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Garten-Lexikon

Baumschnitt

Baumschnitt

In der Natur haben Obstgehölze wie alle Pflanzen das Bestreben, sich gut zu vermehren und daher viele Samen zu bilden. Im Garten ist jedoch gewünscht, dass die Früchte schmackhaft und gesund sind. Daher brauchen Obstgehölze im Garten den regelmäßigen Baumschnitt.

Gründe für den Obstbaumschnitt
Durch den Schnitt gelangt mehr Licht in die Krone. Das fördert Reife und Geschmack der Früchte.
Die Krone wird luftiger. Dadurch trocknen die Blätter schneller ab. Das verringert die Ausbreitung von →Pilzkrankheiten wie →Apfelschorf oder →Monilia Fruchtfäule.
Der Baum bleibt kleiner, die Äste stehen weniger dicht. Das erleichtert Ernte und Pflege.
Richtig geschnittene Bäume sind stabiler und vitaler. Äste brechen bei Stürmen weniger leicht ab.

Schnittzeitpunkt
Der Winterschnitt hat den Vorteil, dass in dieser Zeit der Kronenaufbau durch das fehlende Laub am übersichtlichsten ist. Außerdem hat der Hobbygärtner dann genügend Zeit für den Schnitt.
Der Sommerschnitt hat jedoch für viele Obstarten den Vorteil, dass sich die Wunden schneller schließen und sich dadurch die Gefahr des Eindringens von Krankheitserregern verringert. Bei Kirschen und bei der Walnuss hat sich der Sommerschnitt besonders bewährt, weil er das starke Ausbluten der Wunden verhindert.
Die Temperatur beim Winterschnitt sollte über - 5° C liegen. Bei niedrigeren Temperaturen ist die Astbruchgefahr zu groß.
Optimal für den Winterschnitt ist der März, da kurz vor dem Austrieb Bäume und Sträucher am besten in der Lage sind, entstandene Wunden dauerhaft zu schließen.

Fachgerechte Wundpflege
Beim Schnitt entstandene Wunden sollen schnell heilen, damit keine Krankheitserreger eindringen können. Daher beim Schnitt einige Regeln beachten:
- Keine „Kleiderhaken“ stehen lassen. An den verbleibenden Aststücken können sich sonst Krankheitserreger einnisten. Zweige immer in unmittelbarer Nähe vom jeweiligen Hauptast entfernen.
- Ausgefranste Wundränder mit einem scharfen Messer nachschneiden. Glatte Ränder heilen schneller.
- Entstandene Wunden sofort mit Malusan® Wundverschluss (→Pflanzenschutzmittel) bis über den Randbereich hinaus verschließen. Durch das vollständige Verstreichen ist die Wunde wie mit einem Pflaster geschützt. Und das Gewebe, aus dem heraus die Wundheilung geschieht (Kambium), bleibt vor Austrocknung geschützt.
- Äste stets vollständig entfernen. Bleiben einzelne Äste nach dem Prinzip des Heckenschnitts teilweise stehen, wird der Austrieb von steil nach oben wachsenden Trieben gefördert die keine Früchte bringen.

Fachgerechter Baumschnitt
- Verdichtete Astpartien
Wachsen Äste so dicht übereinander, dass die unteren Äste nicht genug Licht bekommen, muss ausgelichtet werden. Daher die untersten, stark herabhängenden und vergreisten Äste komplett entfernen. Die oberen bleiben erhalten.
- Fruchtholzerneuerung
Blüten und Früchte bilden sich nur an fruchttragenden Zweigen („Fruchtholz“). Altes, abgetragenes Fruchtholz entfernen, um die Bildung von jungem, leistungsfähigem Holz zu fördern.
- →Obstbaumkrebs
Befallsstellen sorgfältig mit Säge oder Stemmeisen entfernen. Sind Äste im gesamten Umfang befallen, müssen sie komplett entfernt werden. Die Wunden sorgfältig mit Malusan® Wundverschluss (Pflanzenschutzmittel) verstreichen.
- Konkurrierende Hauptäste
Gibt es zwei Mitteltriebe, so wird einer entfernt. Gleiches gilt für Hauptäste: wachsen zwei in die gleiche Richtung, den schwächeren der Äste entfernen.

Korrektur des Mitteltriebes bei Süßkirsche
Süßkirschen benötigen kaum Auslichtungsschnitt. Sie bilden von Natur aus lockere Kronen. Achten Sie auf Konkurenztriebe zur Spitze und entfernen Sie diese, da sie leicht brechen können.
Ein schrägwachsender Mitteltrieb wird bis zum senkrechtwachsenden Neutrieb abgeschnitten. Dieser Süßkirschenschnitt ist sowohl im Winter als auch direkt nach der Ernte möglich.

Rundkrone Apfel-Halbstamm
Schnell verkahlt der untere Teil der Obstbaumkrone, wenn nicht geschnitten wird. Die Folge: Es wird immer schwerer, die Ernte zu erreichen.
Damit das nicht passiert, besonders die Seitenäste am oberen Teil des Mitteltriebes kurz halten. So werfen sie keinen Schatten auf die unteren Astpartien.
Durch den Anschnitt des Mitteltriebes wird die Verzweigung der Spitze angeregt. Außerdem hält man sich so den Baum etwas niedriger.
Wenn auch Apfelbäume sehr gut schnittverträglich sind, so sollten pro Winterschnitt maximal 40 % der Zweige nach dem Auslichten unter dem Baum liegen.

Schnittzeitpunkt
ObstbäumeJanFebMärAprMaiJunJulAugSepOktNovDez
Apfel
Birne
Brombeere
Himbeere
Johannisbeere/Stachelbeere
Kirsche
Pfirsich
Pflaume/Zwetschke
Wein

 

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