Dickmaulrüssler fressen im Schutz der Nacht

Sind die Blattränder eurer Rhododendren oder Kirschlorbeer angebissen? Dann herrscht Dickmaulrüssleralarm! Ärger machen vor allem die Larven, die an den Wurzeln fressen.

Sind die Blattränder eurer Rhododendren oder Kirschlorbeer angebissen? Dann herrscht Dickmaulrüssleralarm! Ärger machen vor allem die Larven, die an den Wurzeln fressen.

Dickmaulruessler Frassschaden an Rhododendron

Rhododendron, Kirschlorbeer, Efeu, Zitrus-Pflanzen, Eiben, aber auch Erdbeeren, Clematis und Bergenien: Findet ihr am Laub dieser Pflanzen U-förmig angefressene Blattränder – man nennt das Buchtenfraß –, so sind wahrscheinlich die Käfer des Dickmaulrüsslers aktiv. Seine Larven, auch Engerlinge genannt, können ganze Pflanzen zum Absterben bringen, weil sie sich unterirdisch an den Wurzeln sattfressen.

Steckbrief Dickmaulrüssler

Käfer: 10-12 Millimeter groß, grauschwarz mit langen Fühlern. Die Flügeldecken sind längs gefurcht und leicht hellbraun gezeichnet. Nachtaktiv und nicht flugfähig, trotzdem kletternd sehr aktiv. Weibliche Tiere legen bis 800 Eier pro Jahr, eine Begattung ist dafür nicht notwendig. Erwachsene Käfer leben bis zu zwei Jahre.

Larven: Etwa 5-10 Millimeter lang, cremeweiß gefärbt, rotbrauner Kopf, leben im Boden und fressen an den Wurzeln der Pflanzen. Fehlen ihr die Feinwurzeln, kann sich die Pflanze nicht mehr mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Außerdem können durch die Wunden Pilze in die Pflanze eindringen. Nach der Puppenruhe schlüpfen neue Käfer.

Überwinterung: Als Käfer und vor allem als Larve im Boden. Pro Jahr treten zwei Larven-Generationen auf.

Wirtspflanzen: Hartlaubige Gehölze, aber auch viele andere Gartenpflanzen

Tipps, um Dickmaulrüssler loszuwerden

Vorbeugen Kontrolliert Pflanzen schon beim Kauf auf U-förmige Einbuchtungen an den Blättern, und auf die Larven im Wurzelballen. Wer die entdeckt, lässt die Pflanze besser stehen.
Feinde fördern Igel, Eidechsen, Spitzmäuse, Kröten und Vögel haben Dickmaulrüssler zum Fressen gern. Wie ihr die in den Garten lockt, erfahrt ihr unter neudorff.de/nuetzlingsfreundlicher-garten
Fallen stellen Tagsüber bekommt ihr die Käfer kaum zu sehen. Da verstecken sie sich gern an einem warmen, dunklen Platz, beispielsweise unter trockenem Laub, am Boden in der Nähe ihrer Wirtspflanzen. Bietet ihnen deshalb als Unterkunft Holzbretter mit Längsrillen an. Mit den Rillen nach unten legt ihr sie auf den Boden. Dort könnt ihr die Käfer tagsüber ganz einfach absammeln. Alternativ kann man mit Holzwolle gefüllte Töpfe oder Eibenzweige als Köder verwenden.
Absuchen Da sich die Dickmaulrüssler bei Gefahr herunterfallen lassen, kann man nachts eine Plane unter die befallenen Pflanzen legen und die Käfer herunterschütteln. 

Mit Nützlingen gegen den Dickmaulrüssler

Wer einen stärkeren Befall mit Dickmaulrüsslern festgestellt, setzt nützliche HM-Nematoden ein, um die Larven im Boden zu bekämpfen. Diese bei uns heimischen, mikroskopisch kleinen Fadenwürmer dringen in die Larven ein und zerstören sie von innen. Für Menschen, Warmblüter und Pflanzen sind die HM-Nematoden völlig harmlos.

Step by Step: So setzt ihr die HM-Nematoden ein

  1. Beschafft euch ein Bestell-Set im Fachhandel. Optimaler Einsatzzeitpunkt ist Mitte April/Mai und August/September. Bei Befall sind meist zu diesen Zeiten Larven im Boden vorhanden.  
  2. Die Bodentemperaturen sollten nicht unter 12 °C liegen, damit die HM-Nematoden optimal wirken können.
  3. Die HM-Nematoden gebt ihr möglichst bald nach dem Eintreffen ganz einfach mit Wasser in eine Gießkanne und gießt die Mischung dann rund um die vorher gut gewässerten Pflanzen im Wurzelbereich aus. Gut ist ein Ausbringen am Abend, denn die Nematoden sind lichtempfindlich. 
  4. Wiederholt die Behandlung unbedingt in den nächsten beiden Jahren jeweils im Frühjahr und im Herbst. Denn so lange können die erwachsenen Käfer leben und immer wieder neue Larven hervorbringen.
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