Schild- und Wollläuse erkennen und bekämpfen

Erst pieksen sie eure Zimmerpflanzen oder Obstgehölze mithilfe ihres Stechrüssels an, dann saugen sie sie aus – was sie von Blattläusen (link zum Magazin-Text) unterscheidet ist, dass sich diese Läuse mit einer weißen „Wollschicht“ oder einem Schild aus Wachs umhüllen und damit gut geschützt sind.

Erst pieksen sie eure Zimmerpflanzen oder Obstgehölze mithilfe ihres Stechrüssels an, dann saugen sie sie aus – was sie von Blattläusen unterscheidet ist, dass sich diese Läuse mit einer weißen „Wollschicht“ oder einem Schild aus Wachs umhüllen und damit gut geschützt sind.

Wollläuse sind durch ihren Wachsüberzug gut zu finden

Schildläuse sind eine eigene Unterordnung der Insekten, die in etwa 20 Familien unterteilt werden, darunter die Wollläuse, die auch Schmierläuse genannt werden. Alle Arten treten sowohl an Pflanzen mit verholzenden Trieben und harten Blättern, aber auch an krautigeren Pflanzen auf. Dazu zählen Orchideen ebenso wie Ficus-Arten (Birkenfeige, Gummibaum) oder Kakteen. Die Tiere sitzen dabei auf den Blattunter- wie Blattoberseiten und in den Blattachseln, aber auch verteilt an den Trieben. Schildläuse tauchen überwiegend in Innenräumen auf, aber auch draußen, etwa an Obst- und Ziergehölzen. 

Steckbrief Schild- und Wollläuse

Aussehen: Erwachsene Schildläuse sind tatsächlich mit einem runden oder ovalen Schild überzogen, das aus einem von den Hautdrüsen abgesonderten Wachs gebildet wird. Aber: Nur weibliche Tiere tragen diesen Panzer bzw. befinden sich darunter auch die Eier und Nachkommen. Er ist sehr fest und schützt sie vor Fressfeinden sowie vor Austrocknung, macht sie allerdings auch weitgehend bewegungsunfähig. Die Männchen, wenn überhaupt vorhanden, sind dagegen meist mit Flügeln ausgestattet. Je nach Art – bei uns kommen z.B. Kommaschildlaus, Napfschildlaus oder die sich zunehmend ausbreitende, aus den USA stammende San-José-Schildlaus vor – werden Schildläuse ein bis drei Millimeter lang. Wollläuse bzw. Schmierläuse, wie die häufig auftretende Zitrusschmierlaus, schützen sich nicht mit einem festen Panzer, sondern mit einer watteartigen Hülle, die ebenfalls aus einer Art Wachs gebildet wird.

Lebensweise: Die Schildlaus-Weibchen legen unter ihrem Schild ziemlich viele Eier ab – jedes Weibchen in mehreren Sätzen bis zu 3000 Stück! Aus den Eiern schlüpfen die Junglarven, die dank Beinen, Augen und Fühlern noch beweglich sind. Deshalb machen sie sich ziemlich schnell auf zu anderen Stellen der Pflanzen, lassen sich dort nieder und machen sich ans Aussaugen. Umgehend verlieren dann weibliche Tiere alle genannten Organe und bilden das Schild aus. Männliche Tiere sind durch ihre Flügel viel mobiler, leben aber nur sehr kurze Zeit und das ohne weitere Nahrungsaufnahme. Sie sind zur Vermehrung nicht einmal zwingend nötig, da sich die Weibchen unter günstigen Bedingungen auch ungeschlechtlich fortpflanzen. Bei dieser Jungfernzeugung entstehen dann auch nur weibliche Nachkommen. 
Auch Wollläuse können sich so vermehren und alle zwei Monate bis zu 600 Eier legen. Gut zehn Tage später schlüpfen die Jungtiere, die sich auch sofort einen neuen Platz suchen. Dort, wo sie sich festbeißen, bleiben sie dann meist auch sitzen. Die Verbreitung beider Arten erfolgt vor allem durch das „Auswandern“ der Jungtiere, dazu durch den Wind oder das Transportieren von Pflanzenteilen. Draußen entwickeln sich zwei bis drei Generationen, in Innenräumen können es sogar doppelt so viele im Jahr sein.

Unser Tipp: Beim Identifizieren der einzelnen Schildlausarten und anderer Schädlinge hilft euch die kostenlose Pflanzendoktor-App von Neudorff!

Checkliste: Schild- und Wollläusen auf der Spur

Oft werden die winzigen Tiere schlichtweg übersehen und erst entdeckt, wenn die Pflanzen bereits leiden. An diesen Merkmalen könnt ihr einen Befall (vielleicht schon frühzeitig) erkennen: 

  • Befinden sich auf der Fensterbank, dem Fußboden oder auf den Möbeln in der Nähe oder den Pflanzen selbst plötzlich klebrige Stellen? Dabei handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um den sogenannten Honigtau. Dieser entsteht, wenn die Läuse den mit dem Pflanzensaft aufgenommenen Zucker, an dem sie weniger interessiert sind, ausscheiden. Auf den an sich unproblematischen Honigtauflecken können sich schädliche Rußtaupilze ansiedeln, die einen schwarzen Belag verursachen. 
  • Jetzt lohnt sich genaueres Hinschauen, am besten mit einer Lupe: Findet ihr dabei kleine braune Höcker oder weiße, watteartige Gebilde? Bingo! Darunter verborgen sitzen die weiblichen Schildläuse. Seid ihr bei den Höckern nicht sicher? Mit einem Messer lassen sie sich ziemlich leicht abheben.
  • Bereits weiter fortgeschritten ist der Befall, wenn sich bereits die Blätter eurer Pflanzen gelb oder braun verfärben oder gar welken. Warum? Die Tiere saugen nicht nur wichtige Nährstoffe aus, sondern eben auch den Lebenssaft der Pflanzen. Im schlimmsten Fall sterben diese ganz ab. Die Verfärbungen entstehen, weil einige Schildläuse mit ihrem Speichel zudem toxische Stoffe an die Pflanzen abgeben.
  • Zeigen die Blüten und andere Pflanzen Deformierungen, können Viruserkrankungen die Ursache sein, die die Schildläuse bei ihrer Tätigkeit übertragen können.

Schild- und Wolllausbefall vorbeugen

Wollt ihr es erst gar nicht so weit kommen lassen? Dann haltet euch an diese Tipps!

  • Gebt euren Pflanzen den richtigen Standort (steht zum Beispiel auf dem Etikett) und die optimale Pflege, damit sie vital wachsen. Zu schattig oder sonnig gestellt, zu nass oder trocken gehalten, zu stark oder zu wenig gedüngt sind sie geschwächt und werden anfälliger für Schädlinge und Krankheiten. Zudem überstehen sie einen Befall weniger gut.
  • Untersucht zumindest eure Zimmer- und Kübelpflanzen (vor allem im Winterquartier) regelmäßig auf einen Befall. Achtet vor allem auf kleine, festsitzende Höcker und watteartige Schädlinge. Und vergesst nicht die Blattunterseiten!
  • Holt ihr euch neue Pflanzen ins Haus, kontrolliert diese besonders gründlich, damit mit ihnen nicht noch ein paar unerwünschte Tierchen einziehen.

Schild- und Wollläuse bekämpfen

  • Die erste Maßnahme, falls ihr beim Kontrollieren ein paar Läuse entdeckt, ist, dass ihr die betroffene(n) Pflanze(n) sofort weit entfernt von den anderen, noch tadellosen Gewächsen aufstellt. Vor allem im Sommer, wenn die noch mobilen Jungtiere aktiv sind!
  • Sind die entdeckten Läuse quasi noch an einer Hand abzuzählen, könnt ihr sie mit den Fingern, mithilfe eines Lappens oder einer Zahnbürste (empfiehlt sich für die hartnäckigeren Schildläuse) abstreifen. Die Pflanzen mit einem kräftigen Strahl abzuduschen hilft zumindest bei Schildläusen nicht! 
  • Ist der Befall bereits fortgeschritten, helfen Mittel wie  Promanal AF Neu Schild- und Wolllausfrei#,ρ. Inhaltsstoff ist Paraffinöl. Wichtig ist, dass ihr die Pflanzen gründlich von allen Seiten (also auch die Blattunterseiten) tropfnass besprüht.
  • Woll- und Schmierläuse an Pflanzen in geschlossenen Räumen könnt ihr zudem mithilfe von Nützlingen loswerden. Zuständig für diesen Fall sind CM-Australische Marienkäfer, von denen ein einziger etwa 250 Wollläuse vertilgt. Ihr erhaltet die Nützlinge über ein Bestell-Set, das ihr im Handel (natürlich auch online) beziehen könnt. Einfach online ausfüllen und absenden, und eure tierischen Helfer sind bald bei euch.

Und dann? Das Extra-Verwöhn-Programm für frisch kurierte Pflanzen

  • Wenn eure grünen Lieblinge arg gelitten haben, topft ihr sie nach dem Behandeln am besten gleich um. Ein neues, sauberes Gefäß und frische, torffreie Erde, zum Beispiel NeudoHum BlumenErde, lassen sie wieder durchstarten. Zuvor das alte Substrat so gut es geht entfernen, ohne die Wurzeln zu verletzen.
  • Falls ihr die alten Töpfe der zuvor befallenen Pflanzen wiederverwenden wollt, säubert sie gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel.
  • Bevor ihr die Pflanzen wieder an ihren Platz stellt, solltet ihr alles drumherum – Fenster, Fensterbänke, Fußboden – gründlich säubern, damit nicht doch noch eine Laus oder ein Fleckchen Honigtau übrigbleibt.
  • Sorgt für eine gute Ernährung eurer Pflanzen. Die organischen Azet DüngeSticks für Grünpflanzen liefern euren grünen Freunden alles, was sie brauchen, um wieder fit zu werden.
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