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Deutschland

Das Taubenschwänzchen – Fliegendes Rüsseltier

Das Taubenschwänzchen im Anflug auf eine Blüte.

Wissenschaftliche Bezeichnung: Macroglossum stellatarum
Familie: Schwärmer
Art: Taubenschwänzchen

Körperbau: Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 36 bis 70 Millimeter. Der Körper ist überwiegend graubraun. Am Ende des Hinterleibs ist die Färbung dunkler. Charakteristisch sind die braun-schwarzen, wie Haarbüschel aussehende Schuppen, die dem Insekt den Namen geben. Diese Fortsätze dienen als „Steuer“, mit deren Hilfe sie zielgenau Blüten anfliegen können. Taubenschwänzchen verfügen über einen 2 – 3 cm langen Saugrüssel. 

Vorkommen: Europa, Afrika, Asien. Taubenschwänzchen sind Wanderfalter. Im Sommer fliegen sie sogar bis nach Island. In den Wintermonaten halten sie sich in wärmeren Gefilden auf und sind noch in Afrika und den tropischen Bereichen Indiens und Vietnams zu finden. Taubenschwänzchen lieben offenes Gelände mit naturnahen Bereichen und einem genügend großen Angebot an Nektarpflanzen.

Nahrung: Durch ihr Flugverhalten, dass dem eines Kolibris ähnelt, haben die Falter einen sehr hohen Energieverbrauch. Sie sind bei der Nektaraufnahme nicht wählerisch und fliegen unterschiedlichste Pflanzen an, wobei sie Blüten mit langen, schmalen Blütenkelchen bevorzugen. Die Raupen ernähren sich vorzugsweise von Labkräutern, die wild auf Wiesenflächen wachsen. Taubenschwänzchen können sich nektarreiche Blütenstandorte bzw. Blüten merken und fliegen diese dann mehrfach an.

Fortpflanzung: Die männlichen Falter suchen zur Paarung die Weibchen an warmen, senkrechten Stein- oder Erdwänden. Die Begattung findet sitzend statt. Dabei sind beide Falter an den Hinterleiben aneinandergekoppelt und können so bei Störung sogar zusammen fliegen. Nach der Begattung nehmen die Weibchen erst Nektar auf und legen anschließend jeweils nur ein Ei an eine geeignete Futterpflanze. Zwischendurch müssen die weiblichen Taubenschwänzchen immer wieder Nektar aufnehmen. Die Entwicklung des Eis bis zur Puppe dauert unter optimalen Bedingungen 20 Tage. Nach weiteren drei Wochen Entwicklungszeit schlüpfen dann die Falter.

Besonderheiten: Der kolibriähnliche Flug des Falters. Der „Schwirrflug“ erlaubt dem Taubenschwänzchen ein schnelles Reagieren auf eine veränderte Blütenstellung, etwa durch Wind. Aufgrund seines Flugvermögens kann das Taubenschwänzchen bis zu 80km/h erreichen. 

Neudorffs Extra-Tipp: Wenn Sie diesem unsteten Gast einen angenehmen Aufenthalt in ihrem Garten anbieten möchten, sorgen Sie für nektarreiche, vielfältige Blüten. Das Taubenschwänzchen liebt blaue und lila Blüten. Einige geeignete Pflanzen, wie z. B. der Natternkopf, sind auch in unseren Wildgärtner Freude Samen-Mischungen enthalten. Geeignete Futterpflanzen sind aber auch typische Gartenpflanzen wie Storchschnabel, Phlox oder Flieder.