Schnecken vorbeugen und bekämpfen

Wenn ganze Salatköpfe über Nacht verschwinden, Dahlienblätter und reife Erdbeeren angeknabbert sind, ist der Fall klar: Hier waren Nacktschnecken am Werk! So spürt ihr die Übeltäter auf, bevor sie euren ganzen Garten kahlfressen!

Wenn ganze Salatköpfe über Nacht verschwinden, Dahlienblätter und reife Erdbeeren angeknabbert sind, ist der Fall klar: Hier waren Nacktschnecken am Werk! So spürt ihr die Übeltäter auf, bevor sie euren ganzen Garten kahlfressen!

Nacktschnecken fressen an vielen Pflanzen

Die Hauptverursacherin des Schadens heißt in unseren Breiten: Spanische Wegschnecke. Dachte man bis vor kurzem noch, dass sie, wie ihr Name andeutet, aus südlichen Gefilden eingewandert ist, zeigen neueste Studien (z.B. der Goethe-Universität Frankfurt/Main), dass sie tatsächlich ein mitteleuropäischer Ureinwohner ist. Aber auch andere Arten, wie die Rote Wegschnecke oder die Genetzte Ackerschnecke, schmausen sich durch Salat, Erdbeeren und Co.

Steckbrief Nacktschnecken

Aussehen: Die Spanische Wegschnecke wird 7 bis 12 Zentimeter lang und taucht in verschiedenen (Rot-)Brauntönen auf. Die Rote Wegschnecke ist rot gefärbt, die Große Wegschnecke rötlich, braun oder schwarz. Beide erreichen bis zu 15 Zentimeter Länge. Viel kleiner bleibt die etwa 3 Zentimeter lange, gelbliche bis schwarze Gartenwegschnecke. Nur wenig größer ist die Genetzte Ackerschnecke, deren braungrauer Körper netzartig gefleckt ist.  Alle Arten tragen kein Gehäuse, die Weichkörper sind gerunzelt. Die Fortbewegung erfolgt mithilfe des körpereigenen Schleims, der die Schnecken auch vor Krankheiten schützt. Für die Schleimproduktion brauchen sie viel Wasser. Bei ihren Wanderungen sind auch Wände und andere senkrechte Barrieren kein Hindernis für die Tiere.

Lebensweise: Schnecken sind Zwitter, tragen also weibliche und männliche Geschlechtsorgane in sich und können sich deshalb gegenseitig befruchten. Ab Ende Juni bis September, manchmal auch länger, werden die Eier in der Erde oder an anderen geschützten Stellen abgelegt – jede Schnecke bis zu 400 Stück. Bei 10 bis 2o Grad Celsius schlüpfen die Jungtiere schon nach wenigen Wochen und überwintern, während die Elterntiere nach der Eiablage häufig sterben. Sobald der Boden im Frühjahr frostfrei ist, werden die kleinen Schnecken wieder aktiv, die größeren etwa ab April.

Ein Tipp: Zum Identifizieren von Schneckenfraß und anderer Schädlinge holt euch doch einfach die kostenlose Pflanzendoktor-App von Neudorff!

Schnecken entdecken

Tagsüber ist das oft gar nicht so einfach – Nacktschnecken verstecken sich dann meist unter Pflanzen, Mulchdecken, Vlies, in der Erde oder an anderen dunklen, geschützten Plätzen. Aufspüren könnt ihr sie also genau dort, etwa, wenn ihr ein abgelegtes Brett oder einen umgedrehten Topf hochhebt oder unter Steinen nachschaut. Wollte ihr die Tiere nicht suchen, müsst ihr nur warten, bis es regnet – denn dann machen sie sich auch bei Tageslicht ans Werk – oder bis es dunkel wird.

Schneckenfraß verhindern

Es gibt eine Reihe von Maßnahmen die euch dabei helfen, Schneckenfraß vorzubeugen oder in zumindest in Maßen zu halten:

  1. Wird der Boden in den Beeten feinkrümelig gehalten, zerstört ihr damit die Schneckenverstecke bzw. sorgt dafür, dass sie keine Ablagemöglichkeit für ihre Eier finden. Ganz nebenbei tut ihr den Bodenorganismen etwas Gutes, wenn ihr nur lockert, statt umzugraben! Auf unbepflanzten Flächen hilft regelmäßiges Hacken, vor allem zu Zeiten der Eiablage.
  2. Mulchen tut dem Boden und den Pflanzen ebenfalls gut. Leider fühlen sich auch Schnecken unter feuchtem Rasenschnitt oder Herbstlaub wohl. Nicht so, wenn ihr nur eine möglichst dünne Schicht ausstreut und trockenes Material, wie Sägespäne, dafür verwendet. Ungünstig sind grobe Materialien wie Rindenmulch, da sie den Tieren Versteckmöglichkeiten bieten.
  3. Wenn ihr abends gießt, fühlen sich die Schnecken noch wohler in euren Beeten oder auf eurem Rasen. Besser also morgens wässern, dann trocknen die Oberflächen schneller ab.
  4. Sucht euch für eure Beete Pflanzen aus, die die Schnecken kalt lassen. Und davon gibt es eine Menge! Akelei, Bergenie, Eisenhut, Fetthenne, Frauenmantel, Glockenblume, Lungenkraut und Nelken sind nur einige davon.
  5. Setzt empfindliche Pflanzen, etwa Gemüsesetzlinge, Salate, Zinnien, Dahlien oder Funkien in Töpfe oder Hochbeete, die sich relativ einfach mit unserem Schnecken-Schutz schützen lassen.
  6. Holt euch die Unterstützung natürlicher Schneckenfeinde: Bei Igel, manchem Vogel, Glühwürmchenlarve, Kröte, Spitzmaus und manch anderem heimischen Tier stehen die Schleimer oder ihre Eier mit auf dem Speiseplan. Wie ihr die Nützlinge in euren Garten holt, könnt ihr hier lesen.
  7. Pflanzt um besonders gefährdete Beet eine „Hecke“ aus Pflanzen, die Schnecken nicht mögen. Dazu zählen Tagetes, Frauenmantel oder auch Salat.
  8. Legt Bretter aus, die ihnen scheinbar Unterschlupf bieten. An diesen Stellen spürt ihr die Tiere schnell auf und könnt sie absammeln und vernichten.

Schnecken bekämpfen

Unsere Tipps, wenn ihr die Tiere nicht einsammeln wollt:

  1. Schnell und sicher: Ferramol Schneckenkorn#
    Der enthaltene Wirkstoff Eisen-III-Phosphat, der so auch in der Natur vorkommt, setzt im Verdauungstrakt der Schnecken an. Die Tiere hören sofort auf zu fressen, suchen sich ein Versteck und verenden dort. Ferramol Schneckenkorn# hat die Zulassung für den ökologischen Landbau. Es ist nicht giftig für Haustiere und Nützlinge wie Igel, Bienen und Regenwürmer. 
    So wendet ihr es richtig an: Die regenfesten Körnchen streut ihr einfach aus. Wichtig ist dabei, dass ihr sie flächig verteilt und nicht nur einen Ring um die Pflanzen zieht.
  2. Mechanisch abwehren: Schneckenzäune gibt es in verschiedenen Ausführungen, etwa aus Stahlblech oder Kunststoff. Allen gleich ist, dass die obere Kante umgebogen oder auf andere Art so gefertigt ist, dass die Schnecken sie nicht überwinden können. Die Zäune sind recht teuer, weshalb ihr sie kaum im ganzen Garten anwendet könnt. Auch optisch sind sie meist nicht der Hit.
    Unsere Alternative: Hochbeete und Gefäße könnt ihr mit unserem Schnecken-Schutz ausstatten. Das selbstklebende Kupferband ist eine für Schnecken unangenehme Barriere. Einmal angebracht, wirkt es langfristig.
Schädlinge

Produkt-Tipps für euch

#) Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Ggf. Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung beachten.