Lebensweise

Rote Mauerbiene
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Wildbienen sind keine verwilderten Honigbienen. Sie sind mit den Honigbienen zwar verwandt, gehören jedoch anderen Gattungen an. Da viele Wildbienen den Honigbienen sehr ähnlich sehen, werden sie nur selten wirklich wahrgenommen.
In Deutschland gibt es etwa 500 verschiedene Wildbienen-Arten. Zu den Wildbienen zählen auch verschiedene Hummeln, die ebenso wie die Honigbienen „sozial“ leben, also Staaten bilden. Darüber hinaus gibt es die „solitär“, also einzeln lebenden Wildbienen. Sie bilden keine Staaten, sondern jede Biene lebt für sich allein.
Wildbienen sind Individualisten - so leben die verschiedenen Arten auch sehr unterschiedlich und bevölkern unterschiedliche Lebensräume. Viele Wildbienenarten sind Blütenbesucher. Hier sammeln sie Pollen und Nektar für ihre Nachkommen.
Die eifrigen Blütenbesucher werden immer wichtiger für die Bestäubung unserer Obstbäume. Während die Wildbienen von Blüte zu Blüte fliegen, um Pollen zu sammeln, sorgen sie ganz nebenbei für die Bestäubung der Blüten. Denn an ihrem Haarkleid bleibt bei jedem Blütenbesuch Pollen haften. Sobald sie sich auf der nächsten Blüte niederlassen, rieselt immer etwas Pollen auf die Blütennarbe und sorgt so für die Bestäubung der jeweiligen Blüte. Nur durch diese Bestäubung können beispielsweise die Apfelblüten Früchte ausbilden. Dass Honigbienen diese Aufgabe übernehmen, ist sicherlich bekannt. Jedoch gibt es leider immer weniger Imker und daher immer weniger Bienenvölker. Aber auch zahlreiche Krankheiten und Schädlinge dezimieren die Bestände der Honigbienen. Damit fehlen in unseren Gärten wichtige Helfer bei der Bestäubung der Obstgehölze. Wildbienen können hier helfen, aber nur, wenn sie geeignete Lebensbedingungen vorfinden.

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Die bei uns häufig auftretende Wildbiene Osmia rufa nistet bevorzugt in Hohlräumen und bezieht im Insektenhotel die angebohrten Holzstücke und Pflanzenstängel mit einem Durchmesser von etwa 6 mm. Andere, kleinere Wildbienen teilen sich mit den Grabwespen die hohlen Pflanzenstängel mit geringerem Durchmesser. Das sind z.B. Maskenbienen oder Scherenbienen.


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