Rote Mauerbiene

1

In unseren Breitengraden ist die Rote Mauerbiene häufig anzutreffen. Sie überwintert als erwachsenes Tier in hohlen Pflanzenstängeln oder anderen Öffnungen. Von März bis Juni verlassen die Wildbienen ihre Überwinterungsquartiere zur Paarung. Die begatteten Weibchen suchen nun ein geeignetes Versteck zur Eiablage, beispielsweise einen hohlen Schilfstängel. Hier baut sie zunächst aus Lehm und Speichel eine Rückwand. Davor lagert sie Nektar und Pollen, die Nahrung für die bald dort lebende Wildbienen-Larve. Sobald diese Brutzelle ausreichend gefüllt ist, legt sie ein Ei auf dieses Nahrungspolster und verschließt diese erste Brutzelle mit Lehm und Speichel. So fährt sie fort und kann bis zu 10 Brutzellen in einer Reihe bauen. Für den Bau einer einzelnen Brutzelle, die entsprechende Bevorratung mit Nahrung und die Eiablage braucht ein Weibchen etwa einen ganzen Tag!
Faszinierend an dieser Methode der Eiablage ist unter anderem, dass die Rote Mauerbiene die ersten, hinten gelegenen Zellen mit befruchteten Eiern füllt, aus denen sich Weibchen entwickeln, die längere Zeit für ihre Entwicklung brauchen und daher später schlüpfen. Aus den vorn abgelegten, unbefruchteten Eiern schlüpfen Männchen, die sich schneller entwickeln und daher früher schlüpfen.

1

Ein bis zwei Wochen nach der Eiablage schlüpfen die Larven aus den Eiern und ernähren sich zwei bis drei Wochen lang von dem Nahrungsvorrat in ihrer Zelle. In dieser Zeit häuten sie sich mehrfach. Danach spinnen sie sich selbst einen Kokon, in dem sie sich zur Puppe entwickeln. Im Spätsommer schlüpfen dann die erwachsenen Tiere, die bis zum folgenden März im Insektenhotel überwintern.


Seite drucken