Starkregen im Garten

Staunässe und Wurzelfäule vermeiden

Blumen, Stauden & Co.

  • 5 Min. Lesezeit

  • von Neudorff

Bei Starkregen entsteht im Garten schnell Staunässe. Der größte Schaden zeigt sich häufig nicht sofort, da zunächst die Wurzeln betroffen sind. In diesem Artikel erfährst du, wie du Staunässe erkennst, welche Maßnahmen unmittelbar helfen und wie du deinen Garten langfristig vor Wurzelfäule schützt.

Regenwassersammler leitet Wasser in Tonne, Gänseblümchen am Rand, im Hintergrund Blumentöpfe mit bunten Sommerblumen.
Wurzelfäule verhindern

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Wurzeln benötigen Sauerstoff. Bei anhaltender Staunässe können sie innerhalb weniger Tage absterben.

  • Die ersten 48 Stunden nach Starkregen sind besonders wichtig.

  • Bringe deine Pflanzen, wenn möglich ins Trockene.

  • Sorge dafür, dass das Wasser gut abfließen kann.

  • Gieße erst wieder, wenn die Oberfläche der Erde abgetrocknet ist.

Warum ist Staunässe für Pflanzen gefährlich?

Obwohl Wasser für Pflanzen lebensnotwendig ist, darf es sich nicht dauerhaft im Boden sammeln. Bei Staunässe werden die Hohlräume in der Erde vollständig mit Wasser gefüllt. Dadurch gelangt kaum noch Sauerstoff an die Wurzeln. Es entsteht Wurzelfäule, die dazu führt, dass die Pflanzen absterben.

Wie Wurzelfäule entsteht

Wurzeln sind aktive Pflanzenorgane. Sie nehmen Wasser, Sauerstoff und Nährstoffe aus dem Boden auf. Jede Wurzelzelle benötigt ausreichend Sauerstoff, um Wasser und Nährstoffe aufzunehmen und Stoffwechselprozesse innerhalb der Pflanze zu steuern.

Bei Staunässe fehlt dieser Sauerstoff. Bereits nach 24 bis 48 Stunden können erste Schäden auftreten.

  1. Anaerobe Bakterien und Pilze vermehren sich.

  2. Die Wurzeln beginnen abzusterben.

  3. Schädliche Stoffe wie Ethanol und Schwefelwasserstoff sammeln sich im Boden.

  4. Krankheitserreger wie Pythium und Phytophthora breiten sich aus.

Diese Erreger können eine schwarze und schleimige Wurzelfäule verursachen.

Für die Pflanzen ist das gefährlich, da Wurzelfäule zunächst häufig unbemerkt bleibt. Die Blätter sehen dann teilweise noch gesund aus, obwohl die Wurzeln bereits geschädigt sind. Später welken die Blätter, weil die Wurzeln kein Wasser mehr aufnehmen können. Wenn du das bemerkst, kann es schon zu spät sein.

boden lockern mit heugabel und grabegabel

Wurzelfäule erkennen

Die ersten Anzeichen können bereits innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach starkem Regen auftreten.

Akute Anzeichen für Wurzelfäule

  • Blätter werden gelblich oder grau oder verlieren ihren Glanz.

  • Die Pflanze welkt trotz feuchter Erde.

  • Aus der Erde steigt ein unangenehmer Fäulnisgeruch auf.

  • An der Pflanzenbasis entstehen weiche oder schwarze Stellen.

  • Die Pflanze wirft ungewöhnlich viele Blätter ab.

  • Wasser bleibt auf der Erdoberfläche stehen.

  • Im Topf läuft das Wasser nicht mehr richtig ab.

Eine Topfpflanze zeigt Wurzelfäule durch hängende, gelbe Blätter.
Staunässe verhindern

Sofortmaßnahmen nach Starkregen

Nach Starkregen solltest du möglichst schnell prüfen, ob sich Wasser in Töpfen oder Beeten gesammelt hat. Jetzt kannst du Sofortmaßnahmen ergreifen.

Sofortmaßnahmen für Topfpflanzen

Stelle betroffene Töpfe zuerst an einen regengeschützten Ort. Entferne dann Untersetzer, in denen sich Wasser gesammelt hat. Stelle die Töpfe auf Holzblöcke, Füße oder ein Gitter. Dadurch kann Luft unter den Topf gelangen und Wasser besser ablaufen.

Gieße die Pflanzen erst wieder, wenn die Erde ausreichend abgetrocknet ist.

  1. Abzugslöcher kontrollieren: Prüfe, ob die Abzugslöcher im Topfboden frei sind. Verstopfte Löcher kannst du vorsichtig mit einem dünnen Stab öffnen. Achte darauf, die Wurzeln dabei nicht zu beschädigen.

  2. Erde belüften: Bei wertvollen oder empfindlichen Pflanzen kannst du den Topf für einige Zeit leicht schräg stellen.

  3. Ein Winkel von etwa 20 bis 30 Grad erleichtert den Wasserabfluss.

  4. Beschädigte Blätter entfernen

Dadurch reduziert sich das Risiko einer Pilzinfektion und die Pflanze kann ihre Energie auf gesunde Pflanzenteile konzentrieren.

Sofortmaßnahmen für Gartenbeete

Nach Starkregen kannst du flache Entwässerungsrinnen mit einer Tiefe von 10 bis 15 Zentimetern graben. Generell solltest du versuchen, das Wasser zu einer tieferen Stelle oder einem Ablauf abzuleiten. Dabei sollte das Oberflächenwasser innerhalb von zwölf Stunden verschwinden.

Lockere anschließend die obersten 10 bis 15 Zentimeter des Bodens mit einer Grabegabel. Arbeite dabei vorsichtig und vermeide tiefes Umgraben. Denn dadurch könnten bereits geschwächte Wurzeln zusätzlich beschädigt werden. Das Lockern verbessert die Belüftung und unterstützt das Abtrocknen des Bodens.

Kontrolliere auch die Mulchschicht, falls vorhanden. Ist diese stark durchnässt, solltest du einen Teil davon entfernen.

Hacke Boden und Handschuhe

Wurzeln nach Starkregen retten

Wenn du vermutest, dass die Wurzeln bereits geschädigt sind, solltest du die Pflanze genauer kontrollieren:

  • Nimm die Pflanze vorsichtig aus dem Topf und untersuche die Wurzeln.

  • Gesunde Wurzeln sind hell, fest und riechen frisch.

  • Faule Wurzeln sind braun oder schwarz, weich und riechen unangenehm.

  • Schneide alle faulen Wurzelbereiche mit einer sauberen und scharfen Schere ab, bis nur noch helles und gesundes Gewebe sichtbar ist.

  • Setze die Pflanze anschließend in trockene Pflanzerde mit guter Drainage.

Unterstütze die Wurzeln mit dem Neudofix Wurzelaktivator bei der Entwicklung neuer Wurzeln. Gieße in den ersten zwei Wochen eher sparsam und verzichte erstmal auf Dünger.

Schäden vorbeugen

Drainage im Garten dauerhaft verbessern

Schwere und tonreiche Böden benötigen häufig zusätzliche Maßnahmen, damit Regenwasser besser versickert.

Sand in den Boden einarbeiten

  • Hebe die oberen 30 Zentimeter des Bodens aus.

  • Arbeite pro zehn Quadratmeter ungefähr ein bis zwei Kubikmeter groben Quarzsand ein.

  • Als Richtwert kann ein Teil Sand mit zwei Teilen vorhandener Erde gemischt werden.

  • Mische beide Bestandteile gründlich und verteile den Boden anschließend wieder.

Diese Maßnahme sollte sorgfältig geplant werden. Eine zu geringe Menge feinen Sandes kann bei sehr tonhaltigem Boden zu einer noch stärkeren Verdichtung führen.

Hochbeete anlegen

Hochbeete eignen sich für besonders nasse Gartenbereiche.

Eine Drainageschicht aus Kies oder grobem Material im unteren Bereich erleichtert den Wasserabfluss. Die erhöhte Pflanzfläche verhindert außerdem, dass die Wurzeln dauerhaft im nassen Gartenboden stehen.

Entwässerungsgräben anlegen

Bei größeren Flächen können Entwässerungsgräben sinnvoll sein.

Die Gräben sollten entlang des natürlichen Gefälles verlaufen.Eine Tiefe von etwa 30 bis 50 Zentimetern und ein Gefälle von mindestens ein bis zwei Prozent erleichtern den Wasserabfluss.

Die Gräben können dann mit Kies oder anderem durchlässigem Material gefüllt werden.

Boden mit Kompost verbessern

Trage jährlich etwa zwei bis drei Zentimeter reifen Kompost auf den Beeten aus. Kompost verbessert langfristig die Bodenstruktur. Und unterstützt die Pflanzen beim Wachstum.

Wasser kann so besser in den Boden eindringen und überschüssige Feuchtigkeit wird gleichmäßiger verteilt.

Mulchkompost in einem Korb

Fazit

Starkregen im Garten kann innerhalb kurzer Zeit zu Staunässe und damit zu schweren Wurzelschäden führen.

Besonders gefährdet sind dabei Topfpflanzen, Jungpflanzen, mediterrane Gewächse und Pflanzen in schweren Lehmböden.

Schnelles Handeln ist daher wichtig:

  • Kontrolliere nach starkem Regen die Abzugslöcher von Pflanzgefäßen, entferne stehendes Wasser und lockere verdichtete Böden vorsichtig.

  • Sind die Wurzeln bereits geschädigt, sollten faule Bereiche entfernt und die Pflanzen in frische, durchlässige Erde gesetzt werden.

  • Eine gute Drainage, lockere Erde und ein angepasster Standort schützen Pflanzen langfristig vor Wurzelfäule.

Nach einer Schädigung benötigen die Pflanzen zunächst Ruhe. Gieße sparsam und beginne erst nach einigen Wochen wieder vorsichtig mit der Düngung.

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