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Aus Rasen wird Gemüsebeet

Vom Garten auf den Tisch

Reiche Ernte statt Rasenmähen!

Vom Garten auf den Tisch: Wer wirklich gesundes, saisonales und regionales Gemüse essen will, sollte es unbedingt selbst anbauen! Der beste Platz? Wie wär’s, wenn ihr dafür auf ein Stückchen Rasen verzichtet? Der grüne Teppich liegt nämlich normalerweise genau an der Stelle aus, an der Kohl und Co. am liebsten wachsen: in der vollen Sonne, wo sie das ganze Aroma entwickeln!

Vorher Rasen. Nachher Gemüsebeet
  • Für 10 qm (ohne Bepflanzen) einen halben bis einen Tag
  • Für 10 qm, abhängig vom vorhandenen Boden, ab ca. 15 €, mit Pflanzen (Setzlinge und Saatgut) noch einmal 15 €
  • Schwierigkeitsgrad: leicht (wobei das Abtragen der Grasnarbe körperlich schon anstrengend ist)
  • Die Bodenvorbereitung ab Februar, das Bepflanzen ab März

Das braucht ihr

Wichtige Vorüberlegungen

Beim Festlegen des besten Platzes für eure Beete, könnt ihr euch an diesen Kriterien orientieren:

  • Gemüse mag es so sonnig wie möglich. Wer das Licht und die Wärme der Sonne optimal ausnutzen möchte, legt die Beete dazu in Nord-Süd-Richtung an. So bescheint die Sonne die Pflanzen den ganzen Tag über.
  • Etwas Wind darf gerne sein – so trocknet nasses Gemüse schnell ab. Das mindert die Gefahr von Pilzkrankheiten.
  • Achtet zudem darauf, dass die Fläche eben ist.
  • Schaut, dass keine Hecken oder andere größere Gehölze in der Nähe sind, da sie die Beete nicht nur () beschatten, sondern mit dem Gemüse auch um Wasser und Nährstoffe konkurrieren.
  • Ein Wasserhahn und ein Komposthaufen in der Nähe helfen bei der Pflege.
  • Denkt auch an die Wege zwischen den Beeten! Für einen Hauptweg solltet ihr mindestens 60 cm Breite einplanen, damit auch eine Schubkarre durchpasst. Sonst genügen 30 cm.

Extra-Tipp:

Als optimale Breite für ein Gemüsebeet gelten 120 cm, zumindest, wenn es von beiden Seiten zugänglich ist. 60 cm Tiefe kann man vom Rand her gut bearbeiten. Wie lang das Beet wird, spielt im Prinzip keine Rolle; das ist vielmehr abhängig vom vorhandenen Platz bei euch. Denkt an die Ausrichtung in Nord-Süd-Richtung, damit die Sonne im Tagesverlauf immer voll auf euer Beet scheint.

Schritt 1: Das Gras muss ab!

Jetzt geht’s los: Mäht den Rasen ganz kurz. Steckt dann die Fläche und die genauen Beete mit einem Schnurgerüst aus Schnur und Zweigstücken ab. Dann stecht ihr mit dem Spaten die Soden flach (etwa 5 cm tief) ab. Ihr könnt sie danach (mit dem Grün nach unten) in ein Hochbeet oder unter eine Hecke packen.

Schritt 2: Boden lockern

Dann lockert ihr den Boden mit der Grabegabel etwa 30 cm tief. Wenn ihr dabei merkt, dass der Untergrund sehr schwer ist, nehmt ihr besser noch einmal den Spaten, grabt ihn in doppelter Spatenblatttiefe um und arbeitet dabei Kompost ein.

Schritt 3: Wie sieht denn der Boden aus?

Jetzt wäre es gut, sich die Beschaffenheit des Bodens, der unter dem Rasen zum Vorschein gekommen ist, mal genau anzuschauen: Entpuppt er sich als sehr leicht und sandig, tut ihr ihm – und dem Gemüse – durch das Zugeben von Bentonit SandbodenVerbesserer etwas Gutes. Er sorgt mit Tonmineralien dafür, dass der Boden auf Dauer mehr Wasser und Nährstoffe speichert. Hilfreich ist auch, den pH-Wert zu testen und bei Bedarf zu kalken. Echte Wellness für jeden Untergrund ist der Neudorff Terra Preta BodenVerbesserer, der mit Bio-Pflanzenkohle, organischem Material und Mikroorganismen einen nachhaltigen Humusaufbau fördert – das Gemüse wächst und schmeckt besser! Und der Boden kann Wasser besser speichern, was in heißen Sommern auch sehr vorteilhaft ist.

Extra Tipp:

Warum ist es wichtig, den pH-Wert des Bodens zu bestimmen? Weil die meisten Pflanzen, auch Gemüse, in einem zu sauren Boden nicht mehr ausreichend viele Nährstoffe aufnehmen können. Mit dem pH-Bodentest könnt ihr schnell herausfinden, wie es in eurem Garten aussieht. Alles, was ihr dazu braucht, ist im Test-Set enthalten. Schon nach wenigen Minuten habt ihr das Ergebnis! Ist der Boden sauer, hilft das Kalken mit unserem Azet GartenKalk. Diesen streut ihr von Hand aus, idealerweise im Februar/März oder im Oktober, und arbeitet ihn leicht in den Boden ein.

Schritt 4: Raus mit den Steinen!

Jetzt nur noch, falls vorhanden, Steine und alle Wurzeln, die ihr noch findet, herausfischen. Die Steine könnt ihr übrigens an einem sonnigen, ungestörten Plätzchen zu einem Haufen schichten, darüber freuen sich Eidechsen und viele Insekten.

Schritt 5: Alles fein machen!

Zum Schluss die Fläche mit der Harke feinkrümelig und eben ziehen. Vor dem Bepflanzen die Beete eine gute Woche in Ruhe lassen, damit sich der Boden setzen kann.

Extra Tipp:

Wer mag, kann seine Gemüsebeete jetzt hübsch umranden. Nicht nur, um sie optisch abzugrenzen, sondern auch, um den Rasen draußen zu halten. Am besten geeignet sind Steine oder Rasenkanten. Holzbretter gehen auch, halten aber nicht sehr lange. Wer eine lebendige Umrandung bevorzugt, kann Kräuter wie Bergbohnenkraut, Schnittlauch oder Weinraute pflanzen.

Schritt 6: Planen und Pflanzen

Alles vorbereitet? Fehlt nur noch das Gemüse! Wenn ihr vorab ein bisschen plant und in Mischkultur und nach Fruchtfolge pflanzt, fällt die Ernte üppiger aus und der Boden bleibt fit.. Wenn ihr einen konkreten Pflanzplan wollt, findet ihr ihn hier. Er ist zwar für ein Hochbeet entwickelt, passt aber auch für Gemüsegärten am Boden.

Am schnellsten geht das Bepflanzen, wenn ihr vorgezogene Setzlinge beim Gärtner, im Gartencenter oder auf dem Wochenmarkt kauft. Weil sie einen Wachstumsvorsprung haben, sind sie auch eher erntereif. Wer selber sät, hat eine viel größere Sortenauswahl. Zudem ist Saatgut günstiger.

Extra Tipp

Jedes Gemüse hat seinen speziellen Platzbedarf!
Während Zwiebeln ringsum 15 cm Abstand brauchen, sind es bei Kopfsalaten schon 25 bis 30 cm, bei Buschbohnen 40 bis 50 cm und bei Zucchini 75 bis 100 cm. Wenn ihr dagegen direkt ins Beet sät, haltet besser kleinere Abstände (falls etwas nicht aufgeht) und zieht danach lieber zu dicht stehende Sämlinge heraus, die ihr an anderer Stelle wieder pflanzen könnt.

Tipps zum Pflegen und Ernten

  • Auch Jäten steht immer wieder mal an, es sei denn, ihr mulcht den Boden zwischen den Pflanzen mit trockenem Rasenschnitt. Unkraut kommt nicht mehr oder weitaus weniger durch, die Regenwürmer freuen sich und Verdunstung und Wasserverbrauch könnt ihr dadurch auch senken.
  • Den Boden solltet ihr auch bedecken, wenn ihr im Spätsommer Beete ganz oder teilweise abräumt. Sät dann einfach Gründüngung darauf aus, die den Boden nicht nur schützt, sondern auch noch verbessert.
  • Falls ihr Schädlinge oder Krankheitssymptome wie Flecken und Beläge entdeckt, hilft euch unsere kostenlose Pflanzendoktor-App weiter!
  • Spätestens beim Ernten und Essen werdet ihr euren Rasen nicht mehr vermissen! Und falls ihr nicht alles aus den Beeten schafft – über blühende Salate, Möhren oder Zwiebeln freuen sich Nützlinge ganz besonders – und Läuse vertilgen sie nebenbei auch!
  • Je nach Witterung und Gemüseart müsst ihr hin und wieder oder häufiger gießen. Wichtig ist dabei, nicht über die Blätter, sondern an die Basis und immer durchdringend zu wässern, statt nur ein paar Tröpfchen zu verabreichen.
  • Beim Pflanzen, und bei manchen Gemüsearten auch zwischendurch, gebt ihr den organischen Azet TomatenDünger. Besonders Tomaten, Gurken, Kürbis, Zucchini und Paprika brauchen im Juli eine zweite Düngung.

Unser Podcast - "Einfach natürlich gärtnern"

Hören könnt ihr diese Anleitung auch, und zwar in unserem Podcast!

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