 800 Blattlausarten gibt es allein in Mitteleuropa. Mal sind sie schwarz, mal braun, grün oder gelb gefärbt. Die Größe schwankt zwischen einem und sieben Millimetern, alle haben lange Fühler. Allen Blattläusen gemeinsam: Sie saugen süßen Saft aus den Pflanzen, dazu pieksen sie die Stellen mit ihren Stechborsten an. Einige Blattläuse haben sich auf eine bestimmte Pflanze spezialisiert, andere sind universell unterwegs und nehmen, was ihnen vor den Stechrüssel kommt. 

Vermehrung: Blattläuse schlüpfen im Frühjahr aus Eiern, die im Vorjahr meist an Gehölzen abgelegt wurden. Bei den schlüpfenden Tieren handelt es sich nur um Weibchen, die wiederum nach zehn Tagen – ohne Befruchtung – lebende Junge gebären. Erst im Herbst werden wieder – dieses mal von Männchen befruchtete – widerstandsfähige Eier gelegt, die Kälte bis zu -20 °C vertragen. Durch den Klimawandel kommt es immer häufiger vor, dass die Blattläuse nicht absterben. Dann gehen im Frühjahr auch gleich die erwachsenen Blattläuse des Vorjahres an den Start. 

Fortbewegung: Normalerweise bewegen sich Blattläuse krabbelnd weiter. Immer wieder werden aber – vor allem bei Nahrungsmangel – Tiere mit Flügeln geboren. Die können dann leicht auf neue Pflanzen und damit auf neue Nahrung gelangen.

Tipp: Um Blattläuse zweifelsfrei zu identifizieren, könnt ihr euch von unserer Pflanzendoktor-App helfen lassen. Die App könnt ihr euch im Store für Android oder iOS kostenlos herunterladen. 

Ameisen und Blattläuse – eine unheilige Gemeinschaft

Auf den süßen Honigtau, die Ausscheidung der Blattläuse, sind Ameisen ganz versessen. Sie nehmen ihn von den Blättern auf oder saugen ihn direkt aus deren Hinterteil – „Melken“ nennt man das. Um die Abgaben von Honigtau anzuregen, „betrillern“ dazu die Ameisen die Blattläuse mit ihren Antennen. Für die süße Nahrung revanchiert sich die Ameise, indem sie die Blattläuse vor ihren natürlichen Feinden wie dem Marienkäfer schützt. Vor allem bei Obstgehölzen kann es deshalb sinnvoll seine, einen Raupen- und AmeisenLeimring um den Stamm zu legen, der verhindert, dass die Ameisen zu den Blattläusen gelangen.

Der Sechs-Punkte-Plan, wie ihr Blattläuse wieder loswerdet

1. Keine Panik!
Das ist das oberste Gebot. Vor allem einzeln auftretende Blattläuse könnt ihr leicht mit den Fingern abstreifen, abwischen oder zerquetschen. Oder ihr brecht einfach befallene Triebe aus. Wer von Anfang an wachsam ist, kann so eine Massenvermehrung, die besonders bei trockenem und warmem Wetter droht, verhindern. 

2. Tierische „Feuerwehr“
Wahrscheinlich bekommt ihr bei Blattlausbefall im Freien bald Unterstützung von Nützlingen wie Marienkäfern, Schwebfliegen, Florfliegen, Raubkäfern, Raubwanzen und Vögeln. Entweder die erwachsenen Tiere oder aber ihre Larven haben Blattläuse nämlich zum Fressen gern. Die meisten nützlichen Helfer bekommt ihr, wenn euer Garten abwechslungsreich gestaltet ist und Verstecke und Nistmöglichkeiten vorhanden sind. In einem naturnahen Garten mit Pflanzen, die Pollen und Nektar spenden, finden sie außerdem reichlich Nahrung für sich und ihre Nachkommen. Solche Pflanzen finden sich beispielsweise in unseren Wildgärtner Freude-Mischungen.

3. Wie bestellt
CC-Florfliegen und AA-Gallmücken sind als Blattlausfresser besonders aktiv. Daher bieten wir sie über Bestell-Sets im Fachhandel an. Ihr könnt sie in der Wohnung, aber auch im Gewächshaus oder Wintergarten einsetzen. Im Sommer tun die CC-Florfliegen auch auf dem Balkon oder im Garten gute Dienste. Die gefräßigen Larven vertilgen die Blattläuse sofort nach dem Ausbringen. Keine Sorge, auch in Wohnräumen werdet ihr die fleißigen Helfer kaum bemerken, denn sie sind winzig. Finden sie keine Nahrung mehr, wandern sie einfach ins Freie.

4. Wasser marsch 
Treten die Blattläuse bereits in Kolonien auf, so kann man sie mit einem gezielten Wasserstrahl aus dem Gartenschlauch ganz einfach wegspritzen. Diese Form der „Behandlung“ bietet sich vor allem bei Rosen, Gehölzen und robusten Stauden an. Bitte steigert den Wasserdruck nach und nach! 

5. Wirkstoffe aus der Natur
Manchmal ist es wie verhext: Man wird die Blattläuse einfach nicht los. Jetzt sind nützlingsschonende Mittel auf der Basis von Neem, Natur-Pyrethrum oder Kaliseife angesagt.  Passt auf bei Hausmitteln! Nicht jedes Hausmittel ist sinnvoll und wirksam, teilweise kann es sogar kontraproduktiv sein, weil es den Pflanzen zusätzlich schadet. Einfacher, bequemer und unkomplizierter ist es, zu fertig gemischten Mitteln greifen, die Nützlinge möglichst wenig beeinträchtigen. 

Spruzit NEEM GemüseSchädlingsfrei#,ρ  mit dem natürlichen Wirkstoff Azadirachtin (Neem) macht mit Blattläusen kurzen Prozess.  Vor der Ernte muss man nur eine kurze Wartezeit einhalten. Eignet sich besonders gut für Gemüsekulturen.

Neudosan Neu Blattlausfrei#,ρ mit dem Wirkstoff Kaliseife eignet sich fürs Freiland und für Innenräume zur gezielten Bekämpfung von saugenden Insekten an Zier- und Zimmerpflanzen, aber auch für Obst und Gemüse. Ihr könnt unmittelbar nach dem Ausbringen ernten. 

Spruzit Schädlingsfrei#,ρ mit der Doppelwirkung von Natur-Pyrethrum und Rapsöl hilft bei starkem Befall durch Blattläuse und viele andere Schädlinge. Unter UV-Licht wird es sehr schnell abgebaut.

So verwendet ihr Blattlaus-Mittel!

Vor der Verwendung der Mittel zum Schutz der Pflanzen solltet ihr stets Etikett und Produktinformation lesen. Und achtet immer auf die vorgegebene Dosierung!

  • Behandelt die Pflanzen nur, wenn sie trocken sind und keine Niederschläge vorhergesagt sind, die das Mittel gleich wieder abwaschen.
  • Am besten bei Windstille sprühen, damit nichts verweht, und bei maximal 25 °C, um Pflanzenschäden zu vermeiden.
  • Sprüht die Pflanzen tropfnass ein, insbesondere die Blattunterseiten, wo die Schädlinge sitzen.
  • Nutzt für die Behandlung den Abend oder einen bedeckten Tag, weil die Tropfen wie kleine Brenngläser wirken und Sonnenbrand verursachen können.

Sechs Tipps zur Vermeidung: Wie ihr Blattläusen vorbeugt

Am besten gar nicht erst aufkommen lassen. Das gilt bei den Blattläusen wie bei vielen anderen Krankheitserregern. Folgende Punkte solltet ihr im Auge behalten:

1. Gut aufgestellt: Eine Pflanze, der es an ihrem Standort nicht zu warm und nicht zu kalt, nicht zu schattig und zu sonnig ist, wächst vital und stabil, sodass Blattläuse die Zellhaut nicht so leicht durchstechen können. 

2. Gut gerüstet: Eine artgerecht mit Nährstoffen und Wasser versorgte Pflanze ist widerstandsfähiger als eine Pflanze, die durch Mangelerscheinungen kränkelt. Bei der Düngung ist gutes Mittelmaß sinnvoll: Durch Überdüngung, vor allem mit Stickstoff, wird das Pflanzengewebe dünn und weich, die Blattläuse können leicht hineinstechen. Kalium kräftigt die Zellwände und bietet den Stechborsten der Blattläuse Widerstand. Mit unserem Azet GartenDünger und unseren anderen Spezialdüngern könnt ihr sicher sein, eure Pflanzen optimal zu ernähren. 

3 Gute Gene: Gerade bei Gemüsen und Salaten gibt es inzwischen weitgehend blattlausresistente Sorten – allerdings immer nur gegen eine bestimmte Laus! Diese Sorten solltet ihr bevorzugt verwenden, wenn im Vorjahr ein größerer Befall aufgetreten ist. Resistente Sorten gibt es auch bei Himbeeren.

4. Gute Gemeinschaft: Vor allem im Gemüsebeet könnt ihr auf Mischkultur setzen. Wenn ihr neben Bohnen gleich das Bohnenkraut pflanzt, hält das so manche Blattlaus ab. Neben Kohl könnt ihr Kerbel pflanzen, und die Kapuzinerkresse hilft unter Obstbäumen und –sträuchern. Auch den Duft von Minze und Zwiebeln mögen Blattläuse nicht.

5. Gut geschützt: Von Gemüsebeeten kann man Blattläuse auch durch engmaschige Netze fernhalten. Unser SchädlingsschutzNetz ist engmaschig genug, um die Schädlinge fernzuhalten. Wasser und Licht kommen jedoch hindurch. Legt es gleich nach der Aussaat oder Pflanzung über die Beete.

6. Für den Ernstfall: Wo Blattläuse bereits im Vorjahr massive Probleme im Obstbau verursacht haben, solltet ihr eine Voraustriebsspritzung mit Promanal Neu Austriebsspritzmittel#,ρ in Erwägung ziehen. Diese macht ihr im zeitigen Frühjahr eigentlich gegen Spinnmilben, aber es erfasst auch die Wintereier der Blattläuse, die an den Gehölzen überwintern. Die Wirkung beruht auf einem Öl, das Eier und Larvenstadien erstickt. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt zwischen dem Schwellen dem Knospen und dem Erscheinen der Blattspitzen an frostfreien Tagen. Meist ist das Ende März der Fall.

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