Entwicklung
Zecken treten von März bis Oktober im Freien auf. Besonders aktiv sind sie von April bis Juni.
Die gesamte Entwicklung vom Ei bis zum erwachsenen Tier dauert 2-3 Jahre, bei ungünstigen Bedingungen bis zu 5 Jahre. Sie können sogar ein paar Jahre ohne Nahrung auskommen. Für die Entwicklung sind drei verschiedene Wirte notwendig. Jeweils nach der Blutaufnahme lässt sich das Tier fallen, um sich zu häuten. Die Weibchen saugen sehr viel mehr als die Männchen.
Die letzte Blutmahlzeit nimmt das Weibchen zu sich, bevor es mit der Eiablage beginnt. Sie legen bis zu 3000 Eier.
Larven befallen meist Kleinsäuger wie Mäuse, Nymphen saugen an Igeln und Eichhörnchen, Erwachsene an Rehen und Hirschen.
Zecken leben vor allem in bodennaher Vegetation, wo es feucht, warm und windgeschützt ist. Bei Trockenheit oder Kälte wandern sie in feuchtes Laub am Boden ab. Ihre Hauptaktivität liegt in den Morgenstunden und am frühen Abend. Ab 10 °C klettern sie auf maximal 1,5 m Höhe, wo sie ihren Wirten oft monatelang auflauern. Bevorzugt halten sie sich jedoch in 50 -100 cm Höhe auf. Die augenlosen Zecken erkennen ihre Wirte mit Hilfe ihres Geruchssinnes an den Erschütterungen, den Ausdünstungen der Haut sowie an der CO2-Abgabe der Atemluft.
Die Zecke wird durch ihren Wirt vom Laub gestreift und sucht aktiv die Haut nach geeigneten Stellen ab. Das kann mehrere Stunden dauern. Bevorzugt werden gefäßreiche, dünnhäutige Stellen an Kopf, Hals, Schulter, Achsel, Kniekehlen und Leistengegend.
Hat sie eine geeignete Stelle gefunden injiziert sie ein Betäubungsmittel, so dass der Stich meist unbemerkt bleibt. Gleichzeitig verwendet sie Stoffe, die die Gerinnung des Blutes hemmen. Mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen reißt sie die Haut auf und saugt das austretende Blut auf. Erst mehrere Stunden nach dem Ansaugen beginnt die Abgabe des möglicherweise infektiösen Speichels. Daher ist es auf jeden Fall sinnvoll, Zecken zu entfernen. Selbst wenn man sie erst Stunden nach dem Spaziergang feststellt.
Der Saugvorgang dauert mehrere Stunden. Mit Hilfe ihres mit Widerhaken besetzten Stechapparates verankert sie sich in der Wunde. Zusätzlich produziert sie noch eine Art Klebstoff, durch den sie sich mit dem Wirt fest verbindet.
Eine Zecke kann das 200fache ihres Eigengewichts an Blut aufnehmen. Ein erwachsenes Zeckenweibchen saugt bis zu zehn Tage. Anschließend löst es sich von seinem Opfer und sucht eine geeignete Stelle am Boden zur Eiablage. Nach diesem Kraftakt stirbt das Weibchen.
Aus den Eiern schlüpfen mikroskopisch kleine, geschlechtslose Larven. Sie haben sechs Beine. Nach ihrer ersten Blutmahlzeit häuten sich die Larven und wachsen zu ein bis zwei Millimeter großen Nymphen heran. Sie sind ebenfalls noch geschlechtslos, haben aber im Gegensatz zu den Larven acht Beine. Erst nach einer erneuten Blutmahlzeit und einer weiteren Häutung entstehen erwachsene Weibchen und Männchen.


