Schule blüht auf

Schule blüht auf

Gärtnern in der Schule – das ist mehr als hacken, gießen und dreckige Finger bekommen. Beim Gärtnern lernen Kinder, Geduld zu entwickeln, ein Gefühl für die Natur zu bekommen und sowohl mit Erfolgserlebnissen als auch gelegentlichen Misserfolgen umzugehen. Engagieren Sie sich für einen Schulgarten. Es ist gar nicht schwer.

Warum ein Schulgarten?

Arbeit im Schulgarten

Immer mehr Lehrer und Eltern entdecken die Schulgarten- und Freilandarbeit als Bereicherung des Lern- und Lebensalltags in der Schule. Im Schulgarten lernen Kinder nachhaltiges Verhalten und schonenden Umgang mit der Natur unmittelbar. Er gibt Gelegenheit zur Gesundheitsförderung, Ernährungsbildung und Verbraucherorientierung. Das Gärtnern im Schulgarten vermittelt den Kindern aber nicht nur gärtnerisches Wissen, es verschafft Bewegung und macht den Naturkreislauf erlebbar. Gemeinsame Tätigkeiten wie z. B. die Ernte von Kartoffeln stärken die Kooperations- und Teamfähigkeit. Das gemeinsame Anlegen der Beete fördert die Kommunikation, Kreativität und die Anwendung erworbenen Wissens. Das alles sind wichtige Kompetenzen, die man braucht, um als Erwachsener nachhaltig zu leben und verantwortungsvoll zu handeln. Zudem kann der Schulgarten auch ein Ort der Inklusion und der Integration sein, eine Begegnung zwischen Jung und Alt ermöglichen.

Wie fange ich es an?

Sie sind begeistert von den Möglichkeiten eines Schulgartens und wollen sich an der Realisierung beteiligen? Hier einige Tipps zur Verwirklichung des Projekts:

  • Suchen Sie sich Verbündete! Schlüsselpersonen bei Ihrem Vorhaben sind zunächst die Schulleitung und der Hausmeister, später andere Eltern und Lehrkräfte.

  • Erstellen Sie ein schriftliches Konzept, in dem Sie Vorschläge zu Lage, Größe und Inhalt des Schulgartens darlegen. Beteiligen Sie daran auch die Kinder! Nennen Sie die Vorteile, die ein Schulgarten für die Schüler, die Lehrkräfte und nicht zuletzt für die Außenwirkung der Schule hat. Notieren Sie auch, wo Sie Probleme sehen und wo Sie und Ihre Mitstreiter unbedingt Unterstützung brauchen!

  • Suchen Sie Rat und Hilfestellung bei erfahrenen Schulgärtnern (siehe dazu auch weiterführende Links) und vermeiden Sie dadurch typische „Anfänger-Fehler“.

  • Überlegen Sie, ob die Schule bei der Nutzung des Schulgartens Kooperationen eingehen könnte, z. B. mit einem Kindergarten oder einer Senioreneinrichtung in der Nähe. So kann der Schulgarten auch ein Ort der Begegnung, des Austausches und der Integration sein.

  • Wenn an der Schule kein Platz für einen Schulgarten ist: vielleicht gibt es in der Umgebung einen Kleingartenverein, der eine Parzelle zur Verfügung stellt? Hier finden Sie vielleicht auch hilfsbereite Menschen, die bereit sind, Pflanzen während der Schulferien zu gießen oder helfen, die Hecke zu schneiden.

  • Um Sach- und Geldspenden zu sammeln, können Sie in Gartenbaubetrieben, Baumschulen, Baumärkten oder Genossenschaften, Sparkassen und Banken nachfragen. Auch Grünflächen-, Umweltämter oder der städtische Bauhof können Quellen für kostenloses Material sein.

  • Wenn sich alle Beteiligten einig und sicher sind, einen Schulgarten anlegen zu wollen, die Finanzierung geklärt und das Projekt genehmigt ist, kann es losgehen!

So geht's weiter!

Nutzen Sie die Euphorie und Aufmerksamkeit der Einweihungsfeier für das weitere Vorgehen im Schulgarten. Es ist wichtig, dass das Schulgartenteam dafür sorgt, nach einem Arbeitsplan zu arbeiten, in dem Verantwortlichkeiten festgelegt sind. Es ist illusorisch, alle notwendigen Pflegearbeiten mit den Schülern durchführen zu wollen! Ein ungepflegter Garten mit verunkrauteten Beeten macht es schwieriger, Helfer zu finden und gibt Kritikern und Zweiflern Recht.

  • Schon vor der Anlage des Schulgartens sollte im Lehrerkollegium überlegt werden, wie der Schulgarten fächerübergreifend genutzt werden kann. Obst, Gemüse und Kräuter können Verwendung in der Schulküche finden oder in den Pausen an die Schüler verteilt werden. Auch Mathematik- oder Kunstunterricht kann im Schulgarten stattfinden. So wird der Garten von Schülern und Lehrern immer wieder unterschiedlich wahrgenommen und bleibt lebendig! Die zuverlässige Unterstützung der Schulleitung, z. B. bei der Stundenplangestaltung, ist dabei unerlässlich.

  • Sprechen Sie über Erfolge im Kollegium, dem Förderverein und im Elternkreis! Das kann die Platzierung oder der Gewinn bei einem Wettbewerb sein, das Einwerben von Sach- und Geldspenden oder ehrenamtlichen Helfern.

  • Erstellen Sie eine Strategie, wie die Pflege des Schulgartens in den Ferienzeiten organisiert werden soll: lassen sich „Patenschaften“ für Beet oder Kübelpflanzen vergeben? Hierzu können Schüler, Eltern, Großeltern oder andere hilfsbereite Menschen angesprochen werden. Als „Gegenleistung“ darf reifes Obst oder Gemüse mitgenommen werden oder ein kleiner Blumenstrauß. Vielleicht kann die Bewässerung zum Teil durch ein automatisches Bewässerungssystem gewährleistet werden?

  • Planen Sie Veranstaltungen im Schulgarten und laden dazu auch Vertreter des öffentlichen Lebens ein, z. B. den Bürgermeister. Bei solchen Gelegenheiten kann sich die Schule profilieren und um Unterstützung werben.

  • Bei Schulfesten, auf dem Wochenmarkt und anderen Aktionen lassen sich sehr gut Produkte aus dem Schulgarten verkaufen und damit Geld für Anschaffungen sammeln. Diese Bestätigung ist auch für die Schüler sehr wichtig!

  • Sorgen Sie dafür, dass der Schulgarten auf der Internet-Seite der Schule präsent ist und ständig aktualisiert wird. So wird der Stellenwert Ihres Projekts entsprechend gezeigt und wahrgenommen.

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