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Das Zwitscher-Heupferd – König der Lovesongs

Das Zwitscher-Heupferd sitzt auf einem grünem Blatt einer Pflanze.

Wissenschaftliche Bezeichnung: Tettigonia cantans
Familie: Tettigoniidae
Gattung: Heupferde

Körperbau: Die männlichen Zwitscher-Heupferde sind ca. 30 mm lang, die Weibchen etwa 35 mm. Der Körper ist komplett grün gefärbt. Auf dem Rücken verläuft eine braune Zeichnung. Der Kopf erinnert entfernt an den eines Pferdes. Die Flügel enden am Rumpfende des Körpers. Bei den Weibchen ist der aus dem Körper herausragende Legestachel deshalb deutlich zu sehen. Zwitscher-Heupferde können aufgrund ihrer kurzen Flügel kaum fliegen.

Vorkommen: Mitteleuropa, Nordeuropa und Asien. Zwitscher-Heupferde sind feuchtigkeitsliebend, kommen aber auch auf auch Trockenrasen in der freien Landschaft vor. Ihre Ansprüche an den Lebensraum sind recht gering, so dass sie auch in Gärten und Feldern zu finden sind.

Nahrung: Die erwachsenen Tiere ernähren sich räuberisch von Raupen, kleineren Insekten und kranken Artgenossen. Die Beute wird im Sprung mit den Vorderbeinen gefangen und mit den Mundwerkzeugen sofort zerbissen. Kleinere Larven ernähren sich vorwiegend von Blattläusen. Gelegentlich werden auch Pflanzenteile verspeist, ohne wesentlichen Schaden anzurichten.

Fortpflanzung: Die Männchen locken die Weibchen durch ihren Gesang (Zirpen) an. Ab Nachmittag bis in die Nachtstunden hinein zirpen die Zwitscher-Heupferde von einer „Warte“, wie z. B. einem Gartenzaun oder Strauch, um ihr Revier zu verteidigen und Weibchen anzulocken. Die hören den Gesang mit Hörorganen an ihren Beinen sogar noch bis zu 40 m Entfernung. Zwitscher-Heupferde zirpen dabei virtuoser als die Schwesternart, das Grüne Heupferd (Tettigonia viridissima). 

Die weiblichen Zwitscher-Heupferde legen mehrere hundert Eier im feuchten Boden ab. Mindestens zwei Jahre verbleiben sie dort, bevor die Larven schlüpfen. Die brauchen noch mehrere Häutungen, bevor sie „fertige“ Heupferde sind. Ausgewachsene Exemplare entdeckt man ab Juli bis in den Oktober hinein. 

Besonderheiten: Die lange Entwicklungszeit der Eier (mehr als zwei Jahre), bevor überhaupt die Larven schlüpfen. Und das virtuose Zirpen, was ihnen wahrscheinlich den Namen „Zwitscher“-Pferd eingebracht hat.

Neudorffs Extra-Tipp: Ja, natürlich kann das „Zwitschern“ auch nerven. Besonders wenn man eigentlich schlafen möchte. Aber immerhin ist es ein ziemlich virtuoser Gesang. Vielleicht nehmen Sie´s als Gute-Nacht-Musik?