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Garten-Lexikon

Bacillus thuringiensis

Zahlreiche Bakterienarten treten natürlicherweise als Krankheitserreger bei Insekten auf. Zu den bekanntesten und bei uns am häufigsten vorkommenden gehört Bacillus thuringiensis (→Pflanzenschutzmittel). Dieses Bakterium wird als hochwirksames und dabei selektiv wirkendes Insektizid eingesetzt. Es schont Nützlinge, andere Tiere und auch den Menschen. Das Bakterium vermehrt sich in den von ihm infizierten Insekten und bildet Dauersporen. Dabei entstehen Eiweißkristalle, die die Darmwand-Zellen der Schädlinge zerstören. So können Bakterienzellen in die Körperhöhle eindringen und das Insekt abtöten.

Bacillus thuringiensis-Sporen wirken nur, wenn die Schädlingen die fressen. Es kommt zur Lähmung der Muskeln, und nach wenigen Stunden hört der Fraß auf. Eine Übertragung der Bakterien von befallenen auf gesunde Wirtstiere findet nicht statt.

Bacillus thuringiensis mit der Unterart „aizawai“ wirkt in Raupenfrei Xentari®* *** (→Pflanzenschutzmittel) gegen →Raupen, Bacillus thuringiensis der Unterart „israelensis“ wirkt in StechmückenFrei gegen Mücken.

Bakterienkrankheiten

Bakterienkrankheiten

Bakterielle Krankheitserreger sind eigenständig lebensfähige, einzellige Schaderreger ohne echten Zellkern. Sie besiedeln lebendes oder abgestorbenes Pflanzenmaterial. In die Pflanze dringen sie meist durch Wunden ein. Können an einzelnen Pflanzenteilen auftreten oder die Leitungsbahnen der Pflanze besiedeln und dadurch eine Welke hervorrufen. Bakterien überwintern im Boden, auf infizierten Knollen, Samen und erkrankten Pflanzenresten. Die Verbreitung kann durch Wind, Regen, Insekten, aber auch durch Pflegemaßnahmen wie Schnitt oder Pflanzenteilung geschehen. Durch Bakterienkrankheiten verursachte Symptome sind z. B. Welke, Verfärbung, Fleckenbildung, Fäulnis, Formveränderung, krebsartige Wucherung und Gallenbildung.

Spritzmaßnahmen bei vorhandenem Befall sind nicht möglich. Erkrankte Pflanzenteile müssen unverzüglich entfernt werden, komplett befallene Pflanzen mit der Wurzel entsorgen. Vorbeugend vor allem auf gesundes Pflanzgut, saubere Gartengeräte sowie resistente Sorten achten.

Baumpflege

Baumpflege

Regelmäßige Maßnahmen der Bbaumpflege sind

- Wundversorgung mit Malusan® Wundverschluss,

- Totholz entfernen,

- Auslichtungs- und Erziehungsschnitt ,

- zwischen Oktober und Februar Bestreichen der Stämme und unteren Äste von Obstgehölzen mit Bio-Baumanstrich zur Rindenpflege,

- sofortiges Entfernen von →Fruchtmumien,

- im September Anlegen des Raupen- und AmeisenLeimringes zum Abfangen von Frostspanner-Weibchen (→Biotechnischer Pflanzenschutz),

- →Austriebsspritzung im Februar/März.

Mehr Informationen zur Baumpflege finden Sie hier.

Baumscheibe

Abgegrenzte, meist nicht bewachsene Bodenfläche um den Stamm von Obst- und Ziergehölzen. Dient der besseren Wasser- und Nährstoffaufnahme. Kann abgedeckt werden mit →Mulchkompost oder Rindenmulch.

Baumschnitt

Baumschnitt

In der Natur haben Obstgehölze wie alle Pflanzen das Bestreben, sich gut zu vermehren und daher viele Samen zu bilden. Im Garten ist jedoch gewünscht, dass die Früchte schmackhaft und gesund sind. Daher brauchen Obstgehölze im Garten den regelmäßigen Baumschnitt.

 

Gründe für den Obstbaumschnitt

Durch den Schnitt gelangt mehr Licht in die Krone. Das fördert Reife und Geschmack der Früchte.

Die Krone wird luftiger. Dadurch trocknen die Blätter schneller ab. Das verringert die Ausbreitung von →Pilzkrankheiten wie →Apfelschorf oder →Monilia Fruchtfäule.

Der Baum bleibt kleiner, die Äste stehen weniger dicht. Das erleichtert Ernte und Pflege.

Richtig geschnittene Bäume sind stabiler und vitaler. Äste brechen bei Stürmen weniger leicht ab.

 

Schnittzeitpunkt

Der Winterschnitt hat den Vorteil, dass in dieser Zeit der Kronenaufbau durch das fehlende Laub am übersichtlichsten ist. Außerdem hat der Hobbygärtner dann genügend Zeit für den Schnitt.

Der Sommerschnitt hat jedoch für viele Obstarten den Vorteil, dass sich die Wunden schneller schließen und sich dadurch die Gefahr des Eindringens von Krankheitserregern verringert. Bei Kirschen und bei der Walnuss hat sich der Sommerschnitt besonders bewährt, weil er das starke Ausbluten der Wunden verhindert.

Die Temperatur beim Winterschnitt sollte über - 5° C liegen. Bei niedrigeren Temperaturen ist die Astbruchgefahr zu groß.

Optimal für den Winterschnitt ist der März, da kurz vor dem Austrieb Bäume und Sträucher am besten in der Lage sind, entstandene Wunden dauerhaft zu schließen.

 

Fachgerechte Wundpflege

Beim Schnitt entstandene Wunden sollen schnell heilen, damit keine Krankheitserreger eindringen können. Daher beim Schnitt einige Regeln beachten:

- Keine „Kleiderhaken“ stehen lassen. An den verbleibenden Aststücken können sich sonst Krankheitserreger einnisten. Zweige immer in unmittelbarer Nähe vom jeweiligen Hauptast entfernen.

- Ausgefranste Wundränder mit einem scharfen Messer nachschneiden. Glatte Ränder heilen schneller.

- Entstandene Wunden sofort mit Malusan® Wundverschluss bis über den Randbereich hinaus verschließen. Durch das vollständige Verstreichen ist die Wunde wie mit einem Pflaster geschützt. Und das Gewebe, aus dem heraus die Wundheilung geschieht (Kambium), bleibt vor Austrocknung geschützt.

- Äste stets vollständig entfernen. Bleiben einzelne Äste nach dem Prinzip des Heckenschnitts teilweise stehen, wird der Austrieb von steil nach oben wachsenden Trieben gefördert die keine Früchte bringen.

Mehr Informationen zum Baumschnitt finden Sie hier.

Fachgerechter Baumschnitt - Verdichtete Astpartien Wachsen Äste so dicht übereinander, dass die unteren Äste nicht genug Licht bekommen, muss ausgelichtet werden. Daher die untersten, stark herabhängenden und vergreisten Äste komplett entfernen. Die oberen bleiben erhalten. - Fruchtholzerneuerung Blüten und Früchte bilden sich nur an fruchttragenden Zweigen („Fruchtholz“). Altes, abgetragenes Fruchtholz entfernen, um die Bildung von jungem, leistungsfähigem Holz zu fördern. - →Obstbaumkrebs Befallsstellen sorgfältig mit Säge oder Stemmeisen entfernen. Sind Äste im gesamten Umfang befallen, müssen sie komplett entfernt werden. Die Wunden sorgfältig mit Malusan® Wundverschluss (Pflanzenschutzmittel) verstreichen. - Konkurrierende Hauptäste Gibt es zwei Mitteltriebe, so wird einer entfernt. Gleiches gilt für Hauptäste: wachsen zwei in die gleiche Richtung, den schwächeren der Äste entfernen. Korrektur des Mitteltriebes bei Süßkirsche Süßkirschen benötigen kaum Auslichtungsschnitt. Sie bilden von Natur aus lockere Kronen. Achten Sie auf Konkurenztriebe zur Spitze und entfernen Sie diese, da sie leicht brechen können. Ein schrägwachsender Mitteltrieb wird bis zum senkrechtwachsenden Neutrieb abgeschnitten. Dieser Süßkirschenschnitt ist sowohl im Winter als auch direkt nach der Ernte möglich. Rundkrone Apfel-Halbstamm Schnell verkahlt der untere Teil der Obstbaumkrone, wenn nicht geschnitten wird. Die Folge: Es wird immer schwerer, die Ernte zu erreichen. Damit das nicht passiert, besonders die Seitenäste am oberen Teil des Mitteltriebes kurz halten. So werfen sie keinen Schatten auf die unteren Astpartien. Durch den Anschnitt des Mitteltriebes wird die Verzweigung der Spitze angeregt. Außerdem hält man sich so den Baum etwas niedriger. Wenn auch Apfelbäume sehr gut schnittverträglich sind, so sollten pro Winterschnitt maximal 40 % der Zweige nach dem Auslichten unter dem Baum liegen. Schnittzeitpunkt
ObstbäumeJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Apfelxxx
Birnexxx
Brombeerexx
Himbeerexx
Johannisbeere/Stachelbeerexxxx
Kirschexx
Pfirsichx
Pflaume/Zwetschexx
Weinxxx
Mehr Informationen zum Baumschnitt finden Sie hier.

Bewässerung

Bewässerung

Versorgung der Pflanzen mit Wasser. Optimal geeignet ist Regenwasser, da es wenig →Kalk enthält. Die Bewässerung sollte morgens erfolgen damit das Laub der Pflanzen abtrocknen kann. Bei der Bewässerung am Abend bleibt das Laub länger feucht, so dass sich →Pilzkrankheiten und →Bakterienkrankheiten gut ausbreiten können. Außerdem fördert die abendliche Bewässerung den Schneckenbefall, da sich →Schnecken bei Feuchtigkeit besser entwickeln.

Biotechnischer Pflanzenschutz

Biotechnischer Pflanzenschutz

Nutzt die natürlichen Reaktionen von Schädlingen auf physikalische oder chemische Reize. Meist bewirken diese Verfahren eine Störung des Schaderregerverhaltens, oder dienen dem gezielten Abfangen bestimmter Schädlinge und Schädlingsstadien.

Dabei werden sowohl chemische Signale und Wirkstoffe (z. B.→Pheromone, Neudomon® ApfelmadenFalle, Neudomon® PflaumenmadenFalle, WildStopp), physikalische Einflüsse wie optische Reize (z. B. Gelbtafeln, Gelb-Sticker, KirschmadenFallen) und auch mechanische Barrieren (z. B. Raupen- und AmeisenLeimring, SchädlingsschutzNetz, ObstmadenFanggürtel) genutzt. Biotechnischer Pflanzenschutz kann den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln überflüssig machen.

Birnengitterrost

Birnengitterrost

Blattoberseits orange Flecken. Blattunterseits gelbliche Pusteln. Überwinterung an bestimmten Wacholderarten, z.B. Sadebaum (Juniperus sabinae), nicht am Gemeinen Wacholder (Juniperus communis).

Vorbeugung

- Befallene Wacholder entfernen oder zumindest die schleimig verdickten Stellen an befallenen Büschen bis tief ins gesunde Holz herausschneiden. Schnittwunden mit Malusan® Wundverschluss verstreichen. - Durch Neudo®-Vital Obst-Spritzmittel optimal ernährte Pflanzen sind weniger anfällig gegen Pflanzenkrankheiten, daher düngen ab Mitte April mehrmals durch Spritzungen mit Neudo®-Vital Obst-Spritzmittel (→Pflanzenhilfsmittel).

Blattdüngung

Nährstoffgabe in flüssiger Form über das Laub. Die Pflanze nimmt die →Nährstoffe mit den Blättern auf. Dadurch wird ein schneller Effekt erzielt, denn die Nährstoffe können sehr schnell wirken. Wird vor allem für die Versorgung mit →Stickstoff (Balsamol Blattdünger) und →Eisen (Ferramin® Eisendünger) verwendet.

Blattfleckenpilze (Kirschlorbeer)

Blattfleckenpilze (Kirschlorbeer)

An den Blättern rundliche bis ovale, bräunliche Flecken. Die infizierten Flecken brechen teilweise heraus, so dass die Blätter Löcher aufweisen. Befall am Blattrand oder in der Blattmitte beginnend. Ursache sind verschiedene →Pilzkrankheiten. Überwinterung an Blättern und Zweigen.

Vorbeugung

- Rückschnitt befallener Triebe - Bedarfsgerechte Düngung mit Azet® KoniferenDünger

Bekämpfung

s. Pflanzen-Doktor: Blattflecken

Blattfleckenpilze (Rhododendron)

Blattfleckenpilze (Rhododendron)

Unregelmäßig ausgedehnte, dunkelbraune bis aschgraue Flecken auf den Blättern, z. T. mit dunklem Rand versehen.

Vorbeugung

- Ausgewogene Nährstoffversorgung mit Azet® RhododendronDünger (→Dünger) - Luftfeuchtigkeit herabsetzen, falls möglich - Befallene Blätter entfernen und vernichten

Bekämpfung

s. Pflanzen-Doktor: Blattflecken

Blattläuse

Blattläuse

Blätter deformiert, gerollt oder gekräuselt. Blattunterseits und an Triebspitzen gelbe, grüne, graue oder schwarze, länglich-ovale Tiere. Oft treten Blattläuse in Kolonien auf. Im Sommer erscheinen auch geflügelte Tiere. Befallene Pflanzenteile sind durch →Honigtau oft klebrig. Darauf siedelt sich häufig ein schwarzer Rußtaupilz an. Blattoberseits sind weiße Blattlaushüllen erkennbar, die durch Häutung der Blattläuse entstehen. Bei starkem Befall vergilben die Blätter und sterben ab. Überwinterung als Ei an Gehölzen.

Vorbeugung

- →Nützlinge im Garten fördern, vor allem Florfliegen, Schwebfliegen und Marienkäfer. Gut geeignet zu deren Ansiedlung ist die Samen-Mischung WildgärtnerFreude Bienengarten. - Ausgewogene Düngung mit Fertofit® GartenDünger (→Dünger), zu viel Stickstoff vermeiden.

Bekämpfung

s. Pflanzen-Doktor: Blattläuse

Blattwespen

Blattwespen

Blattunterhaut abgenagt, so dass nur die mittlere Hautschicht der Blätter stehen bleibt (Fensterfraß). Diese fällt später z.T. heraus. Verursacht durch die den Nacktschnecken ähnlichen, ca. 10 mm langen Larven der Blattwespe. Weibchen legen Eier an Blattstängeln ab. Daraus entwickeln sich grünlich gescheckte Raupen. Vor allem im Mai/Juni und August. Überwinterung im Boden.

Vorbeugung

- →Nützlinge, insbesondere Vögel, fördern.

Bekämpfung

s. Pflanzen-Doktor: Blattwespen

Blaualgen

Bilden schwarzen Belag im Rasen. Vor allem im Winter. Mögliche Ursachen sind unausgewogene Nährstoffversorgung, vor allem Mangel an →Kalium, →Staunässe und Bodenverdichtungen.

Vorbeugung

- Profipflege für den Rasen sichert eine bedarfsgerechte, ausgewogene Düngung und verbessert die Bodenstruktur. Oberflächliche Bodenverdichtungen und →Staunässe werden beseitigt und das →Bodenleben aktiviert.

Bekämpfung

Durch Vertikutieren lassen sich die Blaualgen entfernen. Aerifizieren, also das Löchern des Bodens mittels einer Grabegabel, kann Verdichtungen beseitigen. Bei sehr schweren Böden hilft das Besanden. Dabei wird feiner, gewaschener Sand dünn und gleichmäßig über den Rasen gestreut.

Blumenerde

Erden

Blutläuse

Blutläuse

Befall an Äpfeln. An Zweigen und Schnittstellen mit weißer Wolle bedeckte Blutläuse (ähnlich Wollläusen an Zierpflanzen). Saugen an Ästen und Triebspitzen. Dadurch entstehen Verdickungen und Verkrüppelungen, so genannter „Blutlauskrebs“. Überwinterung im Wurzelbereich.

Vorbeugung

- Raupen- und AmeisenLeimring (→Biotechnischer Pflanzenschutz) Anfang März um den Stamm der Apfelbäume legen. Das verhindert die Wanderung der Blutläuse von den Winterverstecken in die Baumkrone.

Bekämpfung

s. Pflanzen-Doktor: Blutläuse (Wollläuse)

Boden

Entsteht aus Gestein, das an der Erdoberfläche durch Klimaeinflüsse, Pflanzenwuchs und die Aktivität von →Bodenorganismen verwittert. Besteht aus mineralischen und organischen Substanzen. Je nach Zusammensetzung des Bodens unterscheidet man mittels einer →Fingerprobe verschiedene Bodenarten.

Boden – Bodenarten „Leichte Böden“ enthalten besonders viel Sand. Sie ermöglichen eine leichte Bearbeitung und sorgen für eine gute Durchlüftung. Enthalten nur wenig →Nährstoffe, können diese nur schlecht festhalten und haben eine geringe Wasserspeicherfähigkeit. Verbesserung möglich durch regelmäßige Ausbringung von Bentonit SandbodenVerbesserer (→Bodenhilfsstoffe). „Mittelschwere Böden“ haben einen hohen Lehmanteil. Sie sind für die gärtnerische Nutzung am besten geeignet, da sie über grobe und feine Bodenpartikel in einem ausgewogenen Verhältnis verfügen. Sie erwärmen sich im Frühjahr leicht, speichern Wasser und Nährstoffe gut und lassen sich leicht bearbeiten. Sind die Böden sehr hell, deutet das auf einen Bedarf an →Humus hin. Dieser kann durch Neudorff Terra Preta® BodenAktivator(→Bodenhilfsstoffe) zugeführt werden. „Schwere Böden“ enthalten viel Ton. Sie haben ein gutes Wasser- und Nährstoffspeichervermögen. Allerdings sind sie sehr fest, lassen sich daher nur schlecht bearbeiten, erwärmen sich nur schwer und neigen zu →Staunässe. Regelmäßige Ausbringung von →Kompost und Neudorff Terra Preta® BodenAktivator (→Bodenhilfsstoffe) bringt mehr →Humus in den Boden und verbessert dadurch die Struktur. →Fingerprobe

Bodenbearbeitung

Bodenbearbeitung

Sorgfältige Bodenbearbeitung ist Voraussetzung für gesundes Pflanzenwachstum. Im naturgemäß bewirtschafteten Garten wird auf das Umgraben weitgehend verzichtet. Um die natürliche Bodenschichtung beizubehalten hat sich das Durcharbeiten mit dem Sauzahn oder durch Hacken bewährt. Denn nur in der obersten Erdschicht (10 - 20 cm Bodentiefe) wird die →Bodengare durch reges →Bodenleben gebildet. Im Jahresverlauf muss der Boden durch Hacken locker gehalten werden.

Dadurch wird

- Verkrustungen vorgebeugt,

- Unkrautwuchs eingedämmt,

- die Wurzelatmung verbessert,

- die Wasserverdunstung verringert,

- die Erwärmung des Bodens erleichtert und

- die Wasseraufnahmefähigkeit verbessert.

Bodengare

Gesamtheit aller positiven Bodeneigenschaften hinsichtlich Struktur, Luft- und Wasserhaushalt. Wird beeinflusst durch die Aktivität des →Bodenlebens, →Bodenbearbeitung, →Bewässerung und →Düngung. Eine gute Bodengare ist erkennbar am lockeren, krümeligen Boden. An der Krümelbildung sind vor allem →Bodenorganismen beteiligt. Einige Arten binden Stickstoff direkt aus der Luft und stellen ihn den Pflanzen als Nahrung zur Verfügung. Außerdem geben sie Wuchsstoffe ab, die das Jungpflanzenwachstum und die Wurzelbildung fördern.

Die dauerhafte Bodenfruchtbarkeit wird unterstützt durch die regelmäßige Ausbringung von Kompost oder eines Dauerhumus-Konzentrates aus organischen Material (Neudorff Terra Preta® BodenAktivator, →Bodenhilfsstoffe). Doch auch die bedarfsgerechte organische →Düngung, die notwendige Versorgung des Bodens mit →Kalk, die richtige →Bodenbearbeitung sowie andere Maßnahmen der →Bodenverbesserung tragen dazu bei, den Boden fruchtbar zu machen.

Bodenhilfsstoffe

Bodenhilfsstoffe

Stoffe ohne wesentlichen Nährstoffgehalt, die der gezielten →Bodenverbesserung dienen. Verbessern den Boden in seinen physikalischen, biotischen oder chemischen Eigenschaften und können die Wirksamkeit von →Düngern steigern.

Wichtige Bodenhilfsstoffe sind Neudorff Terra Preta® BodenAktivator, Azet® VitalKalk+, Bentonit SandbodenVerbesserer, Neudorffs UrgesteinsMehl.

Bodenleben

Bodenleben

Gesamtheit der →Bodenorganismen. Sie lockern und durchmischen den →Boden, verkleben die Bodenteilchen zu stabilen Krümeln und produzieren den größten Anteil des für das Pflanzenleben wichtigen Kohlendioxids.

Humusbildung, Nährstoffumsetzung und Krümelstruktur im Gartenboden sind abhängig von einem intakten Bodenlebens. Dieses zu schonen und zu fördern ist das Ziel der naturgemäßen Bodenpflege. Je größer die Vielfalt der Bodenorganismen umso geringer ist die Gefahr einer einseitigen Massenvermehrung von Krankheitserregern.

Bodenmüdigkeit

Bewirkt sinkende Erträge und nachlassende Blühfreudigkeit. Beruht auf einseitigem Nährstoffentzug, übermäßiger Vermehrung von Schädlingen und Krankheiten der entsprechenden Kultur, wachstumshemmenden Wurzelausscheidungen der Kulturpflanzen, einseitiger →Fruchtfolge sowie Artenrückgang bei den →Bodenorganismen.

Vorbeugung

Regelmäßige →Fruchtfolge, Umpflanzen an anderen Standort. Durch Anwendung der organischen →Spezialdünger von Neudorff lassen sich die Auswirkungen der Bodenmüdigkeit mindern. Vorher den →pH-Wert des Bodens mit einem →Bodentest prüfen und dann nach Anleitung die benötigte Menge Azet® VitalKalk+ (→Bodenhilfsstoffe) ausbringen.

Bodenorganismen

Bodenorganismen

Das Bodenleben setzt sich zusammen aus einer Vielzahl von Organismen, die bestimmte Funktionen übernehmen. Der größte Anteil der Bodenorganismen ist in den obersten 3 - 10 cm Tiefe zu finden. Unter 25 cm nimmt ihre Zahl stark ab. Durch organische Dünger werden Bodenorganismen gefördert. Es gibt viele unterschiedliche Arten von Bodenorganismen:

- Bakterien sind beteiligt an der Zersetzung von organischen Substanzen, binden zum Teil Luftstickstoff (→Knöllchenbakterien), bauen Schadstoffe ab, unterdrücken Schaderreger und sind sehr wichtig für Humusbildung und -abbau (→Humus). In einem Quadratmeter Boden finden sich bis 15 cm Tiefe 1 kg Bakterien.

- Pilze zersetzen Zellulose und Lignin und sind wichtig für die Lebendverbauung des Bodens (Erosionsschutz), binden ebenfalls organische Substanz und wirken Schaderregern entgegen. Ihr Gewicht pro qm Boden beträgt gleichfalls etwa 1 kg.

- Algen sind Primärproduzenten organischer Masse und können wachstumsstimulierende Substanzen ausscheiden. Sie können mit Pilzen eine Lebensgemeinschaft (Symbiose) eingehen und dadurch →Flechten bilden.

- Kleintiere (Spinnentiere, Tausendfüßer, Insekten, Würmer u. a.) zerkleinern, durchmischen oder verdauen organische Substanz, durchlüften den Boden durch ihre Gänge oder leben als Räuber und durchwühlen dabei den Boden. Sie sind wichtig für den Nährstoffaufschluss, die Dränierung des Bodens und die Verteilung des →Humus.

In einem Gramm Boden können 1,5 Milliarden Geißeltierchen leben sowie 50000 Nematoden, 200 Springschwänze, 150 Milben u.v.a. Organismen. Die meisten B. brauchen einen gut durchlüfteten Boden der genügend Feuchtigkeit besitzt und einen neutralen oder schwach sauren →pH-Wert aufweist.

Bodentest

Bodentest

Der pH-Bodentest von Neudorff

Mit dem pH-Bodentest von Neudorff können Sie schnell und einfach den pH-Wert und die Höhe des Kalkbedarfs Ihres Bodens feststellen. Je nach Kalkgehalt teilt man die Böden in starksaure, saure, schwachsaure und neutrale Böden ein. Die Ansprüche der Pflanzenarten an den →pH-Wert des Bodens sind dabei verschieden – im Allgemeinen sollte der Boden schwachsauer bis neutral sein, nur wenige Pflanzen können etwas mehr Bodensäure vertragen.

Der Kalkgehalt im Boden verringert sich in erster Linie durch das Auswaschen des Kalks in den Unterboden oder durch den Kalkentzug der Pflanze sowie durch den sauren Regen. Ist der Kalkgehalt stark abgesunken, ist der Boden säurekrank – in diesem Fall ist eine Gesundungskalkung vorzunehmen. Eine Erhaltungskalkung soll dagegen lediglich den jährlichen Kalkentzug ersetzen, um den Boden in gutem Zustand zu erhalten.

Aufkalkungstabelle/Aufwandmenge je nach Bodenart

Kalkbedarf in g/m²

Anfangs-pH-Wert
des Bodens
Sand bis sandiger LehmbodenLehm- und Tonboden
Ziel-pH-Wert 6,0 Ziel-pH-Wert 6,5Ziel-pH-Wert 6,0 Ziel-pH-Wert 7,0
4,0500 g750 g600 g1.200 g
4,5400 g600 g500 g 900 g
5,0300 g450 g350 g700 g
5,5200 g350 g250 g550 g
6,0-200 g-400 g
6,5---250 g

wobei 10g/m² = 1kg/100 m² = 1kg/a = 25 kg/Morgen = 100 kg/a = 1 dt/ha

Entnahme von Bodenproben für gärtnerisch genutzte Flächen

Die beste Zeit für die Entnahme von Bodenproben ist nach der Ernte bis vor der nächsten Düngung. Dabei sind frisch gedüngte Felder, Grün- und Gartenland von der Entnahme der Proben auszuschließen.

Gartenland
Entnehmen Sie aus 5 bis 20 cm Tiefe mit einer kleinen Schaufel oder einem Bohrstock von je 50 Quadratmetern Gartenfläche vier gleichgroße Bodenproben und vermischen Sie diese gründlich miteinander.


Grünland (Rasenflächen, Weiden, Wiesen)
Die Bodenprobe wird aus einer Tiefe von bis zu 10 cm entnommen. Schneiden Sie dazu einen dreieckigen Block, dessen Seitenlängen etwa 5 bis 10 cm betragen, mit einem Messer aus und heben Sie diesen Block heraus. Anschließend kratzen Sie seitlich und gleichmäßig von oben nach unten mit einem Löffel etwas Boden ab, bevor Sie den Block wieder in den Rasen einsetzen und festtreten.


Folgende Aspekte sollten zudem bei der Entnahme von Bodenprobe beachtet werden:

- Die Probe ist gut zu vermischen.

- Mischproben sind nur von der gleichen Bodenart und nur von Böden mit gleicher Fruchtfolge zu entnehmen. Unter dem Begriff der Fruchtfolge versteht man dabei die zeitliche Abfolge unterschiedlicher Kulturpflanzen auf demselben Beet.

- Eine Mischprobe sollte etwa 500 g betragen, wobei Steine vorab auszulesen sind.

- Senken, Bodenerhebungen oder andere Ungleichheiten sind gesondert zu untersuchen – auszulassen sind also: Fehlstellen, Maulwurfshaufen, Moorlöcher sowie alle Stellen, wo Dünger, Stalldünger oder Kalk gelagert worden ist.

Kalkansprüche verschiedener Kulturpflanzen

KulturpflanzenpH-Wert
Grünland
Rasenflächen, Weiden, Wiesen6,0-7,0
Gemüse und Kräuter
Blumenkohl6,0-7,5
Bohnen6,0-7,5
Brokkoli6,0-7,0
Erbsen6,0-7,5
Feldsalat6,5-7,5
Fenchel5,0-6,0
Grünkohl6,0-7,0
Gurken5,5-7,0
Kartoffeln5,0-7,0
Kohlrabi6,5-7,5
Kopfsalat5,5-7,5
Kürbis5,5-7,5
Mais6,0-7,0
Möhren6,0-7,5
Petersilie5,5-6,5
Pfefferminze6,0-7,5
Porree6,0-7,5
Radieschen5,5-7,0
Rettich5,5-7,0
Rosenkohl6,0-7,5
Rote Beete6,0-7,5
Rotkohl6,0-7,5
Schalotten5,5-7,5
Schnittlauch6,0-7,0
Schwarzwurzeln6,5-7,5
Spargel5,5-7,0
Spinat5,5-7,0
Sellerie6,0-7,5
Tomaten5,5-7,5
Weißkohl6,0-7,5
Wirsingkohl6,0-7,5
Zwiebeln6,5-7,5
Obst
Äpfel6,0-7,0
Birnen6,0-7,0
Brombeeren5,5-6,5
Erdbeeren6,5-7,5
Haselnuss6,0-7,0
Heidelbeeren4,5-6,0
Himbeeren5,5-6,5
Johannisbeeren (schwarz, weiß)6,0-7,5
Johannisbeeren (rot)5,5-7,0
Pfirsich6,0-7,0
Pflaume6,0-7,5
Preiselbeeren4,5-6,0
Rhabarber5,5-7,0
Sauerkirschen5,5-6,5
Stachelbeeren (amerikanisch)5,0-6,5
Stachelbeeren (europäisch)6,0-7,5
Süßkirschen6,5-7,5
Zwetschge6,0-7,5
Nadelgehölze
Eiben5,5-7,0
Fichten5,5-6,5
Kiefern5,5-7,0
Lärchen5,5-7,0
Lebensbäume (Thuja)6,0-7,0
Tannen5,5-6,5
Wacholder5,5-6,5
Weymouthskiefer4,5-6,0
Zeder (weiß)4,5-5,5
Zeder (virginische)5,5-7,0
Zypressen5,5-6,5
Laubgehölze
Ahorn6,0-7,5
Birke5,0-6,0
Buche6,0-7,5
Eiche5,0-6,0
Flieder5,5-6,5
Forsythie6,0-7,0
Kastanie5,0-6,0
Liguster6,0-7,5
Linde6,0-7,5
Magnolie5,5-7,0
Pappel5,5-7,5
Platane6,0-7,5
Robinie6,0-7,5
Rose6,0-7,5
Trauerweide5,0-6,0
Weide5,5-7,5
Zierpflanzen, Stauden etc.
üblicherweise5,5-6,5
Ausnahmen:
Azaleen4,0-5,5
Farne4,5-5,5
Heidekraut4,5-6,0
Hortensie5,0-5,5
Hortensie (blau)4,5-5,0
Maiglöckchen4,5-6,0
Rhododendren4,0-5,5
Waldmeister5,5-6,5
Topf-, Kübel- und Balkonpflanzen
üblicherweise5,5-6,5
Ausnahmen:
Farne4,5-5,5
Kamelie4,0-5,5
Klivie6,5-7,0
Usambaraveilchen4,5-5,5
Wachsblume6,5-7,0
Weihnachtskaktus5,0-6,0
Zierspargel (Asparagus)6,0-7,0

Bodenverbesserung

Bodenverbesserung

Gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Bodenstruktur, um langfristig das Pflanzenwachstum zu verbessern. Dazu zählen

- Auflockern des Bodens durch Bearbeitung mit Sauzahn oder Grabegabel,

- Anbau von →Gründüngung,

- Ausbringung von →Kompost, am besten im Frühjahr, oder Neudorffs Terra Preta BodenAktivator,

- Ausbringung von geeigneten Bodenhilfsstoffen je nach Bodenbeschaffenheit (→pH-Wert), wie Bentonit SandbodenVerbesserer und Neudorffs UrgesteinsMehl,

- Verwendung von Spezialerden wie NeudoHum® RhododendronErde und NeudoHum® RosenErde (→Erden).

Buchsbaum-Blattfloh

Buchsbaum-Blattfloh

An Triebspitzen kleine, grüngelbliche, blattlausähnliche Tiere. Jungstadien produzieren weiße Wachsfäden. Oft helle Ausscheidungströpfchen an den Pflanzen. Überwinterung an befallenen Pflanzen.

Bekämpfung

s. Pflanzen-Doktor: Buchsbaum-Blattfloh

 

* Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen. Warnhinweise und -symbole in der Gebrauchsanleitung beachten.
** Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.
*** Biozidprodukte vorischtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.