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Igel unterstützen

So leben Igel

Ein alter Bekannter

Igel frisst Schnecke

Sicher ist Ihnen in der Dämmerung auch schon mal ein Igel über den Weg gelaufen. In ausgeräumten Landschaften ohne Hecken und Rückzugsmöglichkeiten finden Igel keinen Lebensraum. Also richten sie sich als Kulturfolger in Parks und Gärten nahe der menschlichen Siedlungen häuslich ein. Geschützte Ecken in Lauben, Scheunen, Veranden oder Ähnlichem wählen sie zu ihrem Unterschlupf, als Wurfnest und Winterquartier. Die Tiere sind im Allgemeinen recht ortstreu und bauen sich mehrere Nester dort, wo die Umgebung naturnah gestaltet ist und Nahrungstiere bietet.
Vom Menschen lassen sie sich in der Regel nicht stören – es sein denn, man kommt ihnen zu nahe. Dann trippeln sie entweder flink auf hohen Beinen von dannen, oder, wenn’s schnell gehen muss, ziehen sie sich mit Hilfe eines Ringmuskels zu einem Stachelball zusammen, der sie schützt und kaum zu öffnen ist. So eingeigelt, richten sich tausende spitzer Stacheln auf – keine Freude für jagdlustige Hunde und Fressfeinde wie den Fuchs!

Von Fabeln und Märchen

Igel sind uns äußerst sympathisch. Das liegt wohl zum Teil daran, wie sie schnüffelnd, schnarchend, schmatzend unbeirrt ihrer Wege gehen und mit ihren niedlichen Knopfaugen und dem Stachelkleid äußerst possierlich anmuten. Kein Wunder dass die Zeitschrift „Hör Zu“ Ende der 1940er Jahre einen Igel zum Maskottchen wählte, der als „Mecki“ Generationen von Kindern begeisterte und unsere Vorstellung von diesem Tier prägte.
Keine neue Masche: In Fabeln und Märchen tritt der Igel schon seit dem 19. Jahrhundert als listiger Schlaukopf auf, der beispielsweise dem flotten Hasen beim Wettrennen mit Hilfe seiner Igelfrau als Doppelgängerin ein Schnippchen schlägt. In anderen Geschichten ergattert er die Höhle des Maulwurfs oder trickst den Fuchs aus. Um sein Image braucht sich der kleine Stachler also keine Sorgen zu machen. Auch heute nicht!

„Unser Igel“

Igel

Weltweit gibt es zahlreiche Igelarten, alle dämmerungs- und nachtaktiver Einzelgänger. Bei uns ist der Europäische oder Braunbrust-Igel heimisch. Nur während der Paarungszeit finden sich Männchen und Weibchen zusammen. Der Nachwuchs sucht sich seinen eigenen Lebensraum, sobald er im Alter von etwa 6 Wochen selbstständig wird. Dann hat er bereits ein dichtes Stachelkleid. Erwachsene Igel tragen etwa 8000 Stacheln.
Als nachtaktives Tier, das vornehmlich in der Dunkelheit unterwegs ist, hat der Igel  kleine Augen. Denn der Gesichtssinn ist nicht so wichtig, dagegen hört und riecht ein Igel umso besser und findet so Nahrung und Partner. Außerdem hat er einen ausgeprägten Tastsinn.

Frühling, Sommer, Herbst, Winterschlaf

Zwischen März und April erwacht der Igel aus dem Winterschlaf und wird munter. Höchste Zeit, denn in den fünf, sechs Monaten Winterschlaf hat ein Igel etwa 30 bis 40 Prozent seines Gewichts abgenommen. Das gilt es aufzufuttern und nach ein paar Wochen ist Mecki bei gutem Nahrungsangebot wieder wohlgenährt und rund.
Wären Igel während ihrer wachen Zeit nicht so flink und geschäftig, könnte man sie als Laie fast als Faultier bezeichnen: Denn Igel sind unterwegs, wenn wir schlafen. Ihr „Tag“ beginnt mit Dämmerungseinbruch. Eifrig schnüffelnd und schnaufend suchen die Tiere dann Nacht für Nacht nach Fressbarem und ruhen unterwegs.
Auf Freierspfoten sind Igel hauptsächlich und je nach Klima von Juni bis August unterwegs. Ein Weibchen wirft in der Regel einmal jährlich durchschnittlich fünf Junge. Die Igelbabys tragen bereits bei der Geburt ca. 100 weiße Stacheln, die jedoch erst nach einigen Stunden aus der dicken Rückenhaut hervorspießen. Gesäugt werden die Igelchen etwa 6 Wochen lang, ab einem Alter von ca. dreieinhalb Wochen versucht sich der stachlige Nachwuchs schon in ersten Ausflügen, und die Kleinen beginnen selbst Würmchen und Käfer zu erbeuten.
Im Herbst haben Igel nur noch eines im Sinn: sich ein Fettpolster für den Winterschlaf anzufressen! Wenn es dauerhaft kalt wird, keine Nahrungstiere mehr verfügbar sind, dann spätestens zieht sich der Igel in ein gut isoliertes Winterquartier zurück und verschläft die nächsten 5-6 Monate.

Die (natürliche) Igelnahrung

Vielleicht haben Sie schon einmal eine der lustigen Zeichnungen von einem Igel gesehen, der einen Apfel auf den Stacheln trägt. Es gab sogar einmal die Theorie, Igel stiegen in Weinberge, um mit den Stacheln Weintrauben zu pflücken. Das ist natürlich Unsinn!
Unsere Igel sind Insektenfresser. Sie fressen am liebsten Laufkäfer, Ohrwürmer und Raupen der Nachtschmetterlinge, aber auch Schnecken, Würmer, Engerlinge, Spinnen, Hundert- und Tausendfüßer. An Äpfeln interessieren sie allerhöchstens die daran krabbelnden Insekten
Super für Gärtner: Igel räumen unter den Schädlingen auf und lassen Obst und Gemüse links liegen.

Unterschlupf für Igel

Was Igel sich wünschen

Junge vor Igelversteck

Wo sowohl Unterschlupfmöglichkeiten als auch Nahrungsangebot vorhanden sind, fühlen sich Igel wohl. Sie haben ihren Lebensraum dort, wo ein vielseitiges Mosaik an unterschiedlichen landschaftlichen Strukturen vorherrscht. Entsprechend finden sie sich unter Hecken und Gebüsch und in Parks und Gärten ein.
Was ihre „Wohnung“ betrifft, improvisieren die Stacheltiere den Sommer über gerne. Meist verstecken sie sich zum Schlafen in einem fix zusammengewuselten Nest, zuweilen sogar einfach nur im hohen Gras. Wenn Igelinnen Mütter werden, bauen sie ein solides Wurfnest. Für das Winterquartier geben sich die Tiere noch mehr Mühe und bauen kunstvoll strukturierte Nester von bis zu 60 cm Durchmesser, die wettergeschützt und trocken sind.
Als Nistmaterial dient den Insektenfressern trockenes Laub, das sie unter schützenden Ästen oder Hohlräumen herrichten. Sie bauen ihre Unterkunft unter Hecken und Gebüsch, in Laub- oder Reisighaufen sowie unter Holzstapeln, Lesesteinhaufen, alten Baumwurzeln, hohlen Baumstämmen oder in Schlupfwinkeln an Gebäuden.
Ihre Nahrung, also: Insekten, Raupen, Schnecken und Würmer, finden sie in höherem Gras sowie zwischen einheimischen Stauden und Gehölzen sowie überall, wo die Landschaft naturnah und vielseitig gestaltet ist.

Fertighäuser für stachelige Gartenfreunde

Igelhaus

Eigentlich kommen Igel in einer reich gegliederten Naturlandschaft sehr gut ohne uns aus. Leider sind ihre Lebensräume ebenso wie viele Gärten heutzutage für ihren Geschmack allzu aufgeräumt. Sie finden oft keinen Unterschlupf für den Tagschlaf, und noch weniger Plätze, die für ein Winterschlafnest geeignet sind. Reisighaufen oder ein Holzstapel wären eine gute Igelhilfe – aber nicht jeder kann solche Bedingungen schaffen.

  • Künstliche Unterschlüpfe wie das Igelhaus von Neudorff aus umweltfreundlichem, zertifiziertem Holz sind ein gutes Angebot für Igel im Garten.
  • Es kommt als sechsteiliger Bausatz inklusive Werkzeug und ist kinderleicht zu montieren.
  • Das abgeschrägte Dach besteht aus witterungsbeständigem Material. So ist das Innere vor Regen und Feuchtigkeit geschützt.
  • Der Labyrintheingang ist für Igel ideal: Sie kommen hindurch, Katzen und andere unerwünschte Eindringlinge nicht.
  • Das Igelhaus hat absichtlich keinen Boden: So kann sich kein Ungeziefer darin festsetzen.
  • Maße: 28,5 x 48 x 38 cm (H x B x T)

Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) empfiehlt das Igelhaus von Neudorff.

Das Igelhaus richtig aufstellen

Igelhaus

Für den Winterschlaf braucht ein Igel einen Platz, der wettergeschützt, ruhig und ungestört ist. So stellen Sie Neudorffs Igelhaus richtig auf:

  • Bringen Sie das Igelhaus im frühen Herbst an einen schattigen und versteckten Platz unter Büschen oder der Hecke im Garten. Dann beginnen die Tiere nämlich damit, ihr Winterquartier vorzubereiten.
  • Der Eingang weist am besten zur wetterabgewandten Seite, in der Regel nach Süd-Ost.
  • Füllen Sie das Haus mit Haferstroh und etwas trockenem Herbstlaub. Das ist gutes Nistmaterial, aus dem er Igel sich ein Winterbett bauen kann.
  • Lassen Sie zusätzlich noch Herbstlaub in der Nähe des Igelhauses liegen, damit der Igel Nistmaterial nach seinen Bedürfnissen finden kann.
  • Bitte nicht nachschauen, ob ein Igel „eingezogen“ ist! Das würde den stachligen Gast nur aufstören. Um zu prüfen, ob das Haus angenommen wurde, steckt man (im späten Herbst oder zu Beginn des Winters) einen Halm so vor den Eingang, dass der Igel ihn beim Rein- und Rauslaufen zur Seite schaffen muss. Das verrät Ihnen seine Anwesenheit bzw. ob er aktiv war.
  • Wenn der Igel im Frühjahr nach dem Winterschlaf das Igelhaus verlassen hat, sollten Sie das Haus unbedingt gründlich reinigen.

Unser Tipp:Wer möchte, kann das Holz als zusätzlichen Schutz gegen Feuchtigkeit und Witterungseinflüsse vor dem Aufstellen mit Leinöl oder natürlichem Holzschutzmittel streichen.

Igeln helfen

Der igelfreundliche Garten

Kinder spielen im Laub

Je naturnaher und abwechslungsreicher ein Garten ist, desto besser gefällt er den Igeln. Hecken, Gebüsch und Staudenbeete – vorzugsweise aus heimischen Arten – bieten ihm eine gute Umgebung. Dies können Sie außerdem für ihn tun:

  • Belassen Sie mögliche Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten.
  • Vorsicht beim Umschichten von Komposthaufen, Steinhaufen oder gestapeltem Holz sowie beim Wegräumen von zwischengelagertem Gehölzschnitt und Herbstlaub: Es könnte ein Igel darin versteckt sein.
  • Bringen Sie Vogelschutznetze über Beerengehölzen so hoch an, dass sich kein Igel darin verstricken kann.
  • Verwenden Sie keine Laubsauger, keine Schlagfallen und kein Ratten- oder Mäusegift.
  • Gehen Sie gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten nur mit umweltverträglichen Mitteln wie beispielsweise dem Spruzit Schädlingsfrei#,ρ vor.
  • Versehen Sie Gräben, Gruben, Teiche und Wasserbecken mit Ausstiegshilfen, z.B. schräg aufgestellten Holzbalken, damit hineingefallene Igel sich darüber wieder herausretten können.
  • Decken Sie Licht- und Kellerschächte ab.
  • Legen Sie Ziegelsteine auf Kellertreppenstufen, so dass diese flacher werden und Igel somit leichter heraufklettern können.
  • Achten Sie darauf, dass Igel Durchschlüpfe in die Nachbargärten finden: Sie legen nachts mehrere Kilometer zurück, um ausreichend Nahrung zu finden.
  • Wenn Sie versehentlich ein Igelnest öffnen, decken Sie es sofort wieder zu.Halten Sie auch Ihren Hund von Igeln und deren Nestern fern. Falls ein Wurfnest mit Igeljungen zerstört wird, ist es gut möglich, dass die Jungtiere von der Mutter verlassen werden!

Igel gezielt fördern

Igelhaus

Igel sind durch das Bundesnaturschutzgesetz ganzjährig geschützt. Ihre natürlichen Feinde sind Eulenvögel wie Uhus, Dachs und Fuchs. .Durch Menschen gemachte Gefahren bedrohen Igelleben ebenfalls: Straßenverkehr, Rasenmäher, Mistgabeln, Rasenkantenschneider, Motorsensen, Laubsauger, Sensen, Garten- oder Osterfeuer, ungesicherte Lichtschächte, Müll (leere Dosen, Plastiktüten, Müllsäcke), Kellertreppen und jagdlustige Hunde bedrohen Igelleben.
Wenn Sie versuchen, Gefahren für Igel zu mindern und bei der Gartenarbeit vorsichtig zu Werke gehen, haben Sie schon etwas für die possierlichen Stacheltiere getan.
Um sie zusätzlich zu unterstützen können Sie:

  • Neue Nist- und Unterschlupfmöglichkeiten anbieten, so wie Neudorffs Igelhaus.
  • im Sommer eine Schale mit Wasser aufstellen, die Sie täglich reinigen und frisch befüllen. Bitte keine Milch geben! Igel trinken sie zwar, können davon aber erkranken.
  • Nicht den kompletten Rasen kurz mähen, sondern das Gras länger wachsen lassen, wenigstens in den Gartenecken und Winkeln um Gartenhäuser usw.. Hier sollte nur ein bis zwei Mal pro Saison gemäht werden, natürlich nicht, bevor Sie geprüft haben, ob ein Igel gerade dort schläft!
  • Zusammengerechtes Herbstlaub oder Gehölzschnitt als Nistmaterial für das Winternest unter Hecken und Gebüsch liegenlassen.
  • Bitte füttern Sie die Igel nur in den nahrungsarmen Zeiten direkt vor und nach dem Winterschlaf. Geben Sie dann Katzenfeuchtfutter, durchmischt mit Haferflocken oder Igeltrockenfutter. Täglich ist die Futterstelle zu reinigen und abends mit frischem Futter zu versehen.

Welche Igel brauchen Hilfe?

Vorausgesetzt, wir sorgen dafür, dass es Igel gute Lebensräume vorfinden, es an natürlicher Nahrung, an Nist- und nicht mangelt, kommen die Wildtiere im Allgemeinen ohne uns klar.

Hilfsbedürftig sind:

  • Kranke Igel. Sie sind oft am Tag unterwegs; das ist für ein nachtaktives Tier nie normal.  Kranke Igel fallen häufig dadurch auf, dass sie schwach daliegen, sich nicht einrollen oder umhertorkeln.
  • Verletzte Igel mit Wunden, die durch Straßenunfälle, Stürze oder Bisse entstanden sind.
  • Igel, die noch nach Wintereinbruch unterwegs sind
  • Verwaiste Igelsäuglinge.

Igel gefunden! Was jetzt?

Igel
  • Nehmen Sie den Igel in Obhut und stellen Sie ihn möglichst einer Igelstation oder einem Tierarzt vor. Wer Igeln helfen will, muss sich sachkundig machen! Igelfachleute unterstützen Igelfinder mit Rat und Tat.
    Detaillierte Anleitungen zur richtigen Igelhilfe stehen im Internet unter www.pro-igel.de/igel_gefunden/gefunden.html.
    Sie können sich auch an Igelschutzvereine in Ihrer Region wenden, Adressen sind unter www.pro-igel.de/igel_gefunden/gefunden.html zu finden. Das Ziel jeder Igelhilfe muss sein, das Tier möglichst bald gesund in die Natur zu entlassen.