Vermessung der (Garten-) Welt

Eine gute Möglichkeit, Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Planung zu überbrücken ist, die „Konturen“ des Gartens im Gelände mit einfachen Mitteln zu markieren. Diese Maßnahme eignet sich besonders, wenn der Garten nicht zu groß geplant ist und an einer Stelle auf dem Schulgelände entstehen soll, wo bisher nur Grasbewuchs war. Hierzu wird der Grundriss des Gartens im Maßstab 1:1 auf den Rasen übertragen. In dem Zustand haben Sie, Ihre Mitstreiter, die Kinder und eher Unbeteiligte eine bessere Vorstellung von den Dimensionen des Gartens. Planschwächen, die Sie auf dem Papier übersehen haben, wie z. B. zu enge Wege oder zu breite Beetflächen, können so noch leicht korrigiert werden.

Sie brauchen:
Bandmaß
Sand oder Sägespäne
Bindfaden
Stöckchen zum Fixieren
Blumensamen, siehe unten
Spaten

So wird´s gemacht:

Übertragen Sie zuerst die äußeren Maße des Gartens (die Umzäunung) auf die entsprechende Fläche des Schulgeländes und messen Sie dann die Beete, das Gartenhäuschen, den Kompostplatz und alles andere ein. Markieren Sie die Umrisse mit Bindfaden, Sand oder Sägespänen. Dreidimensional wird der Garten, wenn die Umrisse der Flächen mit Blumen markiert werden. Nun die Umrisse der Flächen mit Hilfe eines Spatens abstechen. Dazu den Spaten entlang der markierten Linien senkrecht in den Boden stechen, so dass dabei die Grasnarbe durchtrennt wird. Anschließend die Grasnarbe in Spatenbreite entfernen. Diese Arbeit ist etwas für größere Kinder oder helfende Erwachsene. Sollen die Umrisse zusätzlich mit Blumen eingesät werden, die Erdstreifen umgraben und glattharken. Wurzelreste und Steine sorgfältig entfernen. Bei schweren Böden, wie z.B. Lehm, etwas Sand einarbeiten. Als „Einzäunung“ eigen sich z. B. Sonnenblumen, die nicht höher als 80 cm werden oder Getreidearten. Sträucher oder Bäume können durch Maispflanzen „dargestellt“ werden. Zusätzlich können Sie mit den Kindern wasserfeste Schilder erstellen, die mit entsprechender Beschriftung, z. B. „Gartenhaus“ oder „Kompost“,  in die einzelnen Flächen gestellt werden
Tipp: In dieser Phase können Sie mit den Kindern auch schon kleine Untersuchungen mit dem pH-Bodentest durchführen, um den pH-Wert des Bodens festzustellen. Sinnvoll ist in jedem Fall, eine professionelle Bodenanalyse durchführen zu lassen, z.B. bei der LUFA (Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt). Dabei wird geprüft, ob dem Boden Nährstoffe oder Spurenelemente fehlen und auf Wunsch auch eine Düngeempfehlung gegeben. Bei Verdacht auf eine Schwermetallbelastung des Bodens oder anderer Verunreinigungen sollten Sie auch dazu eine entsprechende Bodenanalyse durchführen lassen.
So wird´s nachhaltig: Abgestochene Grassoden kompostieren. Dazu die Stücke mit der Erdseite nach oben aufeinanderschichten. Zwischen die Lagen gestreuter Kompostbeschleuniger begünstigt die Zersetzung. Kompost später in die Beete einarbeiten, Samen von den Pflanzen gewinnen, im nächsten Jahr aussäen, dabei den Kindern den Naturkreislauf erklären. Wildblumen locken viele Nützlinge an, das bedeutet biologischer Pflanzenschutz. Mit Hilfe des pH-Bodentests wird die Wichtigkeit des richtigen Standortes erklärt und auf die Ressource Boden hingewiesen.

 

Hinweis: Die Vorschläge für die Projekte wurden sorgfältig erarbeitet. Dennoch erfolgen alle Angaben ohne Gewähr. Weder Autoren noch die W. Neudorff GmbH KG können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den hier vorgestellten Informationen resultieren, eine Haftung übernehmen. 


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