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Schädlinge, Krankheiten & Co.
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Der Japankäfer (Popillia japonica) gilt als neuer Schädling im Garten. Er frisst Blätter, Blüten und Wurzeln und könnte sich auch in Deutschland weiter ausbreiten. Erfahre hier, wie du den Käfer erkennst und deinen Garten schützt, bevor er zum Problem wird.


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Der Japankäfer (Popillia japonica) stammt, wie der Name schon sagt, ursprünglich aus Japan. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er in Nordamerika eingeschleppt und breitet sich seither auch in Europa immer weiter aus. In Ländern wie Italien und der Schweiz verursacht er bereits massive Schäden an Nutz- und Zierpflanzen.
Auch in Deutschland wurde der Japankäfer in den letzten Jahren vereinzelt gesichtet. Noch ist er hier kein weitverbreitetes Problem, aber das kann sich schnell ändern. Der Käfer ist nicht nur sehr anpassungsfähig, sondern hat in unseren Breiten auch kaum natürliche Feinde.
Der Käfer ist flugfähig und kann sich aus eigener Kraft bis zu 24km pro Jahr ausbreiten. Die Gefahr besteht, dass die Larven des Japankäfers mit Rollrasen, Topfpflanzen oder ähnlichem in Europa eingeschleppt werden können.
Aufgrund seiner Gefräßigkeit zählt der Japankäfer zu den gefährlichsten invasiven Insektenarten in der EU. Er steht daher auf der Liste „Unionsweiter Quarantäneschädlinge“, das heißt: Jeder Fund muss gemeldet und bekämpft werden.

Für Mensch und Tier ist der Japankäfer keine direkte Gefahr. Da er sich von Pflanzen ernährt, können sie für große Schäden an Zier und Gemüsepflanzen darstellen. Denn die ausgewachsenen Käfer ernähren sich von zahlreichen Pflanzenarten. Weiter unten auf der Seite findest du die Pflanzenarten, die am häufigsten auf dem Speiseplan des Japankäfers stehen.
In den USA und in Italien verursacht der Japankäfer bereits gravierende wirtschaftliche und ökologische Folgen.
Die Käfer versammeln sich dann häufig an einzelnen Pflanzen und hinterlassen diese kahl, während benachbarte Pflanzen völlig unberührt bleiben. Dabei fressen sie an Laubblättern häufig das Blattgewebe zwischen den Blattadern, während an Blüten und Früchten eher unregelmäßige Fraßschäden aufzufinden sind.
Auch die Larven verursachen Schäden: Sie ernähren sich von Pflanzenwurzeln und können, je nach Zustand der Pflanze, gravierende Schäden verursachen.
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Der Japankäfer ist etwa 8 bis 12 Millimeter groß und erinnert auf den ersten Blick an unseren heimischen Rosenkäfer. Doch es gibt einige klare Unterschiede:
Der Körper glänzt metallisch grün, die Flügeldecken sind kupferfarben.
An den Seiten trägt er jeweils fünf weiße Haarbüschel, am Hinterleib zwei weitere, ein deutliches Erkennungsmerkmal.
Die Beine und Fühler sind schwarz.
Typisch für einen Befall sind auch die Fraßspuren: Die Käfer fressen bevorzugt das grüne Blattgewebe und lassen nur das Blattgerippe stehen, ein sogenannter Skelettfraß. Japankäfer treten oft in Gruppen auf und befallen Blätter, Blüten und sogar Früchte.
Besonders gern zeigen sich die Käfer an sonnigen Tagen und sitzen dann sichtbar auf Pflanzen, was eine frühzeitige Entdeckung erleichtert.
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Es handelt sich um einen meldepflichtigen Schädling. Bei Verdacht auf einen Befall wendest du dich am besten mit einem aussagekräftigen Foto an den Pflanzenschutzdienst in deinem Bundesland. Wenn möglich sollte der Käfer eingefangen und in einem Schraubglas aufbewahrt werden. Es existieren bereits biologische und chemische Gegenmaßnahmen, die individuell getroffen werden können.
Hinweisen zufolge gab es einen Erstfund des Japankäfers in Deutschland bereits im Jahr 2014 und seit 2021 gab es wiederkehrende Funde in Baden-Württemberg . Durch die klimatischen Bedingungen fühlt der Japankäfer sich in Deutschland wohl und könnte sich ausbreiten. Wichtig ist daher, keine Pflanzen aus dem Ausland mitzubringen, sowie Fahrzeuge und Gepäck vor der Rückreise auf den Schädling zu kontrollieren. So kann jeder dazu beitragen, die Ausbreitung des Japankäfers zu verhindern.